Wie hätten Sie’s denn gern? Wie man mit neuen Zielgruppen ins Gespräch kommt.

Searching for a Niche Group - Magnifying Glass

Die Besucher eines Webangebots, z.B. eines Onlineshops kann man über Onsite-Befragungen nach ihrer Meinung fragen, Wünsche und Vorstellungen zu Darstellung und Navigation erfahren und so Erkenntnisse über Optimierungsmöglichkeiten erfahren.

Ebenso können Nutzer von Geräten, Besucher von Filialen oder Verwender von verschiedenen Dienstleistungen befragt werden, denn als Unternehmen steht man in irgendeiner Form mit seinen Kunden und Nutzer in Kontakt.

Was aber tun, wenn man mit einer neuen Dienstleistung, einer veränderten Aufmachung oder einem anderen Sortiment eine neue Zielgruppe ansprechen und für sich gewinnen will? Oder wenn die „Visionskunden“ einfach nicht der aktuellen Kundschaft entsprechen?

In diesem Fall stellt sich die Herausforderung, etwas für eine Zielgruppe zu verändern oder neu zu entwickeln, die man noch nicht so gut kennt. Weder weiß man, wie die Wünsche und Bedürfnisse dieser Zielgruppe aussehen, noch hat man eine Chance, direktes Feedback zu Änderungen zu erhalten – denn die fraglichen Personen nutzen das eigene Angebot ja noch nicht. Eine bedarfsgerechte Entwicklung fällt vor diesem Hintergrund schwer.

Wie kann man mit dieser Herausforderung umgehen?

Eine Möglichkeit wäre die Einführung eines Zielgruppenblogs.

In einen solchen Zielgruppenblog werden verschiedene Vertreter der betreffenden Gruppe eingeladen. Schützt man seinen Zielgruppenblog zusätzlich gegen Einblick von Außen erhält man eine Möglichkeit, sich über alles, was einen interessiert mit der jeweiligen Zielgruppe zu diskutieren. Darin ist ein Zielgruppenblog einem Kundenblog, in dem mit Kunden bzw. Nutzern diskutiert wird sehr ähnlich.

Wofür kann ein Zielgruppenblog eingesetzt werden.

Man kann beispielsweise zunächst ungerichtet nach Wünschen und Bedürfnissen an Produkte, Dienstleistungen oder Benutzeroberflächen fragen. Man kann als eine Art Crowdsourcing-Ansatz Ideen aus der Gruppe aufnehmen und diese in späteren Diskussionen weiter entwickeln. Natürlich kann man sich so auch über eigene Ideen austauschen und ein erstes, schnelles Feedback dazu einholen.

Wenn die Entwicklung des zu entwickelnden Angebots weiter fortgeschritten ist kann im Zielgruppenblog konkret über die neuen Entwürfe, Prototypen und Variantenentscheidungen diskutiert werden.

Damit stellt ein Zielgruppenblog ein Instrument dar, mit dem sehr schnell und effizient Feedback der gewünschten Zielgruppe eingeholt werden kann, auch schon in Entwicklungsphasen oder für Fragen, für die einem umfangreichere Marktforschungsprojekte als zu Aufwendig erscheinen.

Haben Sie Erfahrungen im Umgang mit ähnlichen Fragestellungen wie den genannten? Ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen.

5 Kommentare zu „Wie hätten Sie’s denn gern? Wie man mit neuen Zielgruppen ins Gespräch kommt.

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  2. Pingback: Neue Wege der Zielgruppengewinnung « FLYMINT

  3. Marco

    Hallo Johanna.
    Interessanter Ansatz. Da stellt sich nun die Frage wie ich an die entsprechenden Vertreter komme. Der eigentliche Knackpunkt liegt doch in der Identifikation der Pioniere? Dieses Problem wird durch das Blog noch nicht gelöst.

    Gruß
    Marco

  4. Johanna Möller Artikelautor

    Hallo Marco,

    ja, das ist richtig. Hier ist aus meiner Sicht zunächst das Unternehmen gefragt, dass sich Gedanken über seine strategische Ausrichtung und die gewünschte Zielgruppe machen sollte. Die daraus resultierende Zielgruppenbeschreibung kann mehr oder weniger konkret sein, hilft aber in jedem Fall bei der Auswahl der Teilnehmer des Zielgruppenblogs. Je konkreter die Beschreibung, desto genauer müssen diese natürlich ausgewählt werden.
    Und wie kommt man nun an die Teilnehmer? Wir rekutieren die Blogteilnehmer im Allgemeinen durch eine Vorbefragung auf einem Onlinepanel. Aber auch eine klassische Telefonakquise mit Hilfe eines Screeners ist sicher möglich. Wichtig ist dabei natürlich – wie immer bei der Rekrutierung – dass die Abfragen zur Identifikation der passenden Personen verdeckt erfolgen, ohne dass klar wird, was letztendlich die gewünschte Antwort ist.

    Viele Grüße,
    Johanna

  5. Pingback: 3 Jahre Kundenblogs – Über die Entstehung und Weiterentwicklung eines neuen Marktforschungsinstruments | usabilityblog

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