Erst blättern, dann klicken – Wie der Direktbestellschein zur Brücke zwischen Katalog und Onlineshop werden kann

Gehören Sie auch zu den Leuten, die zwar gerne im Internet etwas bestellen, vorher aber gerne auch mal gemütlich auf der Couch Kataloge wälzen? Wenn ja, dann sind Sie in guter Gesellschaft. Eine Studie des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) zeigt – zwei Drittel aller Befragten, die schon einmal online etwas online bestellt haben, haben sich zuvor im Katalog über den Artikel informiert. Ein gut umgesetzter und integrierter Direktbestellschein kann hier eine wertvolle Brücke zwischen Katalog und Onlineshop schlagen.

Warum der Direktbestellschein so eine Herausforderung ist

Dazu muss man sich zunächst einmal überlegen, warum die Kunden überhaupt den Onlineshop aufsuchen, wenn sie doch schon in den Katalog geschaut haben. Wäre es nicht einfacher, direkt den Bestellschein im Katalog auszufüllen oder die Bestellhotline anzurufen, wenn man etwas Passendes gefunden hat? Im Prinzip schon, könnte man meinen. Allerdings nur dann, wenn der Kunde sich nach der Katalogrecherche sicher ist, dass er zu allen ausgewählten Produkten alle Informationen hat, die er benötigt, um guten Gewissens eine Kaufentscheidung zu treffen. Wer selbst schon einmal im Katalog gestöbert hat wird wahrscheinlich bestätigen, dass das nicht immer unbedingt der Fall ist. Oftmals möchte man sich die Jeans oder die Schuhe doch noch einmal online anschauen (z.B. in verschiedenen Perspektiven) oder Bewertungen anderer Kunden lesen und seine Entscheidung dadurch absichern.

Der Direktbestellschein ist also kein Feature für Katalogkunden, die keine Lust haben, die Bestellhotline anzurufen – vielmehr sollte er ein Zusatzangebot für diejenigen sein, die sowohl den Katalog als auch den Onlineshop nutzen, um eine Kaufentscheidung vorzubereiten.

Idealerweise sollte der Kunde im Onlineshop demnach die Möglichkeit haben, diejenigen Produkte in den Bestellschein einzutragen, die er bereits nach der ersten Katalogrecherche sicher bestellen möchte. Andererseits sollte er aber im Anschluss problemlos andere Produkte genauer anschauen und sich informieren können. Die Herausforderung für die Gestaltung von Direktbestellscheinen ist also, den Bestellschein so in den Onlineshop zu integrieren, dass er den Kunden beim medienübergreifenden Shopping unterstützt. Hier einige Beispiele, die verdeutlichen, was dabei im Detail wichtig ist:

Funktion sichtbar machen und erläutern – Den Bestellschein finden

Der Direktbestellschein sollte dem Nutzer immer zugänglich sein. Dies ermöglicht ihm, auch zwischendurch noch einen Artikel nachzutragen (wenn er etwas vergessen hat und sich). Die Metanavigation würde sich hier besonders für die Unterbringung des Links anbieten. Darüber hinaus ist wahrscheinlich nicht allen Kunden diese Funktion überhaupt bekannt. Daher sollte erläutert werden, welche Funktion sich hinter dem Link zum Bestellschein verbirgt. Auf heine.de wird dem Nutzer direkt per Mouseover die Funktion des Bestellscheins näher gebracht – ohne dass der Nutzern den Link anklicken muss, um selbst zu sehen, was sich dahinter verbirgt.

Erläuterung der Funktion „Direkt bestellen“ auf heine.de

Erläuterung der Funktion „Direkt bestellen“ auf heine.de

Anschaulich gestalten und Fehlervermeidung unterstützen – Den Bestellschein nutzen

Wenn der Nutzer eine Bestellnummer aus dem Katalog direkt eingibt, können sich schnell Zahlendreher oder Tippfehler einschleichen. Wenn die „falsche“ Artikelnummer im System ebenfalls vorhanden ist, merkt der Nutzer ggf. erst spät (oder schlimmstenfalls gar nicht), dass er Fehler bei der Eingabe gemacht hat. Sobald der Nutzer die Bestellnummer eingegeben hat, sollte der ausgewählte Artikel daher immer als Thumbnail abgebildet werden, wie z.B. bei elegance.de. Dies bietet auch einen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem Bestellschein im Katalog, der diese Kontrolloption nicht bietet.

