Zwingende Anforderungen an eine Website – wie erfahren?

Bei der Begutachtung des eigenen Webauftritts gibt es mehrere Seitentypen, wo man sich zu fragen beginnt: Braucht das der Nutzer eigentlich alles? Welches sind die wichtigsten Informationen, die hier notwendig sind? Was muss mit höchster Priorität ganz nach oben auf die Seite? Und: Fehlt da vielleicht noch etwas ganz Entscheidendes?

Geht es Ihnen auch so? Allerdings fällt es einem zumeist schwer, sich in die Nutzer hineinzuversetzen und deren Lage, ihr Vorwissen und ihre Ansprüche richtig zu erfassen. Man ist betriebsblind und selbst zu sehr in der Materie gefangen, um es objektiv von außen beurteilen zu können.

Um diese Fragen zu klären macht es dann natürlich Sinn, Personen aus der Zielgruppe der Website zu befragen, was sie sich denn eigentlich wünschen. Eine solche Anforderungsanalyse kann man über ein Online-Panel durchführen lassen. Eine Methode, die wir zur Abfrage von Seitenelementen oder Funktionen schon seit langem einsetzen, ist die KANO-Analyse. So identifizieren wir Basis-, Leistungs- und Begeisterungsfaktoren und können also entscheiden, was ist zwingend notwendig (beispielsweise auf einer Artikeldetailseite eines Online-Shops die Bezeichnung des Artikels), was sollte vorhanden sein (z.B. ein Bild aus mehreren Perspektiven, je besser umgesetzt, desto besser) und was begeistert den Kunden (vielleicht eine frei drehbare 3D-Animation des Artikels).

So kann der Betreiber der Website, wie im Beispiel für einen Online-Shop dargestellt, entscheiden, wie er seine Seite gestalten muss, worin er investieren muss und womit er seine Nutzer begeistern kann. Denn auch aus dem Block der Begeisterungsfaktoren sollte die eine oder andere Funktion herausgepickt werden, um die Nutzer auch tatsächlich zu bannen und zum wiederkommen zu reizen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn die Basis- und Leistungsfaktoren abgedeckt sind, diesen sollte man sich selbstverständlich zuerst widmen.
Die mögliche Entwicklung von Begeisterungsfaktoren im Zeitverlauf hat Thorsten Wilhelm sehr schön in seinem Beitrag „Der Keks zum Kaffee“ beschrieben.

Die Methode ist natürlich auf jederlei Untersuchungsobjekte übertragbar, z.B. eine Software oder eine mobile Anwendung. Wichtig ist es, gezielt Personen aus der relevanten Zielgruppe anzusprechen und deren Meinung einzuholen. Dies ist sehr einfach über ein Panel möglich, das die vorherige Selektion erlaubt, um z.B. sportbegeisterte Personen zu befragen, wenn es um einen Sportgerätehersteller geht.

Ein Gedanke zu „Zwingende Anforderungen an eine Website – wie erfahren?

  1. Pingback: Top-Themen im Dezember 2010: Anforderungsanalyse, Produktbewertungen über Schlagworte und „Abbrecher-Rückgewinnung“ | usabilityblog

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