Teil dich (mit)! Wie refashion.de Facebook und Freundeslisten in den Online-Shop holt

refashion Einstiegsbild

Die sich rasant entwickelnden Austausch- und Kommunikationsmöglichkeiten im Web haben in den vergangenen Jahren einen zunehmenden Einfluss auf die Strategien von Online-Shops genommen. Zum einen sind die potenziellen Kunden immer stärker vernetzt und schüren damit Hoffnungen, diese Netze über die Gewinnung eines Kontakts nutzen zu können. Da sich interessante Informationen hier sehr schnell verbreiten können, eröffnen sich vielversprechende Werbe- und Kundenbindungsmaßnahmen.

Zum anderen haben die Nutzer auch ganz einfach Spaß am „Networken“ und Verbreiten von Informationen in ihren Freundeslisten. Gerade junge Zielgruppen nehmen neue Funktionen und Möglichkeiten des digitalen Austauschens meist schnell an und haben Freude daran. Und mit dieser Freude versuchen Shop-Betreiber gern auch, das Einkauferlebnis im Internet aufzuwerten.

Social Shopping könnte sich also in doppelter Hinsicht lohnen. Doch teilweise bleibt der Erfolg auch hinter den Erwartungen zurück. Manche Projekte werden gar gänzlich aufgegeben. So scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, warum der Otto Konzern nun mit dem Shop refashion.de etwas ganz ähnliches wie mit „jungstil“ und „yalook“ versucht, was dort nicht funktionierte.

Auch mit refashion.de sollen junge Frauen bis 30 Jahre angesprochen werden, indem das Otto-Sortiment zielgruppenspezifisch aufbereitet und vermarktet wird. Insbesondere die Verknüpfung zu sozialen Netzwerken in Form verschiedener Features steht als konzeptionelle Besonderheit im Vordergrund. All diese Features sind permanent am unteren Seitenrand über verschiedene Reiterlaschen zugänglich. Im Wesentlichen handelt es sich bei den sechs Reitern jedoch um vier Themen: Die Verknüpfung zu Facebook, die „refashion-Pins“ und andere Share-Icons. Außerdem wird eine Merkliste angeboten, in welcher zusätzlich bei jedem Artikel ein Facebook „Teilen“-Button angeboten wird. Im nachfolgenden Screenshot ist die erste Reiterlasche geöffnet. Diese dient lediglich dazu, sich mit dem Facebook-Account zu verbinden:

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Startseite refashion.de mit diversen Social Shopping-Features am unteren Seitenrand

Das erscheint zunächst etwas enttäuschend, weil der Reiter mit „Facebook-Features“ benannt ist (im Übrigen fehlt eine Möglichkeit, die Verbindung zu beenden). Um jedoch das eigentliche Feature, nämlich die „Chat’n’Shop“-Funktion zu nutzen, muss ein anderer Reiter geöffnet werden.

Dieser (Reiter Nummer fünf) zeigt nach erfolgreicher Verbindung zu Facebook alle eigenen Freunde an, die gerade online sind. Durch Klick (und dadurch ausgelösten Post an ihrer Pinnwand) können die Freunde zu einem Chat eingeladen werden.

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Chat’n’Shop-Funktion: Facebook-Freunde, die gerade online sind, können zu einem Chat eingeladen werden.

Der Chat zeigt immer diejenigen Artikel an, die von den beteiligten Personen gerade aufgerufen wurden. Außerdem kann sich über die Artikel ausgetauscht werden. Etwas Ähnliches wurde bereits einmal im Rahmen des Beitrags Nie mehr allein: Wie Social Commerce den Online-Shopping-Trip verändern kann vorgestellt. Damals am Beispiel des Shops hautbalance.de (in der damaligen Form nicht mehr online).

Ein weiterer Reiter heißt „Fans & Freunde“. In diesem werden aber lediglich die aktuelle Anzahl von Facebook-Fans sowie 34 Profilbilder ausgewählter Personen angezeigt.
Schließlich gibt es noch die besagten „Pins“. Um zu verstehen, worum es sich dabei handelt, muss man jedoch gründlich lesen. Ich habe es nun so interpretiert: Pins sind virtuelle Sticker, die es in verschiedenen Ausführungen/Kategorien gibt. Der Nutzer kann diese sammeln. Für bestimmte Aktionen, wie zum Beispiel Weiterempfehlungen, bekommt man diese Pins gutgeschrieben und kann sie später in Form von Einkaufsvorteilen einlösen. Natürlich soll möglichst auch mit den Facebook-Freunden darüber kommuniziert werden, welche und wie viele Pins man hat.

Inwiefern die Pins von den Nutzern angenommen werden, ist fraglich. Es könnte hilfreich sein, den Sinn dieser Pins besser zu erklären. Derzeit sind die Informationen quasi auf drei verschiedene Seiten verteilt.

Auch ließe sich die Anzahl der Reiter am unteren Seitenrand reduzieren, wenn die drei Facebook-bezogenen Themen zusammen angeboten werden würden. Profilbilder von Fans, die man eh nicht kennt, sind vermutlich nicht von immenser Bedeutung. Und wenn man sich mit Facebook verbindet, könnte die „Chat’n’Shop“-Funktion direkt mit angeboten werden. Der Vorteil wäre, dass der Nutzer die Funktionen schneller versteht und auch vermehrt nutzt, da sie weniger komplex und kompliziert anmuten.

Fazit

Das Konzept von refashion.de hat schon einige Kritik ernten müssen und oft wurden Bedenken geäußert. Doch letztendlich ist es auch eine Chance, Neues auszuprobieren und dadurch in Bezug auf die Zielgruppenansprache und vor allem die effektive Nutzung der „Netzwerk-/Networkerpotenziale“ dazuzulernen. Und hier ist Otto ja eigentlich in einer glücklichen Position. Refashion beinhaltet in der Tat interessante Ideen, die bei den Nutzern auch Anklang finden könnten. Ob die angebotenen Funktionen jedoch grundsätzlich verstanden werden und gut bedienbar sind, könnte bereits im Vorfeld getestet werden (z. B. mittels Prototypen-Tests). Dies spart nachträgliche Anpassungen und legt den Grundstein für zufriedene, aktive und wiederkehrende Nutzer.

2 Gedanken zu „Teil dich (mit)! Wie refashion.de Facebook und Freundeslisten in den Online-Shop holt

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