Schnell zu den gesuchten Tickets – auf in die Festival-Saison

Der Sommer naht und mit ihm die Festival- und Open-Air-Saison. Aus diesem Grund haben wir 3 Online-Ticket-Anbieter mittels des eResult FUX-Analyzers unter die Lupe genommen. Ziel dieses Vergleichs war es zum einen, einen Gewinner zu küren, aber auch Erfolgsfaktoren abzuleiten, die auch auf andere Branchen übertragbar sind.

Die Webseiten wurden nach ausgiebiger Nutzung auf den Dimensionen Usability, Joy of Use und nicht-instrumentelle Qualitäten wie Motivation, Ästhetik und Symbolik von jeweils 100 Internetnutzern bewertet. Weiterhin wurden die Wiedernutzungs- und die Weiterempfehlungsabsicht erfragt.

Dabei wurde der von eResult entwickelte FUX-Analyzer Fragebogen eingesetzt, der insgesamt 25 Bewertungsfragen aufweist. Das Messinstrument wurde auf Basis von Expertenworkshops sowie Studien mit Webnutzern und Online-Shoppern entwickelt und über einen Zeitraum von zwei Jahren bzw. 20 Studienprojekten optimiert.

Nun aber zu den Ergebnissen:

  1. Platz: eventim
  2. Platz: ticketonline
  3. Platz: tickets.de

Eventim.de hängt die Wettbewerber auf allen Dimensionen deutlich ab. Auf der Startseite wird man im oberen Seitenbereich mit einer mittelgroßen Bühne konfrontiert, die verschiedene Highlights aus dem Angebot im Wechsel zeigt, darunter diverse weitere direkte Einstiegsmöglichkeiten zu Events.
Außerdem prominent sichtbar: Die wichtige Suchfunktion! Diese liefert bereits ab dem zweiten Buchstaben Vorschläge und beugt somit Tippfehlern vor. Alternativ kann ein Einstieg über einen Ort oder die Art des Events erfolgen (öffnet sich im Layer).

eventim

Abbildung 1: Gewinner eventim.de – Umrahmung für Bewerbung von Highlights genutzt

Auch die Darstellung der Treffer (z.B. Tourdaten) überzeugt. Die Verfügbarkeit ist sofort durch ein farbiges Quadrat erkennbar, die Tickets lassen sich einfach zum Warenkorb hinzufügen. Daneben können weitere Informationen zum Künstler, Fotos, Fan-Reports etc. eingesehen werden. Die Verknüpfung zu diversen Social-Media-Angeboten und Netzwerken ist gegeben.

Eine Funktion, die besonders gelobt wurde ist der „Ticketalarm“. Zu jedem Künstler kann man sich zu neuen Terminen informieren lassen – besonders bei Veranstaltungen, die schnell ausverkauft sind, ein echter Vorteil.

Ticketonline.de setzt auf eine klassische horizontale Navigation, dadurch rückt die Suche etwas in den Hintergrund. Highlights werden über unterschiedliche große Teaser sowohl rechts als auch links vom zentralen Content-Bereich präsentiert, die Orientierung fällt daher im ersten Moment recht schwer.

Bei der Auflistung der Tourdaten werden viele verschiedene Symbole eingesetzt, die jedoch erst im unteren Seitenbereich erläutert werden. Ein Tooltip per Mouse-Over wäre sicherlich einfacher und erspart mehrfaches hin- und herscrollen.

ticketonline.de Liste

Abbildung 2: ticketonline.de – nicht alle Symbole sind selbsterklärend

Nicht einleuchtend auch die Standard-Sortierung bei Nutzung der Navigation: Die Auswahl „Konzert-Schlager“ liefert mir 74 Treffer aus der Kategorie „Konzert“ (zweite Ebene also nicht berücksichtigt?) beginnend mit einer Tour im November. Treffer 4 stammt aus der Volksmusik. Ich könnte nun die Liste nach diversen Kriterien sortieren oder zur Detailsuche wechseln, die relativ unauffällig als Reiterkarte dargestellt wird.

Durch den Verzicht auf Flash-Elemente oder interaktive Banner wirkt die Seite insgesamt sehr ruhig und übersichtlich, kann aber insbesondere bei den nicht-instrumentellen Qualitäten (u.a. Motivation und Ästhetik) nur den letzten Platz belegen.

Die Farbgestaltung von tickets.de ist sicherlich ungewöhnlich und polarisiert. Schön und ansprechend wirkt die Seite insgesamt auf mehr Nutzer als bei ticketonline.de.

Tickets Mouseover

Abbildung 3: Auffälliges Farbkonzept von tickets.de

Der Ansatz, sofort bei Mouseover weitere Informationen einzublenden verwirrt die Nutzer zunächst und ist sicherlich mit ein Grund für die schwache Bewertung der Usability. Außerdem lässt der Kontrast Schrift zu Hintergrund an einigen Stellen zu wünschen übrig, so sind die Suche und der Kategorieeinstieg fast kaum sichtbar. Daneben erschweren doppelte Scrollleisten das Erkunden der tieferen Seiten.

Auch ungewöhnlich die rechts angebotene Navigation: Dort gibt es z.B. den Einstieg nach einem Zeitfenster (z.B. nächste 7 Tage) – also mehr etwas für die Spontanen.

Etwas undurchsichtig erscheint mir auch die „Ticketbörse“, wo Privatpersonen Tickets wieder verkaufen können. Wie funktioniert das bei personalisierten Tickets mit Vor- und Zuname, frage ich mich.

Bei Wiedernutzung und Weiterempfehlung landet ticket.de mit deutlichem Abstand nur auf Rang 3.

Fazit:

Einfachheit von Suche, Navigation, Bestellung und die Übersichtlichkeit – keine neue Zauberformel, aber auch bei Ticketanbietern der Schlüssel zum Erfolg.

Kennen Sie weitere Funktionen von anderen Portalen, die dieser Branche einen Mehrwert bieten, so freue ich mich über ergänzende Hinweise.

Die Ergebnisse der eResult Studie können im eResult Download-Bereich kostenlos herunter geladen werden.

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