Mobile Shopping: Riesenpotential mit Hindernissen

Aktuell besitzen 11% der Deutschen, also rund 9 Millionen, ein Smartphone. In weniger als zwei Jahren wird sich diese Zahl verdoppelt haben: 2012 werden 22% der Deutschen ein Smartphone besitzen. Dies prognostiziert die von TNS Infratest und Trendbüro für Google und Otto Group im Sommer 2010 durchgeführte Studie GO SMART 2012.

Mit der stark zunehmenden Verbreitung von Smartphones steigt auch die mobile Internetnutzung – und das Potential von Mobile Shopping. Doch welche Chancen bietet mobiles Shopping tatsächlich? Welche Hürden gibt es?

Die Studie macht dies anhand der sogenannten „Smart-Natives“ deutlich. Eine Gruppe von Smartphone-Nutzern, die sich schon heute durch eine hohe Nutzungsintensität und Internetaffinität auszeichnet und die immer größer wird. Zum Vergleich: Der Anteil der Deutschen, die das stationäre Internet intensiv nutzen, wächst laut der Studie in den nächsten zwei Jahren um 39%. Der Anteil an Intensivnutzern von mobilem Internet über das Smartphone wird um 83% anschwellen. Damit wird 2012 jeder zehnte Deutsche das mobile Internet täglich nutzen. Denn auch die (noch) „Nicht-Smartphone-Besitzer“ werden aufgrund des zunehmenden Angebots an iPhone, Android & Co. zukünftig ein Smartphone ihr Eigen nennen.

Dass der Trend dabei bereits heute zunehmend in Richtung Mobile Commerce geht, zeigen die Zahlen: 22% aller Smartphone-Besitzer nutzen das Internet mobil, um sich konkrete Produktinformationen zu beschaffen – bei den „Smart-Natives“ sind es schon 47%. Auch zum Vergleichen von Preisen nutzt inzwischen jeder Dritte „Smart-Native“ sein mobiles Gerät.

Trotz dieses eindeutigen Trends wird mobiles Shopping nach wie vor durch diverse Faktoren erschwert, allen voran eine mangelnde Usability und ein unzureichendes Nutzungserlebnis. Viele Websites sind noch nicht für die mobile Nutzung optimiert und die Bedienung via Touchscreen ist nicht problemlos möglich. Und auch Apps mangelt es in der Praxis häufig an einfacher Handhabung und dem passenden Bezug zum Nutzungskontext. Denn der mobile Mehrwert entsteht nur dann, wenn Zeitpunkt und Ort des Nutzers in das Kauferlebnis mit einbezogen werden. Der Nutzer muss einen Anreiz bekommen, sich nicht nur mobil über Produkte zu informieren, sondern die Produkte auch tatsächlich zu kaufen. Dies kann geschehen, indem beispielsweise gerätespezifische Eigenschaften wie GPS-Lokalisierung für Location-Based-Services oder Augmented Reality-Anwendungen genutzt werden.

Auch in punkto Kaufprozess zählt für den Smartphone-Nutzer vor allem eins: Ein schlanker und schneller Checkout-Prozess mit einfachem und transparentem Bezahlsystem. Zudem erwartet der Nutzer auch nach dem Kauf via Smartphone, seine Bestellung verfolgen und sich somit jederzeit und von überall aus über deren Status informieren zu können.

Die Studie von TNS Infratest und Trendbüro, GO SMART 2012, kommt zu dem Schluss, dass unter den Smartphone-Nutzern längst noch nicht jeder mobil shoppt. Der Trend zeigt jedoch, dass die Gruppe der Smartphone-Nutzer nicht nur größer wird, sondern auch zunehmend Mobile Shopping-Angebote fordert – und diese nutzt, wenn die User Experience stimmt.

3 Gedanken zu „Mobile Shopping: Riesenpotential mit Hindernissen

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  2. Thomas Dorloff

    Smartphones sind super, um z.B. mit dem Barcode-Scanner Medienbrüche zu verkürzen. Wenn Print-Werbung mit Sema-Codes kombiniert wird, kann der Nutzer direkt von der Couch oder unterwegs das entsprechende Produkt aufrufen und kaufen, ohne erst einen Computer aufsuchen und starten zu müssen, um sich dann noch mühsam auf die Suche nach dem gewünschten Produkt zu machen. Ein echter Mehrwert.

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  3. Pingback: Mobile Commerce: Wie Online-Händler vom Smartphone-Boom profitieren können :: deutsche-startups.de

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