Die Zukunft von Facebook & Co? Wie sich das Gesicht sozialer Netzwerke an neue Kommunikationsformen anpasst

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Studien belegen, dass die Nutzung von Communities im Internet stark verbreitet ist. In der JIM-Studie 2010 beispielsweise wurden Zahlen veröffentlicht, nach denen 71% der Jugendlichen (12-19Jahre) mindestens mehrmals pro Woche entsprechende Plattformen aufsuchen, 84% zumindest gelegentlich. Der wichtigste Nutzungsanlass ist dabei die Kommunikation untereinander.

Immer mehr wird dabei die Selbstdarstellung zur Kommunikationsform und die Zahl der Freunde zum Statussymbol.

Wie aber richten sich die Communities auf dieses Verhalten der Jugendlichen ein? Kommen sie ihnen in ihrer Kommunikationsweise entgegen?

Schaut man sich die Netzwerke Xing, Facebook, SchülerVZ und Myspace einmal an, so ist überall der Trend zur Selbstdarstellung festzustellen. Kommuniziert wird häufig über Statusmeldungen, die wiederum von anderen kommentiert werden können. Ein Großteil der Kommunikation läuft zudem in öffentlichen Bereichen ab, die auch für andere Nutzer der Plattform zugänglich sind. Soweit wohl nicht mehr ungewöhnlich und auch von Erwachsenen rege genutzt.

Eine weitergehende Entwicklung ist allerdings bei Myspace zu beobachten, das sich nach eigenen Angaben durch den Relaunch Ende letzten Jahres verstärkt auf jüngere Nutzer fokussiert.

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Zum einen erfolgt in den meisten Myspace-Profilen eine starke Individualisierung der graphischen Gestaltung des eigenen Profils. Durch verschiedene verfügbare Designs wird es sehr leicht gemacht, sich visuell selbst darzustellen, und so z.B. den eigenen Stil und die Interessen zusätzlich zu verdeutlichen.

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Zum anderen wird man für das Posten und Verlinken von Inhalten und andere Aktivitäten mit Awards belohnt. Dadurch erhält die Nutzung einen spielerischen Charakter. Gleichzeitig wird aber auch eine Kommunikation und Vernetzung quasi als Selbstzweck gefördert.

Außerdem erhält man bei Myspace als Neuling sofort das Gefühl, mitten drin und eingebunden zu sein, Verknüpfungen entstehen fast von selbst. Vor einer leeren Profilseite sitzt man bei Myspace von Beginn an nicht.

Diese Eigenheiten mögen viele abschrecken, vielleicht ist es aber genau die Art der Kommunikation, die heutige Jugendliche anspricht. Spiegelt sich hier ein Trend wieder, der ein Vorbote dafür ist, wie sich die hier verbreiteten sozialen Netze entwickeln werden? Oder hat sich Myspace damit in eine Sackgasse manövriert, die nun dauerhaft dazu führt, dass das Portal an Marktanteilen verliert? Was erwarten Sie bezüglich dieser von Myspace gesetzten Trends für die Zukunft von Facebook, StudiVZ und Co?

Ich denke, dass diese Entwicklung es auf jeden Fall wert ist, im Auge behalten zu werden. Die stetig wachsende Onlinekommunikation heranwachsender Generationen spricht zumindest dafür, dass man deren Kommunikationsbedürfnisse für zukünftige Entwicklungen kennen sollte.

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