Augmented Reality als Alltagshelfer: Der DHL Paketassistent

Kennen Sie das? Sie möchten ein Buch, eine DVD oder einen anderen Artikel als Paket verschicken, sind sich aber nicht sicher, welche Paketgröße die richtige ist? Die Folge: Sie versuchen, die Maße des Artikels abzuschätzen oder gar per Hand abzumessen. Mit diesen ungefähren Daten suchen Sie dann – egal ob vor Ort in einem Ladengeschäft oder möglicherweise über einen Online-Shop – nach der passenden Verpackungslösung. Und liegen häufig daneben.
Für genau solche Fälle bietet die Deutsche Post den DHL Paketassistenten: Eine Augmented Reality-Anwendung, mit deren Hilfe der Nutzer schnell und einfach die individuelle Paketgröße ermitteln kann. Wie das genau funktioniert, habe ich einmal selbst ausprobiert.

Die richtige Paketgröße ermitteln – so funktioniert´s

Zunächst besucht der Nutzer die DHL-Website und hat dort die Wahl zwischen einer Online-Version, die direkt im Browser läuft und einer downloadbaren Offline-Variante, die lokal installiert werden und auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann. Vom Funktionsumfang, der Bedienung und dem Aussehen her sind die beiden Versionen absolut identisch – daher beschreibe ich im Folgenden meine Erfahrungen mit der Online-Version. Bei beiden wird für die Nutzung eine Webcam vorausgesetzt.

Nach dem Starten der Anwendung wird – sofern die Webcam des Nutzers angeschlossen bzw. aktiv ist – das aktuelle Kamerabild live in der Anwendung gezeigt. Gleichzeitig wird der Nutzer auf der linken Bildschirmseite unter Schritt 1 „Vorbereitung“ dazu aufgefordert, eine Markierung auszudrucken. Wird diese Markierung bzw. das Blatt ins Kamerabild gehalten, wird darauf ein virtuelles Paket platziert.

In Schritt 2 kann die Markierung vom Nutzer nach Belieben verschoben werden: Solange die Markierung im Bild der Webcam ist, folgt das Paket den Bewegungen der Markierung in Echtzeit und perspektivisch korrekt. Die reale Umgebung des Nutzers wird also von einem virtuellen Paket überlagert. Auf Nutzerseite entsteht hierdurch das Gefühl, dass sich auf dem Schreibtisch ein echtes Paket befindet – mit dem auch interagiert werden kann, in dem es verschoben oder angehoben wird.

Noch intensiver wird das Nutzungserlebnis, wenn ein realer Gegenstand wie zum Beispiel ein Buch „in“ das Paket gelegt wird. Durch die Transparenz des virtuellen Pakets wirkt es, als ob sich das Buch tatsächlich im Paket befindet. Und genau an diesem Punkt steigt nicht nur der Spaßfaktor der Anwendung, sondern auch der Mehrwert: Denn nun kann sich der Nutzer über die rechte Bildschirmseite durch verschiedene Paketgrößen klicken und in Echtzeit herausfinden, welche Paketgröße sich für das auf dem Tisch liegende Buch am besten eignet (im oben gezeigten Beispiel ist „XS Extra Small“ offensichtlich eine Nummer zu klein). Hat der Nutzer die ideale Paketgröße ermittelt, kann er das Paket bei Bedarf auch direkt online aus der Anwendung heraus bestellen.

Augmented Reality kann nicht nur Spaß, sondern auch Sinn machen

Der DHL Paketassistent macht vor, dass es im Bereich Augmented Reality durchaus sehr sinnvolle (und nicht nur Spaß-machende) Anwendungen gibt, die Probleme im Alltag auf elegante und einfache Art und Weise lösen können. Durch die Überlagerung der realen Umgebung mit virtuellen Objekten (in diesem Fall Pakete) und der hohen Interaktivität der Anwendung, die auf das Nutzerverhalten in Echtzeit reagiert (beim Bewegen der Markierung auf dem Schreibtisch) steigt zudem das „involviert-Sein“ auf Nutzerseite – eine wesentliche Stärke von Augmented Reality-Anwendungen.

Kennen Sie weitere Beispiele, in denen Augmented Reality sinnvoll zum Einsatz kommt?

3 Gedanken zu „Augmented Reality als Alltagshelfer: Der DHL Paketassistent

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