Versicherungs-Detailseiten = Produktdetailseiten eines Online-Shops?

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Wie stark unterscheiden sich eigentlich Versicherungs-Detailseiten von Produktdetailseiten in Online-Shops? Aus dem Bauch heraus würde man wahrscheinlich sagen, dass beide nichts miteinander zu tun haben. Aber ist das wirklich der Fall?

    Vergleichen wir doch einfach mal ein paar Aspekte:

  • Produktabbildungen
  • Menge an Produktinformationen
  • Aufteilung der Produktinformationen auf der Seite (Reiter etc.)
  • Call-to-Action-Elemente

Produktabbildungen: Unterschiede in der Anzahl und Art

So wichtig und zentral Produktbilder in Shops sind, so wenig können die meisten Versicherungen bildhaft dargestellt werden. Dafür zählen bei Versicherungen emotionalisierende Bilder – von Kunden, die offenbar zufrieden mit der Versicherung sind. In Online-Shops können es meist nicht genug Abbildungen sein – das Produkt von jeder Seite, Detailaufnahmen, Farb- bzw. Modellvarianten. Dagegen beschränkt sich das Bildangebot auf Versicherungsdetailseiten meist auf ein – das beschriebene emotionalisierende – Bild.

Weniger vs. umfassende Produktinformationen

Bei der wichtigen Entscheidung für ein Versicherungsprodukt – beispielsweise eine Rentenversicherung – und der Tatsache, dass es sich um komplexe Produkte handelt, sind die meisten Menschen bereit, sich vor dem Abschluss mit einem Kundenberater zu treffen bzw. wünschen dies ausdrücklich. Dennoch informieren sich viele Personen im Vorfeld online über die verschiedenen Produkte. Die Möglichkeit, online ausführliche Informationen zu jedem Produkt zu finden, bieten bei weitem nicht alle Versicherungs-Websites an. Es zeigen sich große Unterschiede, bei der Informationsmenge und –tiefe. In Online-Shops sind die Unterschiede meist nicht so gravierend, die Produktinformationen werden vom Hersteller geliefert. Die Unterschiede zeigen sich hier eher bei der Darstellung und Anordnung der Informationen.

Aufbereitung der Produktinformationen

Diejenigen Versicherungen, die den Nutzern umfangreiche Informationen zu den Produkten bieten, gliedern diese häufig auf – entweder in Form von Reitern oder mittels „Ziehharmonika“. Die Alternative wäre eine lange Seite, auf der sich die Nutzer wahrscheinlich nur schwer zurechtfinden bzw. bestimmte Informationen nur mit Mühe wiederfinden. Solch endlos zu scrollenden Seiten laden auch nicht sonderlich zum Lesen ein. Ein schönes Beispiel für die Aufgliederung mittels Reitern ist auf der Allianz-Website zu sehen:

Allianz Basisrente

Allianz: Verwendung von Reitern

Der Nutzer kann sich schnell einen Überblick verschaffen und vor allem solch zentrale Aspekte wie Tarifrechner oder Angebot anfordern sind direkt erreichbar. Alternativ ist dies in Form einer Ziehharmonika möglich – ein gutes Beispiel hierfür ist die Zurich-Website. Meist wird der erste Punkt aufgeklappt dargestellt, um bereits konkrete Informationen anzuzeigen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass dieser erste Punkt (in der Abbildung „Vorteile“) nicht zu lang ist, da ansonsten die weiteren Informationsbereiche leicht übersehen werden. Bei Klick auf einen der unteren Punkte, schließt sich der aktuell geöffnete, so dass die Seite nicht ins Unendliche verlängert wird.

Zurich Basisrente classic

Zurich: Einsatz einer Ziehharmonika

Ein weiterer erwähnenswerter Aspekt: Auf der Zurich-Detailseite wird eine Komplettbeschreibung des Produktes als Download angeboten. Der Link wird ergänzt um die Information, wie umfangreich das Dokument ist. Für den Nutzer ist ersichtlich, was ihn als Ausdruck erwartet.

Hinsichtlich der Aufgliederung der Produktinformationen zeigen sich wenig Unterschiede zu Online-Shops. Liegen umfangreiche Produktbeschreibungen vor, so werden diese analog gegliedert.

Call-to-Action-Elemente oder wie es weiter geht

Egal ob die Versicherung tatsächlich online abgeschlossen werden kann, man sich ein Angebot zuschicken lassen soll oder der nächste Schritt die Kontaktaufnahme mit einem Ansprechpartner vor Ort ist – der Nutzer muss klar erkennen können, wie es weitergeht. Es bedarf also eines Call-to-Action-Elements. Bei CosmosDirekt werden die Optionen als Buttons dargestellt. Eine Wertigkeit ist nur bedingt erkennbar.

CosmosDirekt Basisrente

CosmosDirekt: 3 Call-to-Action-Elemente

Klarer ist dies dagegen bei der Allianz – hier gibt es nur einen Button:

Allianz Basisrente Button

Allianz: Ein Call-to-Action-Element

Sonstige Optionen sind in Form von Reitern aufrufbar – wie bereits im Beitrag beschrieben – oder können als Verlinkungen angeboten werden. Dies verdeutlicht dem Nutzer besser, welches der folgende Schritt ist / sein sollte.

Vergleicht man dies mit Online-Shops, dann ist der Warenkorb-Button das vergleichbare Call-to-Action-Element. Zusätzliche Optionen wie Ratenrechner, Merkzettel etc. sind dagegen in ihrer Darstellung weniger prominent. Es ist für den Nutzer somit sofort erkennbar, worauf der Fokus liegt.

Fazit:Die Detailseiten von Versicherungen und in Shops sind bzgl. ihrer Anmutung sehr unterschiedlich. Zentrale Inhalte und Elemente sind dennoch vergleichbar. Warum können sich nicht mal Versicherungsseiten was von den Shops abschauen, um ihre Seiten ansprechender zu gestalten?

Ein Gedanke zu „Versicherungs-Detailseiten = Produktdetailseiten eines Online-Shops?

  1. Martin Beschnitt

    Hallo Katja, bin da voll und ganz Deiner Meinung. Gerade im Versicherungsbereich geht es darum Vertrauen zu schaffen und kompetent zu beraten. Mit einer Textwüste ist das schwer. Mein Lieblingsbeispiel ist und bleibt derzeit der interaktive Berater auf Hannoversche.de, z. B. zum Thema Riester-Rente. Zum einen werden komplexe Begrifflichkeiten verständlich erklärt, zum anderen geht der virtuelle Berater auf die individuellen Angaben ein. Hier einmal der Link: https://www.hannoversche-leben.de/web/produkte/rentenversicherungen/riester-rente/index.jsp

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