Shopping-Tour auf heine.de – Nur Spielerei?

Shopping-Tour-Icon

Die Shopping-Tour, die ich Ihnen im Folgenden vorstellen werde, ist regelrecht versteckt. Diesen Service von Heine.de findet man in der Layernavigation unter dem Punkt „Neu“. Dabei gehört er als Inspirationsquelle auf die Startseite. Oder was meinen Sie?

Die Shopping-Tour besteht aus Mode- und Wohnartikeln, die vermischt auf einer Farbskala angeordnet sind. Die Bedienung kann leicht erlernt werden und ist vielfältig.

Der Nutzer hat die Wahl zwischen einem seitwärts Ziehen mit der Maus (ähnlich dem Scrollen bei Touchscreen-Handy bloß eben mit der Maus), durch Verwendung der Pfeiltasten der Tastatur oder einem Schieberegler. Dieser Schieberegler verdeutlicht durch sein Farbspektrum, die Anordnung der Artikel. Man kann jedoch durch Ziehen des Schiebereglers nicht zu einer bestimmten Farbe springen, sondern lediglich in diese Richtung scrollen.

Eingrenzung der Artikelauswahl

Eingrenzung der Artikelauswahl

Eingrenzung der Artikelauswahl
Dem Nutzer stehen eine Reihe von Filtern zur Verfügung, um die Artikelauswahl einzugrenzen. Die Filter sind sehr schön dargestellt. In einem Dropdown-Menü werden die einzelnen Filteroptionen in Form von Grafiken bzw. als Farb- oder Musterkacheln abgebildet und so der Nutzer bei der Auswahl unterstützt. Man erkennt nach dem Schließen des Dropdown-Menüs jedoch nur bei genauem Hinsehen, dass irgendeine Option des Filters gesetzt ist, um welche Filteroption(en) es sich dabei handelt, ist bei geschlossenem Menü nicht erkennbar. Weiterhin ist es unpraktisch, wenn ich mir z.B. alle Möbel anzeigen lassen möchte, die aus Holz sind, dann muss ich alle verfügbaren Holzarten anklicken, eine generelle Auswahl dieser Materialkategorie ist nicht möglich.

Filter Schnitt

Filter: Schnitt

Filter Material

Filter: Material


Über die „lineare“ Anordnung der Farben hinaus, gibt es auch noch einen Farbfilter. Die Reihenfolge der einzelnen Farboptionen ist jedoch eigenwillig – Auszug: weiß, grau, beige, silberfarben, braun, schwarz, natur… Im Grunde lohnt sich die Verwendung des Farbfilters nur, wenn man eine spezielle Farbe wie beispielsweise „natur“ auswählen möchte und sich unsicher ist, wo im Farbspektrum entsprechende Produkte einsortiert wurden.

Qualität der Produktabbildungen
Beim Stöbern in der Auswahl ist es möglich, sich eine Schnellansicht mit Details zum Artikel in einem Layer anzeigen zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass die Shopping-Tour nicht verlassen werden muss, um sich vergrößerte Produktabbildungen und Details anzeigen zu lassen. Zuvor erhält man nämlich gar keine Informationen zum Artikel. Es wird kein Tool-Tipp angeboten, was den Stöberprozess auch eher stören würde. Demzufolge ist es umso wichtiger, dass die Produktabbildungen gut gewählt und aussagekräftig sind. Insgesamt ist dies gut gelungen. Ich habe jedoch ein schönes Beispiel gefunden, welches die Problematik ungeeigneter Bilder verdeutlicht.

Modell mit Schal

Haben Sie eine Idee, welcher Artikel sich hinter diesem Bild verbirgt, was Ihnen hier angeboten wird? Eine Jacke, die Hose oder die Tasche? Stimmt alles nicht. Es geht um den Schal!

Kleiderangebot für Männer und Frauen

Kleiderangebot für Männer und Frauen

Solche unpassenden Produktabbildungen sollten unbedingt vermieden werden, sonst verlieren die Nutzer leicht die Lust am Stöbern. Und eine weitere Schwierigkeit ist mir aufgefallen, da sehr viele Produkte zwar an einem Korpus jedoch nicht an einem Menschen abgebildet werden, ist es teilweise schwer zu erkennen, ob es sich um ein Kleidungsstück für Männer oder Frauen handelt. Einen entsprechenden Filter gibt es nicht und auch die Detailbeschreibung im Layer klärt die Frage meist nicht. Letztlich helfen nur die Größenangaben, um Männer- von Frauenbekleidung unterscheiden zu können oder der Klick auf die Produktdetailseite. Denn auch die Größenangaben sind sehr verschieden, mal handelt es sich um die normalen Konfektionsgrößen, dann sind es Hemd- oder Jeansgrößen.

Ich habe mir die Shopping-Tour vor ca. 2 Wochen angesehen und überlegt, darüber einen Beitrag zu schreiben. Als ich jetzt damit angefangen habe, musste ich feststellen, dass sich dieser Service hinsichtlich der Gestaltung und des Aufbaus verändert hat. Leider habe ich keine Screenshots von der vorherigen Version und ich kann auch nicht sicher einschätzen, ob die Veränderungen durch Optimierungen angestoßen wurden oder eine stetige Veränderung selbst das Ziel ist. Wird sicher interessant sein, die Shopping-Tour weiter zu beobachten.

Mein Gesamtfazit zum angebotenen Service lautet: Es handelt sich um eine nette Idee, die im Großen und Ganzen schön umgesetzt ist mit noch kleinen Schönheitsfehlern.

Aber wie schätzen Sie ein, welches Verkaufspotential haben solche Funktionen bzw. Anwendungen? Oder dient so etwas zurzeit noch rein dem Imagegewinn?

4 Gedanken zu „Shopping-Tour auf heine.de – Nur Spielerei?

  1. Pingback: 10 Lesetipps der Woche für Shopbetreiber » Von Ulrich Hafenbradl » shopbetreiber-blog.de

  2. Christoph Bechtel

    Danke für den Beitrag… als Nichtzielgruppe von Heine habe ich mir die Shopping-Tour auch mal angeschaut. Ich gebe Ihnen in allen Punkten Recht. Insbesondere die Suboptimalen Ganzfotos ohne konkreten Produktbezug stören etwas. Ich hatte erst vermutet, dass dieses Fotos so eine Art „Komplettstyling“ wären…

    Was mich aber eigentlich etwas irritiert hat ist, dass meine Erwartungshaltung nicht befiredigt wurde 🙂 Nachdem ich den aufwendigen Shoppingbereich so über den Monitor scrollte war ich begeistert von der Art der produktpräsentation. Meine Erwartung war nun, dass ich die Bild irgendwo hinziehen könnte….in einen Warenkorb, eine virtuelle Kleiderpuppe oder so… Also dass das Aufwändige Intro auch ähnlich aufwändige Folgen hätte. Hat es aber nicht. Man ist sofort in einem guter aber klassischen Produkteseite eines stinknormalen Shopppingsystems. Das hat mich dann enttäuscht. So etwas wiederum wertet das hochwertige Intro dann wieder (rückwirkend) zu einer reinen plakativen Show-Bühne ab. Viel Dampf um nichts…

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