Wie viele Sucheingabefelder braucht eine Website?

Der eine oder andere mag nun sagen: Eins!

Denn das funktioniert bei google ja seit Jahren hervorragend. Durch neue Features wie Live Search und Auto-Vervollständigung bzw. Vorschlagsfunktion hat der Nutzer schon vor dem Start die Möglichkeit, das Ergebnis noch in seinem Sinne zu beeinflussen.

So einfach, dass es Spaß macht – das sollte darüber hinaus die Devise sein. Der Joy of Use darf gerade bei einem eher trockenen Thema wie dem „Suchen“ nicht unterschätzt werden. Dazu möchte ich nun noch ein paar andere Beispiele zeigen:

Das Branchenbuch Gelbeseiten.de beschränkt sich auf zwei Felder: Was und wo – einfach und verständlich – und nicht zu übersehen, ich denke, da stimmen Sie mir zu. Aufgrund des Angebots reichen diese Felder aus, um sinnvolle Treffer zu generieren.

Gelbe Seiten

Suchmaske gelbeseiten.de mit Direkthilfe

Andere Anbieter benötigen mehr Informationen, um eine Trefferliste anzubieten. Welche das sind, bekommt man über eine Nutzerbefragung heraus, ist das die einzige Frage, ist die Integration in einem Omnibus oft eine sehr günstige Variante, um schnell und unkompliziert Ergebnisse zu erhalten.

Ich habe vor diesem Hintergrund dann Suchen für Sportstätten betrachtet und folgende interessante Herangehensweisen gefunden:

Easysport Filter

Ausschnitt Filter easysport.de

  1. Easysport: Kombination aus mehreren Eingabefeldern und After Search Navigation
    Der Nutzer startet mit der Auswahl eines Ortes, hier werden ihm direkt Vorschläge angeboten. In Abhängigkeit davon kann er eine Sportart wählen, die Zeit ist voreingestellt in der Annahme, man sucht am heutigen Tag. Hat man die Suche nun gestartet, stehen im Nachhinein noch weitere Filtermöglichkeiten zur Verfügung (z.B. nur gut bewertete Plätze, oder einen speziellen Bodenbelag).
    Für mich eine gute Kombination von Abfrage wichtiger Eckdaten vorab (Pflicht) und der Verfeinerungsmöglichkeit danach (Kür).
  2. Sportiversum: Räumliche Suche
    Als Alternative zur herkömmlichen Vorgehensweise wird hier eine weitere Möglichkeit zur Suche bereit gestellt: Über eine Landkarte zoomt man sich zum Wunschort. Spielerisch kann man in seiner Umgebung nach geeigneten Plätzen schauen. Basis war vermutlich die Annahme, dass die Entfernung ein entscheidendes Auswahlkriterium ist.

Sportiversum Karte

Kartensuche bei sportiversum.de/location

Fazit:

Keep it short and simple. Bieten Sie nur so viele Felder an, wie für die korrekte Ausführung der Suche notwendig sind. Jedes weitere Feld kann den Nutzer abschrecken, verwirren oder sogar zu Fehleingaben führen – oder auch ärgerlich: 0 Treffer.

Um den Joy of Use zu unterstützen sollte über alternative Suchmöglichkeiten nachgedacht werden, vielleicht kann ja der ein oder andere noch ein Beispiel aus einer anderen Branche beisteuern.

Zugegebenermaßen wurden hier jetzt Äpfel mit Birnen verglichen, aber ich denke, es macht Sinn, sich bei jeder Art von Website zumindest für dieses Thema zu sensibilisieren und die eigene Suchmaske einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.

8 Kommentare zu „Wie viele Sucheingabefelder braucht eine Website?

  1. Holger Maassen

    Kurzer knapper Artikel – der ein wieder einmal, in den letzten Jahren, zu kurz kommendes Thema behandelt – der es aber auf einen guten Leitsatz bringt …
    Keep it short and simple (und von stupid sollte keine Rede sein (siehe hierzu auch: http://boxesandarrows.com/view/are-your-users-s-t-u))

    Die „Suche“ ist einer der kleinsten Funktionsmodule und „Formulare“, „forms“ die zu planen sind (siehe hierzu auch: http://ux4dotcom.blogspot.com/2009/06/form-of-forms-we-need-them-but-also.html) einer Site die aber auf einer der mächtigsten führt die SERP – Suchergebnisseite.
    Bereits bei „Suche“ sollte man sich Gedanken machen wie gehe ich mit Ergebnissen um die 0 Treffer, 1 Treffer oder eine sehr große Anzahl auswerfen – bzw. wie sind diese bereits bei der Sucheingabe abzufangen, abzumildern oder vermeidbar.

    Weiter so !

  2. Martin

    Hi Anja,
    in Bezug auf das Moebel-Monster haben wir uns diese Frage auch schon gestellt, vor allem weil unsere Filterboxen ziemlich ungewöhnlich angeordnet sind und wir mit AJAX iVm Autosubmit neue Wege gehen. Wir werden demnächst noch weitere Beta-Tests durchführen, aber ich habe das Gefühl, dass wir von dir/euch durchaus noch ein paar wertvolle Tipps bekommen können. Ich melde mich noch per Mail.
    Beste Grüße!

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  4. Eduard

    Danke für den schönen Artikel. Was ich an der Facettennavigation der meisten Webseiten schade finde, und da macht easysport.de leider keine Ausnahme, ist die fehlende Möglichkeit für den Benutzer die Ergebnisse der Facettensuche als URL per Email oder Social Media weiterzuleiten. Sehr häufig stößt man auf Seiten, bei denen sich durch die Filterung die URL absolut nicht ändert oder wie im Fall von easysport.de werden zwar Parameter in der URL erzeugt, doch anscheinend spiegeln diese nicht die Filteroptionen wieder. Beim Kopieren und Öffnen der URL im neuen Tab werden andere Ergebnisse ausgeliefert als die ursprünglich gezeigten.
    Viele Grüße

  5. Anja Weitemeyer Artikelautor

    Vielen Dank für die Kommentare und das Lob! Ein Thema, das an keinem und keiner Seite vorübergeht, denke ich.
    @Eduard: Eine mögliche Lösung wäre das Speichern von „typischen Suchen“, ähnlich wie auf einem Merkzettel in einem Onlineshop könnte man dann Suchparameter speichern. ich bin mir sicher, dass ich das schon mal irgendwo gesehen habe, wenn es mir wieder einfällt, melde ich mich.

    @Martin: Ich weiß auf jeden Fall, wo ich das nächste Mal nach Möbeln suche :-) Ich find die Seite ungewöhnlich, aber mit hohem Joy-of-Use-Faktor durch die Konzentration auf die Bilder. Weiter so!

    @Holger Maasen: Besten Dank für die weiterführenden Links. Vorausschauend planen ist ein ganz wichtiger Punkt bei der Konzeption und der erwartungskonformen Website Gestaltung, sehe ich ganz genauso.

  6. Silke Stadler

    Könnte die Frage nicht auch lauten: „Braucht eine Website überhaupt ein Sucheingabefeld?“ Viele Online-Shops zerstören die Übersicht im Vorneherein durch drei, vier oder noch mehr Ebenen in der Navigation unsinnig. Manche vorgefertigten Algorithmen liefern bei fast allen Sucheingaben keine Treffer (auch bei solchen, die vorhanden sein müssten). Bei übersichtlichem Sortiment in einem Online-Shop könnte man sich dann doch durchaus überlegen, ganz auf derartige Eingabefelder zu verzichten.

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