Slide it! Wie Schieberegler die Usability von iPhone-Apps steigern

Im heutigen Web-Alltag begegnen uns Schieberegler – gerne auch „Slider“ genannt – immer häufiger: Von Portalen über News-Seiten bis hin zu Online-Shops, überall sind sie inzwischen zu finden. Auch hier im Blog wurde dieses Bedienelement bereits einige Male erwähnt, beispielsweise von Christoph Anders in seinem Beitrag „Innovativ Filtern – nutzergerechte Gestaltung der Suchfunktion“. Zudem zeigen unsere Usability-Tests im Labor, dass in vielen Fällen auch die Nutzer sehr gut mit der Bedienung von Schiebereglern zurechtkommen.

Meist werden Slider „klassisch“ per Maus bedient: Der Nutzer fährt mit dem Mauszeiger über den Slider und bewegt ihn per Festhalten & Loslassen der Maustaste (Drag & Drop) in die gewünschte Richtung. Anders funktioniert es bei modernen Touchscreen-Geräten wie dem iPhone oder dem iPad. Denn hier erfolgt die Interaktion mit dem Schieberegler viel direkter und natürlicher: Per Fingerbewegung, unmittelbar über der Touchscreen-Oberfläche und somit dem Slider selbst.

An dieser Stelle drei Beispiele aus der Praxis:

iPhone-Apps mit Schiebereglern

Die iPhone-Apps apotheken.de CityPilot, runtastic und Weightbot (v.l.n.r.)

Die Beispiele zeigen, dass Schieberegler bei iPhone-Apps (und bei Apps anderer Geräte mit Touchdisplay) als sinnvolles Bedienelement eingesetzt werden können, das die Usability steigert – egal ob zum intuitiven Eingrenzen oder Festlegen von Werten (siehe Screenshots links und rechts) oder aber auch als „Button-Ersatz“ zum Auslösen einer bestimmten Aktion, was die runtastic-App (mittlerer Screenshot) hervorragend zeigt. Sie dient dazu, eine Wegstrecke live via GPS zu erfassen und wird gerne von Joggern oder Radfahrern verwendet. Insbesondere in diesem mobilen Nutzungskontext, bei dem die Wahrscheinlichkeit weitaus höher ist, dass der Nutzer unbeabsichtigt die aktuelle Erfassung per Tastendruck beendet, macht ein Slider Sinn. Denn erst wenn der Nutzer diesen bewusst bis nach ganz rechts schiebt, wird die aktuelle Erfassung pausiert.

Ein weiteres Argument für das Anbieten von Schiebereglern bei Apps: Das Bedienelement ist dem Nutzer nicht nur aus dem Web bekannt, sondern wird standardmäßig bereits an vielen Stellen und Menüpunkten des jeweiligen Betriebssystems verwendet. So werden auf den weit verbreiteten mobilen Plattformen wie Android oder iPhone OS / iOS selbst bei grundlegenden Aktionen wie Lautstärke regeln, Helligkeit einstellen oder Tastensperre lösen Slider eingesetzt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Schiebereglern in Bezug auf Touchscreen-Geräte? Kennen Sie weitere Beispiele, in denen Slider besonders gut (oder aber auch besonders schlecht) eingesetzt werden?

6 Gedanken zu „Slide it! Wie Schieberegler die Usability von iPhone-Apps steigern

  1. Bruno

    Noch ein Vorteil: Slider haben immer eine korrekte Dateneingabe. Dadurch entfallen nervige Fehlermeldungen, wenn z.B. in Textfeldern „falsche“ Eingaben erfolgen.

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  2. Pingback: twive!

  3. Moritz Keck Beitragsautor

    Danke für die Kommentare. Slider haben sicherlich nicht nur Vor-, sondern je nach Anwendungsfall und Umsetzung auch ihre Nachteile.

    Das Beispiel von „Phil“ zeigt, dass der Blogbetreiber offensichtlich ein Slider-Element, das ursprünglich vom iPhone kommt, einfach mal in die Kommentarfunktion seines Weblogs eingebaut hat. Wäre an dieser Stelle sehr interessant, Nutzer bei der Bedienung zu beobachten.

    Hier noch ein „Good Practice“ für den Einsatz von Schiebereglern im Web: http://www.hrs.de (einfach mal die Hotelsuche starten und auf den linken Seitenbereich („Suche verfeinern“) achten).

    Nachtrag: Hier auch noch einmal der Vergleich zum iPhone-Slider: http://www.winandmac.com/wp-content/uploads/2009/04/iphone-slide-to-answer.png (ist die Tasten- bzw. Displaysperre aktiviert, kann ein eingehender Anruf nur per vollständigem Verschieben des Sliders von links nach rechts angenommen werden). Exakt diesen Slider bei einem Zugang zur Kommentarfunktion eines Blogs einzusetzen, ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass im Falle des genannten Beispiels (http://blog.freiheitstattangst.de/?p=461) der eigentliche Zweck des Sliders weniger in der Bedienung selbst liegt, sondern primär als Schutz vor Spambots dienen soll.

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  4. Pingback: Themen im August 2010: Imagery-Studie, Usability von Schiebereglern und Landingpage-Optimierung | usabilityblog

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