Die re:publica 2011 und was sie über den Umgang mit Blogs in der Marktforschung lehrt

Vom 13.bis 15.4.11 fand im Berliner Friedrichstadtpalast die republica statt. Über 3000 Teilnehmer tauschten sich dort über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft aus und sprechen für das große Interesse an diesen Themengebieten.

Die Themen der Sessions von Nachrichten über Gaming bis hin zu Location based services und Crowdfunding zeigen vor allem eines:

Die Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten von Blogs und Social Media ist jetzt schon unheimlich groß und ständig kommen noch neue Anwendungsbereiche dazu. Mit dem Medium Blog und Social Media im Allgemeinen wird also sehr flexibel und kreativ umgegangen.

Auch für die Marktforschung werden Blogs eingesetzt. Als Kunden- bzw. Zielgruppenblogs ermöglichen Sie den Austausch mit ganz besonderen Menschen: Ihren Kunden bzw. Ihrer Zielgruppe. Das funktioniert, indem ausgewählte Vertreter der Kunden oder Zielgruppe sich in einem passwortgeschützten Blog über alles, was Ihr Unternehmen betriff mit Ihnen und untereinander austauschen. So werden beispielsweise (Web-)Angebote bewertet, Ideen reflektiert und Entwürfe optimiert.

Zurück zur republica: Eines ist mir in der Nachberichterstattung ganz besonders aufgefallen. Viele Teilnehmer betonen, dass ihnen die Gespräche abseits der Sessions mindestens genauso viel gebracht haben wie die Sessions selbst. Es wurden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert. Beispielsweise beschreibt Christian Henne in seinem Resumée , wie eine über Twitter begonnene Diskussion über die Eigenheiten der Großstadt-Bewohner kurzerhand mit großem Interesse auf der republica fortgeführt wurde. Diese Hervorhebung des Werts der persönlichen Treffen ist meines Erachtens ein Indiz dafür, wie viel auch die „digitale Welt“ durch offline-Kontakte und persönliche Gespräche gewinnt, und wie die Gruppendynamik durch solche Treffen letztendlich gestärkt wird. Gleichzeitig wurde das reale Treffen auf der Konferenz aber durch den digitalen Austausch über Netzwerke, Twitter und Blogs vorbereitet.

Dieser Schwerpunkt der Nachberichterstattung hat mich auf eine Idee gebracht: Warum setzt man diese Verknüpfung von Online- und Offlinekommunikation nicht auch in der Marktforschung stärker ein? Beispielsweise könnte man Fokusgruppen durch einen Kundenblog mit den Teilnehmern der Fokusgruppe vor- und nachbereiten. So können sich die Teilnehmer bereits vorab kennenlernen, sich in das Thema hineinfinden und sind so in der eigentlichen Diskussionsrunde schneller „bei der Sache.“ Aber auch der Moderator kann sich schon so besser vorbereiten und auf die Teilnehmer einstellen.
Im Nachgang können dann Ideen, die bei den Teilnehmern noch „reifen“ mussten mit erfasst werden und Fragen geklärt werden, die die sich erst während der Auswertung ergeben.

Sicherlich gibt es auch noch für viele andere Methoden Verknüpfungsmöglichkeiten der Online- und Offlinekommunikation – Nutzertagebücher und Interviews beispielsweise, oder die Kombination aus Befragung und Interview/Beobachtung zur Personabildung.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Verknüpfung von Online- und Offlineaustausch in der Marktforschung? Dann freue ich mich über einen Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

3 Gedanken zu „Die re:publica 2011 und was sie über den Umgang mit Blogs in der Marktforschung lehrt

  1. Gabriele

    Hallo, ich kenne Fokusgruppen von beiden Seiten (Teilnehmer & Durchführung) und kann die Idee einer Anlaufstelle zur Nachbereitung nur befürworten. Manchmal kommen nach der Teilnahme noch Gedanken, die für den Auftraggeber wertvoll sein könnten.
    Wahrscheinlich wird dies nur ein geringer Teil in Anspruch nehmen, aber die Option ist gut und nicht aufwändig einzurichten.

    Von einer Plattform zur Vorbereitung halte ich – zumindest bei Fokusgruppen mit „normalen“ Verbrauchern – aus mehreren Gründen nichts und sehe auch keinen Bedarf.

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  2. Johanna Möller Beitragsautor

    Hallo Gabriele,
    vielen Dank für das Feedback. Freut mich, dass zumindest ein Teil der Idee auf Zustimmung stößt.
    Haben Sie selbst schon Erfahrungen mit dem Austausch mit Fokusgruppen-Teilnehmern im Anschluss an die eigentliche Diskussion gemacht? Mich würde interessieren, in welcher Form das ablief.

    Hallo Insider,
    wenn die vorgestellte Idee für Sie schon altbekannt ist würde ich mich ebenfalls über einen Austausch freuen!

    Viele Grüße,
    Johanna Möller

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