Navigationsgeräte: Optimierung der Nutzerführung durch neue Sprachkommandos

Navigation

Bei meiner Recherche nach Optimierungsmöglichkeiten für die Nutzerführung von und durch Navigationsgeräte (PKW, Radfahrer, Outdoor-Fans) habe ich den Eindruck gewonnen, dass es in diesem Markt derzeit recht wenige Neuentwicklungen rund um die Verbesserung der „Fahrer-Steuerung“ gibt.

Meine Begeisterung über die Neuerungen beim Kartenanbieter Navteq war daher umso größer: Die Entwickler dieses Unternehmens haben sich den Inhalten der Sprachkommandos gewidmet und diese grundlegend überarbeitet.

Bei dem neuen „Steuerungsansatz“ von Navteq werden markante Punkte im Straßen- bzw. Stadtbild genutzt.

  • Statt: „in 100 Metern bitte rechts abbiegen“ oder noch besser „demnächst bitte rechts abbiegen“ …
  • heißt es dort: „nach dem Geschäft mit der gelben Fassade bitte rechts abbiegen“.

Durch diese der menschlichen Sprechweise („Wie würde wohl ein aufmerksamer und achtsamer Beifahrer führen?“) angepassten Kommandos sollen sich der Fahrer besser auf die Straße konzentrieren können und auf einfache (intuitive) Weise geführt werden.

Bei der Entwicklung der neuen Kommandos wurden zahlreiche Faktoren beachtet, u.a. die Langlebigkeit und Auffälligkeit von Orientierungs- bzw. Referenzpunkten. So nennt das System etwa eher eine auffällige Kathedrale als eine kleine Eckkneipe als Referenzpunkt für den Fahrer.

Die Entwickler haben sich zudem vorgenommen die Jahreszeiten zu beachten. Wenn z.B. im Frühling ein Baum in voller Blüten- oder Blätterpracht die Sicht auf einen denkbaren Referenzpunkt versperrt, dann wird dieser als nicht geeignet eingestuft.

Derzeit liegen erste Daten dieser Art für die Metropolen Berlin, München, London und Paris vor, weitere Städte sollen folgen.

Ich finde diesen Ansatz sehr clever und sinnvoll.

Als Fan der Deutschen Bahn und Gelegenheitsfahrer eines sportlichen Passat CC mit einem herstellertypischen Navigationsgerät habe ich mich über dieses schon sehr oft geärgert. Nicht in Bezug auf die Zieleingabe, sondern des Öfteren über zu früh oder zu spät genommene Abfahrten bzw. Abbiegungen.

Daher hoffe ich sehr, dass die Entwicklung nutzerfreundlicher Sprachkommandos in den kommenden Wochen und Monaten vorangetrieben wird.

Und ich denke das ist auch im Interesse vieler anderer Nutzer von Navigationsgeräten. Bereits im Jahr 2008 konnten wir in einer Nutzerumfragen deutliche Mängel bei der Nutzerführung von Navigationsgeräten feststellen: eResult Studie – Anforderungen, Erwartungen und Usability-Probleme beim Umgang mit Navigationsgeräten.

2 Gedanken zu „Navigationsgeräte: Optimierung der Nutzerführung durch neue Sprachkommandos

  1. Marc

    Also eigentlich muss ich sagen, dass ich damit noch nie Probleme hatte.
    Die GPS-Positionierung ist heutzutage unglaublich genau, sodass man anhand der Entfernung zur Kreuzung dies schon sehr genau erahnen kann wann man abbiegt.

    Aber eine Bereicherung wäre es mit Sicherheit. Mehrere Anhaltspunkte die einem die einem die richtige Abzweigung anzeigen, mit der Beschreibung eines markanten Gebäudes.

    Aber in wie weit sich dieses Tool wieder in finanzielle Ausgaben generiert ist fraglich.

    Gruß Marc

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  2. Martin Schröder

    Sehr interessant! Letzten Monat trieb mich mein TomTom-Navi in Andalusien teilweise an den Rand der Verzweiflung, da ich bei Abbiegehinweisen im Gewirr enger Altstädte oft die Wahl unter verschiedenen Straßen hatte. „Nach hundert Metern rechts“? Ja toll. Die kleine Straße oder die breitere direkt daneben? Die Kartenabbildungen zeigten auch kleinste Gassen oft genauso breit an wie zweispurige Straßen an, so dass ich schon sehr genau hinschauen musste. Nicht so einfach, wenn man sich eigentlich auf die Straße konzentrieren will/muss. Da hätte ich mir Kommandos gewünscht von der Sorte „Nach x Metern in die schmale Einbahnstraße rechts abbiegen“ oder „Nach x Metern in die Hauptverkehrsstraße rechts abbiegen“. (Mal ganz davon abgesehen, dass mich das Navi etliche Male in Straßen, die durch Poller versperrt waren, oder in Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung lotsen wollte. Es gibt für die Hersteller also noch einiges mehr zu überarbeiten als nur die Sprachanweisungen.)

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