Blogs sinnvoll zur Kundenbindung einsetzen – Fallbeispiel Obi „Selbstgemacht“-Blog

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Im Rahmen von Maßnahmen zur Umsatzsteigerung gibt es für Shop-Betreiber viele Hebel, an denen es zu stellen gilt. Blogs sind ein zunehmend beliebtes Mittel, um einige der Maßnahmen zu unterstützen. So ermöglicht ein Blog beispielsweise den direkten Dialog mit dem Kunden, der so sonst kaum möglich ist. Auch kann der Shop über einen Blog seine Kompetenz und Professionalität noch einmal in anderer Form unter Beweis stellen. Dies fördert das Vertrauen und das Ansehen des Anbieters. Natürlich kann ein Blog auch als Werbekanal fungieren und der Suchmaschinenoptimierung dienen. Ein wesentliches Ziel eines Blogs ist jedoch immer auch eine verstärkte Kundenbindung und dadurch letztendlich auch eine Umsatzsteigerung.

So auch im Beispiel von Obi. Der Baumarkt hat kürzlich einen Blog ins Leben gerufen, der den Kunden einen Austausch ermöglichen soll und dabei einen direkten Produktbezug hat.

Der Obi-Blog heißt „SELBSTGEMACHT!“ und ist überraschenderweise in die Website integriert. Wenn man den Blog über die Website erreicht, ist das auch nicht weiter problematisch. Wenn man jedoch wie ich über eine Suchmaschine einsteigt, ist die Orientierung zunächst nicht leicht, weil zwar der Header zu sehen ist, es aber keine Standortkennzeichnung gibt.

Aber zurück zum Blog. Dieser wirkt zunächst sehr einladend durch eine ansprechende Gestaltung und viele Fotos selbstkreierter Kunstwerke:

Startseite des Obi-Blogs

Startseite des Obi-Blogs

Kreativ werden mit Produkten von Obi

Dieser Blog dient der Inspiration der Kunden dahingehend, dass viele verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit den eigenen Fähigkeiten schöne und praktische Dinge zu schaffen. Jeder kann sein eigenes Werk präsentieren und bewerten lassen. Durch eine Beschreibung der Vorgehensweise und der verwendeten Materialien fühlt sich der Leser meist spontan selbst in der Lage, so etwas zu schaffen. Und das ist gut so, denn so steigt schließlich die Wahrscheinlichkeit, die nächste Obi-Filiale aufzurufen und die Idee nachzubauen. Durch den engen Produktbezug, gleichzeitig aber von Nutzern generierte Inhalte, ist damit ein ziemlich cleveres Werbemittel geschaffen worden. Ein bisschen „motiviert“ werden die Teilnehmer durch die Auslobung eines Gutscheins für die „Idee des Monats“.

Übersichtlicher Aufbau und hohes Stöberpotenzial

Der Blog ist zwar nicht ganz so gestaltet wie üblich, dies tut aber die Bedienbarkeit keinen Abbruch. Nicht komplette Beiträge, sondern stets nur das Bild, werden auf der Anfangsseite angezeigt. Dadurch wird der Fokus auf die fertigen Werke bzw. deren Fotos gelegt. Man blättert also wie durch Produkte durch die Seiten mit Fotos und schaut sich interessante Werke genauer an. Außerdem wurde eine Art Filterfunktion integriert, die es ermöglicht, die Ideen gezielter einzugrenzen:

Filtermöglichkeiten im Obi-Blog

Filtermöglichkeiten im Obi-Blog

Zwar ist hier die Verwechslung der beiden Buttons nicht ausgeschlossen, da Nutzer zum Bestätigen einer Aktion meist intuitiv unten rechts klicken, aber sinnvoll ist dieses Angebot allemal. Auch hoch bewertete oder oft kommentierte Beiträge sind über den rechten Seitenbereich direkt zugänglich.

Effektive Kundenbindung

Der „Selbstgemacht“-Blog macht insgesamt Spaß und liefert viele Ideen. Wer selbst einen Beitrag eingestellt hat, wird sicherlich auf den Blog zurückkommen, um Bewertungen und Kommentare zu lesen. Wer stöbern möchte oder Anregungen sucht, der findet immer neue Vorschläge und für verschiedene Bedarfe auch entsprechende Einträge. Wiederkehrer werden sich also sicherlich leicht finden. Entsprechend der Masse des Contents wird vielleicht irgendwann eine Stichwortsuche relevant. Um noch mehr zum Stöbern einzuladen, könnte über andere Darstellungsweisen der Bilder nachgedacht werden. Aber auch jetzt schon ist dieser Blog ein positives Beispiel für Kundenbindung mit hohem Werbepotenzial.

Welchen Fokus ein (Kunden-)Blog setzt, sollte bestenfalls schon im Vorfeld entschieden werden. Nicht jede Zielgruppe hat die gleichen Wünsche und nicht jedes Produkt lässt sich über einen Blog gleich gut in Szene setzen. Ist jedoch die Zielsetzung klar definiert, bieten sich viele interessante Möglichkeiten mit einem positiven Effekt auf den eigentlichen Online-Shop.

8 Kommentare zu „Blogs sinnvoll zur Kundenbindung einsetzen – Fallbeispiel Obi „Selbstgemacht“-Blog

  1. Tanja

    Blogs sind auf dem Vormarsch keine Frage, aber der Sinn dieser „Übung“ sei mal dahin gestellt. Natürlich kann der Kunde hier nun seine Meinung äußern, aber dies könnte man doch auch im jeweiligen Shop gleich mit einbinden. Ich denke, dass ist wieder eine weitere Maßnahme um Google zu gefallen, die einen dann gleich mal wieder höher werten. Im Grunde dreht sich doch alles nur noch darum, was Google gefällt.

  2. Eddy

    Für kleine Unternehmen ist es sehr schwierig einen Blog erfolgreich zu betreiben. Es gehört schließlich nicht zum Tagesgeschäft. Ich denke es zahlt sich schon aus, dass der Blog dauerhaft mit Inhalten gefüllt wird.

  3. Dorothea

    Ich finde es sehr sinnvoll einen Blog zu betreiben. Allerdings sollte das Projekt gut durchdacht sein! Das oben genannte Beispiel an OBI finde ich sehr gut gelungen. Regelmäßig gefüllt bringt es viele Besucher auf die Seite und in weiterer Folge Kunden.

  4. Jan

    Was mich am OBI-Blog wirklich überrascht, ist der fehlende RSS-Feed und die fehlende Anbindung an das Shopangebot. Ansonsten jedoch ist der Blog eine großartige und gut umgesetzte Idee.

  5. Ralph

    @Tanja: Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass an dem gesamten Webprojekt zwei unterschiedliche Teams arbeiten. Eins für die „klassische“ Website und das andere Team für den Weblog. Für dieses Vorgehen hätte ich sogar Verständnis. Ob der extra Weblog ausschließlich für Google angeboten und betrieben wird, kann ich nicht beantworten. Diese Sichtweise greift nach meinem Verständnis zu kurz.

    @Eddy: Doch! Genau für kleine Unternehmen würde sich ein zielgruppenorientierter Weblog lohnen. Wichtig ist eine funktionierende Zusammenarbeit mit einem Weblog-Pfleger. Vor allem den zweiten Aspekt finde ich als die Herausforderung für einen Weblog.

    @Jan: Vielleicht will man erst einmal die Redaktion seiner Weblog-Leser abwarten und beide angesprochenen Punkte in naher Zukunft umsetzen.

    Zu dem Beitrag an sich: Mich lädt er nicht zum verwählen ein. Das Webdesign wirkt blass und langweilig sowie mit ohne Spannung. Schade, denn die zu Grunde liegende Idee finde ich mittel- bis langfristig sehr gut.

    Aus eigenem Anliegen heraus frage ich mich: Warum ist ein Weblog, welcher in die eigene Website integrierte ist, weniger sinnvoll? Im Beitrag vermittelt diese Äußerung:“ist überraschenderweise in die Website integriert“ einen merkwürdigen Beigeschmack. Ich selbst habe diese Umsetzung ebenfalls vor. Aus diesem Grund frage ich nach und bin auf die Antwort gespannt.

  6. Elske Ludewig

    Hallo Ralph, vielen Dank für Ihre interessanten Anmerkungen.
    Über das Design des Blogs möchte ich nur ungern in eine Diskussion treten. Es muss der Zielgruppe gefallen, in gewisser Weise zur Marke „Obi“ passen, die Bedienbarkeit sinnvoll unterstützen, etc.
    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Blog in die Website integriert ist, weil die Verlinkung m.E. nicht unbedingt dafür spricht. Zudem findet man den Blog weder über die Navigation, noch ist er in der Sitemap aufgeführt. Meine Erwartung war auch davon geprägt, dass viele andere erfolgreiche Blogs losgelöst vom Online-Shop betrieben werden. Ich denke, ein Argument für die Ausgliederung ist, dass der Nutzer ja in einem Blog auf einer anderen Ebene angesprochen werden soll bzw. die Art der Kommunikation eine andere ist. Der „räumliche“ Abstand kann dies bestärken/vereinfachen.
    Wir oben erwähnt, finde ich eine Einbindung in den Shop jedoch zunächst nicht problematisch, solange man nicht die Orientierung verliert. Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht dafür, den Blog in die Website zu integrieren?

  7. Daniel

    Hallo vielen Dank für den tollen Artikel. Gibt es eine Schwelle (Unternehmensgröße) erst nach deren Überschreitung die Führung eines Blogs sinnvoll ist? Oder halten Sie einen Blog immer für sinnvoll, solange es zeitlich machbar ist?

  8. Elske Ludewig

    Hallo Daniel,
    die Unternehmensgröße halte ich nur sehr begrenzt für ein sinnvolles Entscheidungskriterium. Wichtig ist, sich genau zu überlegen, welche Ziele mit dem Blog verfolgt werden sollen und ob die relevante Zielgruppe über dieses Medium zu erreichen ist. Wie Sie schon angedeutet haben, ist das Befüllen und Pflegen des Blogs auch ein Zeitfaktor, den es zu berücksichtigen gilt. Denn halbherzig geschriebene Artikel, eine lieblos gestaltete Oberfläche oder rein werbliche Hinweise können schnell einen negativen Effekt haben und bei den Lesern bspw. eher Enttäuschung auslösen. Es sollte ein durchdachtes Konzept für den Blog geben und am besten einen zentralen Ansprechpartner, also einen Zuständigen für den Blog, der sich für die Qualitätssicherung und Pflege verantwortlich fühlt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann ein Blog ein sehr wertvolles Mittel zur Kundenbindung und vor allem zur direkten Kommunikation sein. Denn durch die persönliche Ansprache und das unmittelbare Feedback kann mit der Zielgruppe direkt (und permanent) in Kontakt getreten und so wertvolle Insights gewonnen werden.

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