Globetrotters neuer Katalog heiß diskutiert – Warum nicht schon früher?

Globetrotterkatalog

Unternehmen wollen ihre Kunden emotional ansprechen. Ein interessantes Beispiel dafür, dass das gelingen kann und von den Kunden wiederum mit emotionalen Verbundenheit und Wunsch nach Mitbestimmung erwidert wird liefert der Outdoor-Versand Globetrotter.

Das Unternehmen hat zur Sommersaison 2011 das Konzept seines Katalogs, in Outdoor-Kreisen auch „Die Bibel“ genannt, umgestellt. Im inneren des Katalogs finden sich jetzt nüchterne, freigestellte Produktabbildungen neben Reiseimpressionen, die im Wesentlichen ohne Produkte auskommen, wo vorher die Produkte von Models in typischen Outdoor-Situationen gezeigt wurden. Diese Änderung hat sicher gute Gründe und spielt hier nur am Rande eine Rolle. Viel interessanter ist das Titelbild. Diese Saison ersetzt eine Zeichnung die bisherigen, oft imposanten Fotos auf dem Cover.

Und das kommt bei einem großen Teil der Globetrotter-Kundschaft nicht gut an. Mehr noch: es löst in seiner Funktion als Titelbild Assoziationen zu Plakaten aus den 40er Jahren aus. Heftig darüber diskutiert wird unter anderem im Designtagebuch, aber auch im Globetrotter-eigenen Forum. Toll, mag der eine oder andere sagen, wenn darüber geredet wird ist der Zweck ja erfüllt. Und dass Globetrotter sich dem Austausch mit den Kunden in einem eigenen Forum stellt ist sicher ebenfalls positiv zu werten.

Was ist aber mit den ganzen negativen Emotionen und Assoziationen, die das Cover hervorgerufen hat. Hätte man die nicht vermeiden können? Ich denke schon.

Gute Erfahrungen habe ich zu diesem Zweck mit Kundenblogs für verschiedene Versandhändler oder auch Unternehmen z.B. aus der Reisebranche gemacht. In diesen Kundenblogs werden neue Entwürfe vorab in einem „geschützten Raum“ mit einer Gruppe von Kunden diskutiert.


Und so funktioniert eine Reflexion neuer Entwürfe in einem Kundenblog:
Screens, Klickdummys, Fotos oder andere Abbildungen der Entwürfe – sei es für den Onlineshop, den Katalog oder z.B. für Plakatkampagnen werden in einem Blogbeitrag im (passwortgeschützten) Kundenblog des Unternehmens vorgestellt und von der Teilnehmern des Blogs auf Herz und Nieren geprüft und kommentiert. Durch die Diskussionen, die entstehen, können die Reaktionen der Nutzer vorausgeahnt werden, bevor ein Entwurf wirklich fertig ist. Mehr noch: eine Reflexion der Entwürfe kann in mehreren Schleifen erfolgen, da ein Feedback immer schon nach wenigen Stunden oder Tagen da ist.

Eine Diskussion innerhalb des Kundenblogs bietet dabei den Teilnehmern, anders als in Befragungen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, die Möglichkeit, in den eigenen Worten zu formulieren und sogar eigene Ideen einzubringen. Die Wünsche der Kunden werden dadurch sehr gut greifbar und können im Zweifel jederzeit zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

Die Teilnehmerschaft eines Kundenblogs setzt sich in der Regel aus regelmäßigen Nutzern, Kunden oder auch einfach Vertretern der Zielgruppe zusammen, die gern Feedback zu Weiterentwicklungen „ihres“ Shops geben.

Ein Kundenblog stellt somit ein Instrument dar, dass Unternehmen kontinuierlichen Austausch mit ihren Kunden bei der Weitentwicklung liefert, ohne dass diese öffentlich stattfindet.

Eine Möglichkeit, die grade die treuen Globetrotter-Kunden sicher gern
angenommen hätten.

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