Auffallen ohne zu stören: Auf der Suche nach dem optimalen Weg in die Onsite-Umfrage

Wie müssen die Nutzer einer Webseite angesprochen werden, um die Teilnahmebereitschaft an Onsite-Umfragen optimal zu nutzen? In diese Frage führte der Beitrag „Stell Dir vor es ist Umfrage und keiner macht mit…“ vom 20. Juni 2011 ein. Unter anderem wurde das Problem skizziert, dass die Teilnahmeaufforderung zwar wahrgenommen werden soll, aber nicht so aufdringlich sein darf, dass die Teilnahme in einer Abwehrreaktion „jetzt erst recht!“ abgelehnt wird. Zwischenzeitlich durchgeführte Untersuchungen, unter anderem im Rahmen des Eyetracking-Bus, deuten darauf hin, dass Präsenz im Aufmerksamkeitsfokus möglich ist, ohne den Nutzer in der Nutzung der Seite zu sehr einzuschränken. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum am oberen Seitenrand erscheinende animierte Boxen (Slide-in Layer) in diesem Zusammenhang den vielversprechendsten Ansatz darstellen und wie ihr Potential praxisnah getestet wurde.

Aus der Wahrnehmung einer Teilnahmeaufforderung zu einer Onsite-Befragung lassen sich selbstverständlich keine direkten Rückschlüsse auf die letztendliche Teilnahmequote ziehen. Eine unverzichtbare Voraussetzung für die Teilnahme ist die aufmerksame Verarbeitung dennoch. Methode der Wahl ist in solchen Fällen die Blickdatenregistrierung. Diese ermöglicht die Ermittlung der Kontaktwahrscheinlichkeit unterschiedlicher Seitenbereiche und diente als Bewertungsgrundlage für die untersuchten Alternativen „Slide-in Layer“ und der seitlich platzierten Lasche.

Zur Überprüfung wurden Teilnahmeaufforderungen auf verschiedenen Webangeboten platziert, ohne dass letztendlich tatsächlich an einer Umfrage teilgenommen werden konnte. Die Testpersonen wurden lediglich gebeten sich frei auf den gezeigten Seiten zu bewegen.

Die Ergebnisse bestätigen die im ersten Beitrag angestellten Vermutungen in Bezug auf die Einladung mittels seitlich platzierter Lasche: Ohne Scrollbewegung geht die (flächenmäßig kleinste) Variante unter. Findet diese statt und die Lasche behält ihre ursprünglich Position auf dem Bildschirm bei, steigt die Wahrscheinlichkeit einer aufmerksamen Verarbeitung rapide. Insgesamt ergibt sich für die Lasche eine Kontaktwahrscheinlichkeit von ca. 30%.

Deutlich häufiger wird das Slide-in Layer wahrgenommen. Bis zu 75% der Personen im Test verarbeiteten diese Variante in verschiedenen Testdurchläufen nachweislich.

Der Erfolg ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig. So wirkt sich die optische Hervorhebung gegenüber den restlichen Seitenbereichen, besonders in der Farbgebung, ebenso positiv aus wie eine bewusst gesteuerte Verzögerung der Darbietung. Am erfolgreichsten erwiesen sich die Durchgänge, bei denen die Teilnehmer Zeit hatten sich auf der Seite zu orientieren, eine Scrollbewegung aber noch nicht stattgefunden hatte. Nicht zuletzt hat auch die Gestaltung der Trägerseite selbst Einfluss. Je komplexer diese ist und umso mehr Elemente im oberen Seitenbereich platziert sind, umso schwieriger fällt des dem zusätzlichen Seitenelement Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Die Überprüfung, ob sich mittels Slide-in Layer letzten Endes auch höhere Teilnahmequoten erreichen lassen scheint nur online und mit Einsatz quantitativer Methoden möglich. Eine Reihe von Fragen schließen sich an. Führt die Darbietung über mehrere Seiten diesbezüglich zu einem Mehrwert? Führt die eventuell spätere Teilnahme zu einer höheren selbstberichteten Kompetenz zur Beantwortung von Fragen mit Bezug auf die Trägerseite? Hat die Art der Teilnahmeaufforderung Konsequenzen auf die Beurteilung der Trägerseite selbst?

Im Rahmen eines internen Projekts der eResult GmbH wurde zwischen klassischem „Pop-up“ und „Slide-in“-Layer zur Einladung variiert. Neben den „üblichen“ Fragebogendaten wurden zusätzlich alle notwendigen Trackingdaten zur Beantwortung der skizzierten Fragen erfasst. Im nächsten Beitrag dieser Reihe erfahren Sie die zentralen Ergebnisse der Untersuchung und was dies für zukünftige Projekte bedeutet.

Ein Gedanke zu „Auffallen ohne zu stören: Auf der Suche nach dem optimalen Weg in die Onsite-Umfrage

  1. Pingback: Onsite-Befragungen: Mehr Datenqualität beim Einsatz von Slide-in Layern | usabilityblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *