Werbung in iPhone-Apps: Den Nutzer nicht nerven, sondern begeistern!

Bis 2012 wird fast jeder vierte Deutsche ein Smartphone besitzen. Dies prognostiziert die 2010 von TNS Infratest und Trendbüro durchgeführte Studie GO SMART 2012.

Weil iPhone, Android & Co. immer beliebter werden, steigt auch die Nutzung von Apps – und damit das Potential von Mobile Advertising. Doch gerade vor dem Hintergrund der steigenden Nutzungszahlen von Smartphone-Apps stellt sich die Frage: Wie wirkt Werbung in iPhone-Apps überhaupt auf den Nutzer?

Zunächst sollte berücksichtigt werden, dass der Bildschirm mobiler Endgeräte deutlich kleiner ist. Damit ist nicht nur der Platz für Werbung begrenzt, sondern es besteht die Gefahr, dass sich der Nutzer noch schneller als im stationären Internet von Werbeinhalten genervt fühlt. Im schlimmsten Fall kann der Nutzer die gerade ausgeführte App nicht mehr nutzen und beendet diese verärgert (z.B. wenn sich ein Werbelayer nicht schließen lässt).

Dem Nutzer die Kontrolle lassen

Bei Werbung innerhalb von iPhone-Apps ist es daher umso wichtiger, dass wenn Werbung eingeblendet wird, nicht nur passende, kontextrelevante Werbeinhalte angezeigt werden, sondern dass der Nutzer jederzeit die Kontrolle über die angezeigte Werbung behält und diese bei Bedarf ausblenden kann. Zudem sollte die eigentliche App durch die Einblendung von Werbeinhalten niemals verlassen bzw. beendet werden. So ist es bei iPhone-Apps häufig der Fall, dass der Nutzer nach Antippen eines Werbebanners komplett aus der App geschmissen wird und sich auf einmal im Webbrowser des iPhones wiederfindet (hier wird dann beispielsweise eine mobile Landingpage aufgerufen). Um zur App zurückzugelangen, muss der Nutzer zunächst den Browser schließen und die App erneut starten – was insbesondere dann ärgerlich ist, wenn die App komplett neu gestartet wird, da der Nutzer dann selbstständig bis zum vorher betrachteten Menüpunkt, gelesenen Artikel oder erspielten Level zurückkehren oder besser gesagt, zurückfinden muss.

Werbebanner in der Sport1-iPhone-App

Die obenstehende Abbildung zeigt die Sport1-iPhone-App. Hier werden Werbebanner am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Tippt der Nutzer die Werbefläche an, erscheint zunächst eine Ladestatusanzeige innerhalb der App (positiv, denn hier wird eine wesentliche Gestaltungsrichtlinie für iPhone-Apps berücksichtigt). Anschließend wird eine mobile Landingpage direkt innerhalb der App aufgerufen, über die der Nutzer das entsprechende Angebot des Anbieters (mydays) einsehen und nutzen kann. Dabei kann er über den oben links eingeblendeten und von anderen Apps sowie aus dem iPhone-Betriebssystem bekannten Zurück-Button jederzeit einen Schritt zurück gehen und somit eigentlichen Inhalte der App wieder aufrufen. Die App wird zu keinem Zeitpunkt verlassen oder geschlossen.

Nicht nerven, sondern begeistern!

Um es auf den Punkt zu bringen: Gerade im mobilen Nutzungskontext sollte der Nutzer nicht von (unpassender) Werbung genervt werden. Um das App-Nutzungserlebnis nicht negativ zu beeinträchtigen, sollte beim Einsatz von App-Werbung darauf geachtet werden, dass diese kontextbezogen erfolgt und der Nutzer permanent die Kontrolle über die angezeigten Werbeinhalte behält. Der Nutzer sollte jederzeit die Möglichkeit haben, die Werbung auszublenden – falls er dies möchte oder ihn die Werbung nicht anspricht.

Idealerweise schafft es die Werbung beim Nutzer – beispielsweise über das Ansprechen gerätespezifischer Eigenschaften des Smartphones wie z.B. Nutzung des Lagerungssensors, Location-based Services oder Ausreizen des Multitouch-Displays – eine begeisternde Wirkung auszulösen.

An dieser Stelle zum Abschluss ein Positivbeispiel in Form eines Videos:

Das Video zeigt das Werbekonzept iAds von Apple, das vor kurzem auch auf dem deutschen Markt gestartet ist. Auch wenn iAds ein Thema für sich ist, das wir auch hier im Blog weiter verfolgen werden, zeigt das Beispiel, wie (gute) Werbung auf mobilen Geräten wie dem iPhone oder auch anderen Plattformen aussehen kann: Kontextbezogen in die App integriert, ohne den Zwang, die App verlassen zu müssen, jederzeit ausblendbar, interaktiv und inklusive der Nutzung gerätespezifischer Funktionen.

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