User Centered Design im Unternehmen etablieren: Wie anfangen, anregen und überzeugen?

Die meisten Unternehmen, deren Produkte einen gewissen Komplexitätsgrad erreicht haben, sind heute mit dem Thema Usability schon in Kontakt gekommen. Einerseits werden mit fortschreitender Entwicklung die Funktionalitäten immer umfangreicher. Andererseits müssen diese auch schnell erlernbar und gut nutzbar sein. Die beste Technik wird dem Endkunden nicht zugänglich sein, wenn er sie nicht bedienen kann. Daher hat Usability in vielen Branchen einen hohen Stellenwert erhalten. Dieser neue Wettbewerbsfaktor ist oft, nicht immer, zu einem festen Bestandteil in der Produktentwicklung geworden. Ob Kaffeemaschine, Spielekonsole, MRT-Gerät oder Online-Shop: Kann der jeweilige Endkunde das Produkt nicht bedienen, hat dies negative Auswirkungen. Diese spiegeln sich zum Beispiel in den Abverkaufszahlen, der Kundenzufriedenheit, dem Aufwand für Betreuung/Serviceleistungen oder Sicherheitsmängeln wider.

Als Leser dieses Blogs können Sie diese Zusammenhänge sicherlich problemlos nachvollziehen. Vielleicht haben Sie in Ihrem Unternehmen aber auch schon vergeblich versucht, das Thema Usability/User Experience ein wenig fester zu verankern? Oder sehen Sie sich möglicherweise noch als Einzelkämpfer, weil Usability noch kaum eine Rolle in Ihrem Unternehmen spielt? Oder aber sind Sie sich gar nicht sicher, ob sich dies in Ihrem Fall lohnen würde?

Dann kennen Sie vielleicht Aussagen wie „Das ist viel zu teuer“ oder Entwickler die sagen „Das ist ganz einfach und logisch aufgebaut, das kann jeder bedienen“. Was tun, um das Gegenteil zu beweisen?

Um ein generelles Verständnis zu schaffen und das Thema überhaupt erst einmal ins Gespräch zu bringen, kann zum Beispiel eine „inhouse“ (im Unternehmen) durchgeführte Weiterbildung bzw. ein Seminar geeignet sein. Solch ein Seminar füllt je nach Bedarf ein bis zwei Tage und soll eine erste Annäherung an das Thema Usability/User Experience darstellen.

Praxis-Know-how und Fallbeispiele, die überzeugen
Holen Sie sich gestandene Praktiker ins Haus. UX Consultants können aus dem Tagesgeschehen berichten und somit Informationen und Beispiele aus erster Hand liefern. Dabei verbinden sie theoretische Grundlagen sinnvoll mit aktuellen Beispielen, so dass ein Verständnis für die Anwendungsbereiche und Wirkungen von Usability-Methoden hergestellt wird. Idealerweise können „echte“ Fallstudien gezeigt werden, die beispielsweise die Steigerung der Conversionrate im Zuge sinnvoll aufeinander abgestimmter Maßnahmen belegen. Auch sehr kritische Stimmen erkennen so den Nutzen der Einbeziehung des Endkunden in den verschiedenen Phasen der Entwicklung einer Anwendung.

Die unabhängige Meinung: Klare Sicht auf interne Prozesse
Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt es nicht zu sein: Man wird mit der Zeit ein bisschen „betriebsblind“. Deshalb kann es sehr wertvoll sein, eine Außensicht einzubeziehen, die unabhängig ist, hinterfragt und Augen öffnet. Zudem haben die Worte eines Außenstehenden manchmal mehr Gewicht als eine Anregung von innen. In einem Seminar zum Thema User Centered Design kann aufgezeigt werden, wie man es anpackt, etabliert und was man dafür tun muss.

Kurz und bündig – ohne lange Vorbereitung
Eine vor Ort stattfindende Weiterbildung erfordert wenig Aufwand. Wenn der passende Partner gefunden ist, müssen nur noch Themen abgestimmt, ein Raum gefunden und Teilnehmer eingeladen werden. Dadurch ist diese Form eines Erstkontaktes mit Usability sehr effizient.

Optimale Rahmenbedingungen – raus aus dem Alltag
Wenn Sie hin und wieder das Gefühl haben, dass Ihre Ideen nicht richtig Gehör finden, ist es an diesem Tag anders. Dadurch, dass Ort, Zeit und Inhalte vorher festgelegt werden, können Ablenkungen weitgehend vermieden werden. Alle Teilnehmer können sich fernab vom Alltagsgeschäft auf das neue Thema einlassen. Die Wirkung ist somit ungleich größer als bei Meetings im Rahmen üblicher Abläufe, welche möglicherweise einen anderen Fokus, andere Ziele und einen straffen Zeitplan haben. Ein Seminar gibt Gelegenheit, die neuen Vorschläge und Perspektiven in Ruhe zu durchdenken. Außerdem sitzen endlich einmal alle an einem Tisch. Unter solchen Bedingungen entstehen oft tolle Ideen und Ansätze, wirklich einmal etwas auszuprobieren oder umzusetzen.

Individuelle Ausrichtung für maximale Wirkung
Ein Inhouse-Seminar hat den großen Vorteil, dass dessen Ablauf und Inhalte zu 100 Prozent auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden können. Ziele, Themen und deren Verwirklichung orientieren sich ausschließlich an den jeweiligen Bedürfnissen der Teilnehmer. Dadurch ist sichergestellt, dass sich die Veranstaltung auch wirklich lohnt und der gewünschte „Effekt“ erzielt wird.

Usability im Rahmen eines Seminars oder Workshops im eigenen Unternehmen ins Gespräch zu bringen, hat also durchaus einige Vorteile. Vielleicht sind Sie schon ähnlich vorgegangen. Oder haben Sie andere Mittel und Wege gefunden, einen User Centered Design Prozess in Ihrem Unternehmen zu etablieren? Haben Sie Tipps für diejenigen, die noch „Überzeugungsarbeit“ leisten müssen?

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