Direktbestellschein auf elegance.de - Foto des Artikels erscheint nach Eingabe der Artikelnummer

Direktbestellschein auf elegance.de - Foto des Artikels erscheint nach Eingabe der Artikelnummer

Darüber hinaus wird in diesem Beispiel ebenfalls sehr gut visualisiert, wo man einen Artikel wieder löschen kann und ob er lieferbar ist.

Weitershoppen unkompliziert ermöglichen – den Bestellschein verlassen

Nachdem der Kunde alle Artikelnummern eingegeben hat, sollte er sich unkompliziert weiter im Shop umsehen können, um sich ggf. über weitere Produkte zu informieren. Es muss gewährleistet (und für den Nutzer ersichtlich) sein, dass die Produkte auf dem Bestellschein nicht verloren gehen. Eine Möglichkeit der Umsetzung findet sich dabei auf conleys.de. Sobald der Nutzer seine Artikelnummer (oben) eingegeben hat, wird der Artikel direkt in den Warenkorb gelegt. Dieser öffnet sich in der gleichen Ansicht, sodass z.B. Anzahl oder Farbe geändert werden können. In den meisten Shops muss der Artikel derzeit noch vom Bestellschein mit einem weiteren Klick in den Warenkorb gelegt werden. Die Lösung von conleys.de zeigt hier, dass dieser Klick nicht unbedingt notwendig ist.

Zudem hat der Nutzer die Möglichkeit, den Artikel zusätzlich auf die Merkliste zu setzen. Über „weiter shoppen“ gelangt er wieder auf Startseite des Shops von wo aus er dann nach anderen Produkten suchen kann. Wahlweise kann er auch einfach zur Kasse gehen und die Bestellung somit abschließen. In diesem Fall werden also denkbaren Optionen auf einen Blick geboten und der Nutzer kann fortfahren, ohne dass ein Artikel verloren geht.

Direktbestellschein auf conleys.de

Direktbestellschein auf conleys.de

Fazit

Direktbestellscheine können unter Berücksichtigung weniger Aspekte intuitiv und nutzerfreundlich gestaltet werden – zudem empfiehlt sich hier auch z.B. eine Evaluation durch einen Usability-Test. Gut gestaltete Direktbestellscheine bieten für diejenigen einen besonderen Service, die sich gerne vor einer Online-Bestellung im Katalog informieren – und damit für einen großen Teil der Kunden. Wenn der Bestellschein sich gut in das Gesamtkonzept des Shops einfügt, ermöglicht er eine medienübergreifende Vorbereitung und Abwicklung der Bestellung. Auch diejenigen, die den Onlineshop ansonsten eher als zusätzliche Informationsquelle für ausgewählte Artikel aus dem Katalog nutzen, können so animiert werden, auch online zu stöbern und sich inspirieren zu lassen.

2 Gedanken zu „Erst blättern, dann klicken – Wie der Direktbestellschein zur Brücke zwischen Katalog und Onlineshop werden kann

  1. Saskia

    Ich finde sie haben das sehr schön in ihrem Artikel dargestellt und viele besondere Dinge herausgehoben. Ich denke es ist wichtig das jeder Shop eine Bestellung per Bestellschein möglich macht für vor allem alte Leute, die keinen INternetzugang haben, aber auch die Online-Shopping Möglichkeit sollte jeder haben, denn nur so kann man eine große Altersspanne erreichen!
    Die Kundenbindung ist in jeder Branche wichtig und wird meist durch den Kauf und das stöbern der Kunden vollbracht, denn nur so werden die Kunden aufmerksam. 🙂

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