Stell Dir vor es ist Umfrage und keiner macht mit…

Keine Frage. Unabhängig davon, ob eine Website ausschließlich Informationszwecken dient, ob sie darüber hinaus Kunden akquirieren soll oder ob ein Onlineshop als eigener Vertriebskanal betrieben wird: Es ist wichtig zu wissen, wer ein Angebot nutzt und wie es beim Nutzer ankommt. Was fällt positiv auf? Was stört den User und verhindert eine erfolgreiche Suche, einen Kauf oder einen Abschluss? Was würden sich die Besucher zusätzlich im Online-Angebot wünschen?

Die eResult GmbH als Full-Service User Experience Agentur hat zur Beantwortung dieser Fragen mit der Onsite-Befragung das passende Werkzeug im Produkt-Portfolio. Regelmäßig überraschen und begeistern wir unsere Kunden mit den Evaluationsergebnissen.

Schöne heile Onsite-Befragungswelt also? Könnte man meinen. Wäre da nicht ein Problem, dass sich die Onsite-Befragung sowohl mit der Offline-Markt- und Meinungsforschung als auch mit Onsite-Werbemitteln teilt: Nur ein Bruchteil der Nutzer lässt sich zur Teilnahme motivieren. Die eResult GmbH hat es sich in einem aktuellen Forschungsprojekt zur Aufgabe gemacht, den Gründen für diese Entwicklung nachzugehen und Verbesserungspotentiale auszuloten. Aber beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme…

Wer eine Webseite aufruft will in der Regel Schuhe bestellen, ein Kochrezept suchen, einen Fahrplan ausdrucken oder Nachrichten lesen. Die Meinungsäußerung zur vorgefundenen Seite hat, wenn überhaupt, nur nachgelagerte Priorität. Um ihr Ziel möglichst effizient zu erreichen, tendieren Internet-Nutzer dazu, solche Bereiche aus ihrer Wahrnehmung auszublenden, die typischerweise nicht für inhaltliche Information genutzt werden. Benway & Lane tauften dieses Phänomen „Banner Blindness“. Um angenommen zu werden, muss die Einladung zu einer Studie erst einmal wahrgenommen werden. Wie es der Name schon vermuten lässt, ist hier auch der Grund zu finden, warum klassische Banner heute kaum noch zur Anwendung kommen: Zu erfahren sind die Nutzer inzwischen mit dem Medium Internet, als dass Elemente jenseits des eigentlichen Seiteninhalt aufmerksam verarbeitet würden.

Online-Forschende und Online-Werbende teilen dabei ein gemeinsames Schicksal und reagieren auch auf ähnliche Weise. Die kommunizierte Botschaft zog einfach um: Raus aus aufmerksamkeitsschwachen Bereichen, rein in den Aufmerksamkeitsfokus. Dorthin, wo der eigentliche Seitencontent zu finden und die Kontaktwahrscheinlichkeit garantiert ist. „Forced exposure“ werden Elemente genannt, deren Verarbeitung dem Nutzer durch ihre Platzierung aufgezwungen wird. Prominentes Beispiel der ersten Generation sind die berühmt-berüchtigten Pop-ups. Die Methoden haben sich inzwischen verfeinert, das Prinzip ist das gleiche geblieben. Der Einsatz ist dabei nicht unumstritten: Zwar werden sie im Vergleich zu Bannern wahrscheinlicher, gleichzeitig aber als störend wahrgenommen und führen dazu, dass Webseiten schneller und häufiger verlassen werden.

Letztendlich die Quadratur des Kreises: Wahrgenommen werden, aber nicht stören. Abschließend sollen zwei neuere Entwicklungen vorgestellt werden, die beiden Dimensionen gerecht zu werden versuchen.

Feedback-Laschen

Bei Feedback-Laschen werden am vertikalen Seitenrand platziert. Ihr „Aufmerksamkeitspotential“ erschließt sich dabei nicht auf den ersten Blick. Wie in der oberen Hälfte des angefügten Beispiels zu erkennen, geht die Lasche im Gegenteil durch die farbliche Konsistenz mit der Bühne fast unter. Erst beim vertikalen Scrollen wird die Stärke dieses Ansatzes deutlich: Die Lasche verbleibt auf ihrer relativen Position und lenkt so die Aufmerksamkeit nach rechts. Weiterer Vorteil: Es bleibt dem Nutzer überlassen zu entscheiden, wann er an der Umfrage teilnehmen will. Desweiteren lässt sich die Einladung auf mehreren Seiten platzieren und erhöht so die Wahrnehmungswahrscheinlichkeit.

Conversion Rate Experts


Conversion Rate Experts

Beispiel einer Feedback-Lasche auf www.conversion-rate-experts.com

Nachteil dieses Ansatzes ist, dass er nicht für alle Seiten anwendbar ist. Arbeitet eine Seite ohne klar definierte vertikale Ränder ist eine sinnvolle Positionierung schwierig. Gibt es weitere relativ positionierte Elemente, geht die Lasche unter und die Aufmerksamkeitswahrscheinlichkeit geht zurück.

Slide-down-Layer

Slide-down-Layer versuchen eine aufmerksame Verarbeitung durch Dynamik zu erreichen. Hierfür wird die Seite zunächst ohne Einladung angezeigt und nach einigen Sekunden der komplette Seiteninhalt um die Höhe des Layers nach unten verschoben. Die Einladung findet sich dann direkt unter der Adresszeile des Browsers. Die Zeitverzögerung um zu vermeiden, dass die Animation in der allgemeinen Orientierungsphase untergeht.

eResult GmbH

Fiktives Beispiel eines Slide-down Layers

Auch in diesem Fall wird Aufmerksamkeit geschaffen ohne zu stören. Eine Teilnahme zum gewünschten Zeitpunkt ist ebenso möglich wie die Wiederholung auf mehreren Seiten. Zudem steht im Vergleich zur Lasche mehr Platz zur Verfügung um relevante Informationen zu vermitteln. Nachteilig könnte sich auswirken, dass Browserprogramme (z.B. Mozillas Firefox) einen ähnlichen Ansatz nutzen um auf geblockte Pop-ups hinzuweisen. Lerneffekte analog zur Banner-Blindness sind dann vorstellbar und hätten die gleichen Konsequenzen auf die Verarbeitungswahrscheinlichkeit.

Die eResult GmbH wird die Stärken und Schwächen der vorgestellten Alternativen im eingangs erwähnten Forschungsprojekt empirisch testen. Die aktuellsten Ergebnisse und News finden Sie natürlich auf usabilityblog.de!

2 Gedanken zu „Stell Dir vor es ist Umfrage und keiner macht mit…

  1. Pingback: Auffallen ohne zu stören: Auf der Suche nach dem optimalen Weg in die Onsite-Umfrage | usabilityblog

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