Wissenschaft trifft Praxis – auf dem 12. Internationalen Symposium der Informationswissenschaft vom 9. bis 11. März an der Universität Hildesheim

Neben wissenschaftlichen Beiträgen werden auf dem 12. Internationalen Symposium der Informationswissenschaft (ISI) des Hochschulverbands Informationswissenschaft (HI) auch Erfahrungsberichte aus der Praxis in das Vortragsprogramm integriert. Der von Matthias Görtz organisierte 1. ISI Praxis-Track bietet so die Gelegenheit, Erfahrungen aus der Anwendung, Evaluation und Weiterentwicklung informationswissenschaftlicher Praxis in den Wissenschaftsbetrieb zurückzuspielen. Gleichzeitig hält die Integration in das Gesamtkonzept einer wissenschaftlichen Tagung mit internationaler Beteiligung Praxisvertretern die Möglichkeit bereit, sich über aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren.

Der Praxis-Track ist in zwei Sessions gegliedert. Die erste Session befasst sich mit Fragen rund um das Thema Information in der Praxis, wie z.B. Name Matching, Semantic Web und Social Media. In der zweiten Session wird es um das Thema Usability in der Praxis gehen. In diesem Blogbeitrag möchten wir allen Usability-Interessierten einen kleinen Überblick über die in dieser zweiten Session zu erwartenden Themen geben:

Martin Beschnitt und Andrea Struckmeier (eResult Gmbh) erläutern, warum „gutes Aussehen“ nicht immer von Vorteil ist. Die Ergebnisse einer Studie der eResult GmbH implizieren, dass Prototypen von geringer mindestens ebenso für die Systemevaluation geeignet sind wie Prototypen von hoher visueller Verfeinerung. Sofern nicht explizit das Design eines Systems getestet werden soll, empfiehlt es sich sogar, auch in späteren Designphasen noch mit Prototypen von geringer visueller Verfeinerung zu arbeiten, da diese häufig mehr funktionale Probleme zu Tage fördern und im Hinblick auf die Usability-Bewertung weniger anfällig für den Einfluss der optischen Erscheinung des Prototyps sind.

Nadine Wacker und Steffen Weichert (usability.de/qualitylabs) präsentieren die benutzerzentrierte Neuentwicklung einer Industrieverband-Website und was passiert, wenn User-Centered-Design auf Unternehmenskultur trifft. Dabei gehen sie insbesondere darauf ein, wie typische Usability-Methoden in der Praxis eingesetzt werden und welche Herausforderungen und Lösungsansätze bestehen. Im Kontext eines abgeschlossenen Projekts wurde der Einfluss der Unternehmens- bzw. Verbandskultur auf den Projektverlauf und den Einsatz von User-Research-Methoden deutlich.

Stefanie Zürn (s.c.z. kommunikationsdesign) und Alexander Friedel (macio GmbH) berichten von den Herausforderungen des User Interface Designs für Hersteller von Geräten und Maschinen bei der Internationalisierung von Software. Dies betrifft sowohl die Überführung von Textelementen in die relevante Landessprache als auch die visuelle und inhaltliche Anpassung der Bedienanwendung an die kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Zielmarktes. Diese Internationalisierung bedeutet neben der Berücksichtigung im Design immer auch einen Eingriff in das Software Engineering. Anhand eines realen Projektes stellen die Autoren ein für den weltweiten Markt entwickeltes User Interface vor.

Klaus Tochtermann und Tamara Pianos (ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft) stellen ihre Arbeit zur Ermöglichung wirtschaftswissenschaftlicher Recherche unter Berücksichtigung von Kundenwünschen vor. Dabei bewegen sie sich laut eigenen Aussagen zwischen der Forderung „Don’t make me think“ und dem Bedürfnis nach komplexen Suchoptionen. Ihr Fachportal für die Wirtschaftswissenschaften, EconBiz, will die Komplexität im Hintergrund verarbeiten, um die Suche bequem zu gestalten. Um dies bestmöglich zu erreichen, wird die Community über Web 2.0-Funktionen (z.B. Open Innovation Ideenwettbewerbe) sowie einen gezielt von der ZBW eingestellten Community Manager immer mehr in die Weiterentwicklung und Anpassungen einbezogen.

Wenn Sie mehr über diese Projekte erfahren oder sich mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis über den aktuellen Stand der Forschung austauschen möchten, laden wir Sie zum Praxis-Track auf der ISI 2011 vom 9. Bis 11. März in Hildesheim herzlich ein. Alle weiteren Informationen zu Programm, Anmeldung und Anreise finden Sie hier: http://www.isi2011.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *