Usability-Labs bei Apps – so schauen wir bei eResult Nutzern über die Schulter

Wissen Sie eigentlich, wie mobile Websites und Applikationen (Apps) getestet werden? Eine Möglichkeit ist der Mobile Usability-Test im Labor. Doch wie sollte das ideale Test-Setup bei iPhone, iPad, Android & Co. aussehen? Welche Besonderheiten gibt es im Gegensatz zum klassischen, nutzerbasierten Usability-Test auf einem stationären Computer? Die Antwort liefert Ihnen dieser Beitrag, bei dem Sie auch mal in das Mobile Usability-Lab von eResult reinschauen können.

Mobile Usability-Test bei eResult – mobil in zweierlei Hinsicht

Egal ob an unseren drei Standorten Göttingen, Frankfurt und Hamburg oder aber auch an jedem beliebigen Ort in unserem mobilen Usability-Lab: Das Testen von mobilen Websites und Applikationen (Apps) direkt auf dem mobilen Endgerät ist überall möglich. Daher ist „Mobile Usability-Test“ tatsächlich zweideutig zu verstehen.

Bei einem Mobile Usability-Test im Labor ist es möglich, den Nutzer während dem Umgang mit einer App oder einer mobilen Website zu beobachten und Usability-Schwächen aufzudecken. Doch gerade weil es sich bei einem iPhone, iPad oder Android-Smartphone um ein mobiles Gerät handelt, ist der Nutzer dazu geneigt, das Gerät während der Bedienung in der Hand zu halten und dabei zu bewegen. Dieses natürliche Verhalten führt dazu, dass die Übertragung und Aufzeichnung des Displayinhaltes deutlich anspruchsvoller ist als beim Testen einer Website an einem stationären PC oder Mac.

Das Test-Setup mit einer Mobile Cam

Es gibt viele verschiedene Lösungen, um der oben genannten Problematik gerecht zu werden. Martin Beschnitt stellt drei davon in seinem Blogbeitrag „Mobile Usability-Tests: Was sollte man beachten?“ anschaulich vor. Im Praxiseinsatz bei eResult hat sich vor allen Dingen das Test-Setup mit einer Mobile Cam – oder auch Dokumentenkamera – bewährt:

Smartphone-Test

Das oben stehende Foto zeigt das Test-Setup bei einem Mobile Usability-Test im Labor von eResult. Dabei wird eine realistische Nutzungssituation hergestellt, denn der Nutzer kann während der gesamten Nutzung das Gerät ganz natürlich und frei in der Hand halten. Lediglich eine Tischmarkierung zeigt ungefähr an, in welcher Zone das Gerät bewegt werden sollte. Die Mobile Cam (Dokumentenkamera) ist von oben auf das Gerät gerichtet – ohne die Testperson zu stören oder ihr Blickfeld auf das Display zu beeinträchtigen. Zudem werden Gestik und Mimik des Nutzers über eine zweite Kamera, die auf dem Tisch steht, in den Beobachtungsraum übertragen und zusammen mit dem von der Mobile Cam erfassten Displayinhalt Bild-in-Bild aufgezeichnet.

Neben der Testperson sitzt der Interviewleiter mit einem kleinen Kontroll-Monitor, über den er das Live-Bild der Mobile Cam verfolgen kann. Sofern die Testperson das Endgerät aus dem Erfassungsbereich der Mobile Cam bewegt oder beispielsweise das Display neigt, kann der Interviewleiter sofort darauf reagieren und via Kamera-Fernbedienung den Bildschirmausschnitt nachjustieren (z.B. Zoomen). Auch Helligkeit und Kontrast können vom Interviewleiter jederzeit via Fernbedienung angepasst werden – wobei unsere Hochleistungskamera mit ihrer Autofokusfunktion und dem dynamischen Nachregeln von Helligkeit und Kontrast erfahrungsgemäß automatisch dafür sorgt, dass das Kamerabild optimal ist.

Professionelles Test-Setup + Experten-Know-how

Unabhängig davon, ob der Testgegenstand eine iPhone-App, eine Website auf dem iPad oder eine Android-Anwendung ist: Die Mobile Cam ist ein essentieller Baustein für qualitativ hochwertige Mobile Usability-Tests im Labor. Kombiniert mit dem fachlichen und methodischen Know-how sowie der langjährigen Erfahrung unserer Usability-Experten und -Berater – insbesondere im Bereich Mobile – lassen sich mobile Dienste und Anwendungen professionell und unter realistischen Nutzungsbedingungen testen.

3 Gedanken zu „Usability-Labs bei Apps – so schauen wir bei eResult Nutzern über die Schulter

  1. Sven

    Noch einfacher gehts mit einer Kompakt-Videokamera mit Digitalzoom.
    Man stellt sich mit etwas Abstand(!) schräg hinter die Testperson und filmt das Smartphone und die Hand der Testperson.
    Vorteil: Die Testperson kann sich frei bewegen, oder z.B.: auch in einem Sessel oder im Zug sitzen und das Smartphone also wie gewohnt bedienen und halten. Dies trägt dazu bei, dass die Testpersonen kaum Notiz vom Tester nehmen, der mit der Kamera von hinten filmt. So wird das Wohlbefinden der Testperson gesteigert und das Smartphone wird automatisch wie gewohnt benutzt.
    Es hilft, Mobile Apps dort zu testen, wo sie meist benutzt werden: Unterwegs. So lassen sich in der Praxis auftretende Usabilityprobleme leichter entdecken.

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  2. Elske Ludewig

    Hallo Sven, vielen Dank für den Kommentar. Ich sehe das ähnlich, dass man bestimmte Anwendungen nur „unterwegs“ testen kann und nicht im Labor (z.B. location-based Services). Auf der andere Seite hat es auch Vorteile, wenn man mit Hilfe der Dokumentenkamera am Tisch testet. Ich sehe dabei auf Seiten der Testperson keinen großen Unterschied zum Sitzen im Sessel o.ä.
    90 Min. ruhig hinter einer Testperson zu stehen, mit einer Kamera in der Hand – das stelle ich mir schwierig vor. Zumal es in den meisten Fällen auch einen Interviewer braucht, der die Aufgaben vorgibt oder gezielt nachfragt. Dann wäre da noch eine zusätzliche Person im Raum, was das Wohlbefinden vielleicht nicht unbedingt steigert, oder?
    Für gewisse Einsatzbereiche kann ich mir die von Ihnen skizzierte Methode aber ebenfalls gut vorstellen.

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  3. Pingback: Testsetup bei iPad-Studien, Einsatzbereiche von Remote Usability-Tests, häufige Fehler bei der Durchführung von Fokusgruppen und was man beim Interpretieren von Eyetracking-Daten beachten sollte – Linktipps von Martin Beschnitt | usabilityblog

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