So kann die User Experience von Web Analytics-Daten profitieren.

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigen sich User Experience Agenturen wie GfK SirValUse, eResult, Eye Square mit der Optimierung von Websites. Seit 2008 wurde das Thema Web Analytics in Deutschland sprungartig populärer. Und seit einigen Jahren gibt es die Spezialisierung als Conversion- und Landingpage Optimierer. Wie Facettenreich die Ansatzpunkte unterschiedlicher Disziplinen sind, hat Frank Reese 2009 in dem empfehlenswerten Buch „Website-Testing“ gezeigt.

Für Sie, die im Bereich Usability-Beratung tätig sind, ist und wird es immer wichtiger sein, sich mit Web Analytics Daten auszukennen und diese im Projekt mit zu nutzen.

Dies sind einige Web-Analytics-Fragestellungen, mit denen Sie die User Experience erfassen können:

Accessability >> Wie viele Nutzer verlieren wir aufgrund von Web-Technologien?

  • Sichtbarer Bereich: Was ist der für die meisten Nutzer sichtbare Bereich? Sind dort die Kernelemente platziert?
  • Mobile Nutzung: Wie hoch ist der Anteil an mobiler Nutzung? Welche Endgeräte werden genutzt? Kann unsere Website auf diesen richtig angezeigt werden?
  • Videos/Ajax/Flash: Wie sieht es mit der Verbreitung anderer Technologien aus? Sind die Nutzer unserer Website auf den neusten Stand? In wieweit müssen wir noch alte Technologien anbieten, weil wir sonst zu viele verlieren?
  • Ladezeiten: Mit der neusten Version von Google Analytics ist es möglich, die Ladezeiten von Einzelseiten anzusehen. Hohe Abbruchquoten bei langen Ladezeiten sind ein Indikator.

Utility >> Wie nützlich ist die Website?

  • Nutzungsmotive: Was sind die Bedürfnisse der Besucher? Über welche Suchbegriffe sind diese über eine externe Suchmaschine zu uns gekommen? Wonach suchen sie auf unserer Website (interne Suche)? Was sind die meistgenutzten Inhalte der Website? Welche Inhalte werden am intensivsten genutzt?
  • Der Nutzen für Wiederkehrer: Was sind die Top-Einstiegsseiten von wiederkehrenden Nutzern? Was war so interessant, dass es gebookmarked wurde? Worin unterscheidet sich insgesamt die Nutzung von neuen Besuchern und Wiederkehrern? Nutzen Wiederkehrer immer wieder die gleichen Inhalte oder zeigt sich bei „Wieder-Besuchen“ eine Nutzung von anderen Inhalten?
  • Newsletter: Wie viele abonnieren den Newsletter? Was sind die Inhalte, die am meisten Nutzer ziehen und am ansprechendsten sind?

Usability >> Wie benutzerfreundlich ist die Website?

  • Erwartete Klickbarkeit: Gibt es Elemente auf der Website, wo kein Link hinter ist, die aber trotzdem geklickt werden, weil dahinter ein aktiver Link vermutet wurde (z.B. Logo, Bilder zum Text…)?
  • Orientierungslosigkeit: Gibt es Seiten, die einen Nutzer eigentlich nur weiterleiten sollen, aber auffällig oft immer wieder aufgerufen werden? Was sagen einem Klickpfade, Klickmaps, Heatmaps und Browseroverlays über das Navigationsverhalten auf einzelnen Seiten? Wie ist das zu interpretieren?
  • Erfolglose Suche: Welche Suchbegriffe führen zu „leider nicht gefunden“? Bei wie viel Prozent aller Suchanfragen kommt das vor? Bis zur wievielten Ergebnisliste wird geklickt, bis die Suche abgebrochen wird?
  • Abbruchquoten: Welche Top Einstiegsseiten führen zu den meisten Abbrechern (Bounce Rate)? Warum? Aufgrund eines Usability-Problems (zu viel Informationen auf einmal) oder der falschen Ansprache der Zielgruppe (keine Usability Probleme erkennbar)? Wie viele Nutzer verliert man zwischen Warenkorb und Bestellbestätigungsseite? Wo brechen die meisten im Bestellprozess ab? Was sind die Top-Ausstiegsseiten? Sind Seiten dabei, wo idealerweise keine Abbrüche erwünscht sind? In welchem Feld des Formulars brechen die meisten ab? Wie viele Nutzer besuchen einzelne Kernseitentypen, die für eine Bestellung relevant sind (Produktübersicht, Artikeldetail, Warenkorb..)?
  • Sortier- und Filterfunktionen: Was sind die meistgenutzten Filter- und Sortierfunktionen?

Joy of Use >> Animiert die Website zum Verweilen?

  • Verweildauer erhöhen: Konnten durch emotionale Elemente wie Bildergalerien und Produktvideos die Verweildauer auf den Produktinformationsseiten erhöht und die Austiege verringert werden? Führen die neuen Bildergalerien zu einem längeren Aufenthalt? Werden Inhalte, die zum Verweilen anregen sollen, überhaupt genutzt?

Die oben aufgeführten Fragen sollen und können natürlich niemals eine vollständige Auflistung sein. Aber vielleicht geben sie eine Anregung für die nächste Auswertung oder das nächstes Projekt.

Lassen Sie uns in den Dialog treten: Was hat sich für Sie im Bereich der Web-Analytics-Analysen als hilfreich und erfolgreich herausgestellt? Wie kombinieren Sie quantitative Daten mit qualitativen Erkenntnissen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

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2 Kommentare zu „So kann die User Experience von Web Analytics-Daten profitieren.

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