Das Örtliche auf dem iPad – größer aber auch besser als auf dem iPhone?

Mehr und mehr Unternehmen, die bereits eine iPhone-App entwickelt haben, denken derzeit auch über eine App für das iPad nach. Im App Store gibt es inzwischen weit über 20 000 iPad-Apps und pro Monat kommen weitere 5 000 Apps hinzu. Bis Ende 2010 wird es voraussichtlich 40.000 iPad-Apps geben.

Von der iPhone- zur iPad-App
Dass häufig der Schritt zur iPad-App von einer bereits existierenden Version für das iPhone ausgeht, zeigt die iPad-App von Das Örtliche. Bereits in einem meiner letzten Blogbeiträge habe ich die iPhone-Version der App vorgestellt, nachfolgend zeige ich meine Erfahrungen mit der iPad-Variante im Rahmen eines Vergleichs.

Bereits direkt nach dem Start der iPad-App zeigt sich, dass die App gestalterisch und vom Bedienkonzept her absolut identisch mit der iPhone-Version ist. Der wesentliche Unterschied besteht schlichtweg in der weitaus größeren Karten- und Listendarstellung – bedingt durch den größeren Bildschirm des iPad gegenüber dem iPhone.

Gerade in punkto Betrachtung und Bedienung der Karte bietet die iPad-Version damit eine deutlich höhere Usability, insbesondere das Bewegen und Hinein- bzw. Hinauszoomen von Kartenausschnitten gestaltet sich wesentlich einfacher.

Auch beim Aufrufen einer URL über die integrierte Webbrowser-Funktion – die Websites ohne Verlassen und direkt innerhalb der eigentlichen App anzeigt – wird fast das gesamte iPad-Display voll ausgenutzt, was zu einer höheren Übersicht auf Nutzerseite führt.

Größe allein reicht nicht
Doch ein iPad-Nutzer der denkt, die iPad-App biete gegenüber ihrem kleineren Bruder außer der reinen Größe weitere Vorzüge oder gar „iPad-exklusive“ Funktionen, wird enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Bei intensiverer Nutzung zeigt sich, dass die iPad-Version einige Schwächen offenbart. So sind beispielsweise die Bilder und Videos, die mit manchen Brancheneinträgen verknüpft sind, nicht für die iPad-Auflösung optimiert und offensichtlich eins zu eins von der iPhone-Version (mit niedrigerer Auflösung) übernommen. Hier versäumt es die App, das brillante und hochauflösende Display des iPad voll auszunutzen – und auf Nutzerseite kommt eher Ernüchterung als Begeisterung auf. Auch die Mankos, die bereits der iPhone-Version anhaften, bestehen weiterhin in der iPad-App: Nicht alle Call-To-Action-Elemente bzw. -Schaltflächen sind 100%ig touch-geeignet (zu geringe Größe, um sie mit dem Finger bequem zu treffen, siehe auch: Forschungsbeitrag zum Thema App-Usability). Zudem verhält sich die Kategorieliste auf der Startseite der App beim Scrollen nicht „iPad-like“, das heißt es gibt keinen „Brems-Effekt“ bei Erreichen des Listenendes bzw. -anfangs.

Nur eine Kopie der iPhone-Version
Solche negativen Aspekte verstärken beim Nutzer den Eindruck, dass die iPad-App nur eine (hochskalierte) Kopie der iPhone-Version ist. Hinzu kommt, dass – aufgrund der fehlenden Telefonfunktionalität des iPad – die „Gratis anrufen“-Funktion nicht enthalten ist. Doch genau solch ein gerätespezifisches „Highlight“ würde der iPad-Variante gut tun. Die App ist keinesfalls schlecht, doch unter mehreren Tausend anderen Apps sticht sie auch nicht wirklich hervor. Das iPad mit seinem hochauflösenden Display, Multitouch-Bedienung und Neigungssensor ist ein neuartiges, faszinierendes Gerät. Und seine Nutzer sind anspruchsvoll. Sie kennen oftmals bereits zahlreiche iPhone-Apps und erwarten daher insbesondere auf dem iPad ein gewisses Maß an Innovation: Hochauflösende Bilder und bildschirmfüllende Videos sind dabei nur die Basis. Wenn Sie eine iPad-App entwickeln, sollten Sie nicht nur die Basis-Anforderungen erfüllen, sondern dem Nutzer auch (neuartige) Möglichkeiten und Funktionen bieten, die nur die iPad-App beinhaltet und die weder die iPhone-Version noch die Website offerieren. Hier müssen Sie kreativ sein. Wichtig ist: Setzen Sie sich vorher mit dem Gerät und seinen gerätespezifischen Funktionen intensiv auseinander und probieren Sie andere Apps aus (hier bietet es sich an, einfach mal nach Branchen und Toplisten im App Store zu stöbern). Beschäftigen Sie sich mit Ihren Nutzern, um deren Erwartungen an eine iPad-App abzuprüfen und den Nutzungskontext zu verstehen. Und besonders wichtig: Testen Sie die App möglichst frühzeitig und vor Fertigstellung mit Ihren Nutzern!

Ein Gedanke zu „Das Örtliche auf dem iPad – größer aber auch besser als auf dem iPhone?

  1. Christi

    Ich bin noch am überlegen, ob ich mir das ipad hole- hier gibt es ja dann ein klares Ja! zum Kauf. Ich war bisher tatsächlich immer der Meinung, dass es sich beim Ipad nur um die etwas größere Angeber version vom iphone ist, aber ich lass mich ja gerne überzeugen.

    Hier gibts neue weitere nützliche News zum Thema

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