Weniger ist mehr – Nutzerfreundliche Suchmasken auf mobilen Websites

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Man könnte meinen, es handelt sich um einen Widerspruch, wenn von nutzerfreundlichen Suchmasken auf mobilen Websites die Rede ist. Ist es aber nicht, wie Kayak und Trivago beweisen. Bei Suchmasken auf mobilen Websites gilt: Weniger ist mehr. Beide Anbieter beschränken sich auf wenige zentrale Eingaben und bieten auf der Trefferseite Filter an, um das Ergebnis einzuschränken. Bleiben wir aber bei der Suchmaske und betrachten Reiseportale, bei denen Suchmasken eine besonders hohe Bedeutung zukommt. Ich erläutere Ihnen im Folgenden, was auf diesen beiden mobilen Websites besonders gut gemacht wird.

Ich beginne mit dem Anbieter Kayak, wo man sowohl nach Flügen als auch nach Hotels suchen kann. Die zentralen Kriterien sind auf einen Blick ersichtlich: Hin- & Rückflug, Abflugort, Reiseziel, Flugdaten, Anzahl Reisende und die Reiseklasse. Auch lassen sich die Kriterien sehr leicht verändern – für nur Hinflug bzw. Hin- & Rückflug gibt es Buttons, die Anzahl der Personen wird mittels Plus- und Minusfeldern eingestellt und auch die Klasse (Economy etc.) ist über ein Dropdown auswählbar.

Kayak

Abbildung 1: Kayak – Suchmaske; Vorschlagsfunktion Flughafensuche; Trefferseite mit Ladebalken

Eine Vorschlagsfunktion unterstützt den Nutzer bei der Auswahl des Abflugortes und des Reiseziels. Bei der Eingabe werden sofort Vorschläge angeboten, damit der Nutzer möglichst wenig tippen muss und zusätzlich Fehleingaben vermieden werden. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch, aufgrund der vielen belegten Flächen (Platzhalter für den Abflugort und das Reiseziel und die Anzeige der Tastatur) sind nur zwei Vorschläge sichtbar. Wurden alle Kriterien ausgewählt und die Suche gestartet, dann wird sofort eine Trefferliste angezeigt, die noch weiter geladen und befüllt wird. Der Nutzer erkennt an einem Ladebalken sehr gut, ob die Suche abgeschlossen ist oder nicht.

Das zweite positive Beispiel für eine nutzerfreundliche Suchmaske habe ich bei Trivago gefunden. Bei der Einstellung des Reisestarts und des Endtermins hat der Nutzer die Wahl, ob er das Datum direkt eingeben will oder eine Kalenderfunktion nutzen möchte. Entscheidet man sich für die Kalenderfunktion, dann „dreht“ sich diese in den Vordergrund. Damit beweist Trivago, dass nicht nur in Apps eine spielerisch grafische Umsetzung von Funktionalitäten überzeugen.

Trivago

Abbildung 2: Trivago – Suchmaske; Einblenden der Kalenderfunktion

Relativ viele Anbieter bieten ihren Nutzern eine App und verzichten auf das Angebot einer optimierten mobilen Website. Der Nutzer muss sich entscheiden, ob er sich die App aufs Smartphone lädt oder sich mit der normalen Website abmüht, was auf einem Smartphone definitiv keine Reiselust aufkommen lässt. Trivago bietet neben seiner mobilen Website ebenfalls eine App an. Unterhalb des Logos wird auf diese App hingewiesen und verlinkt; dies geschieht jedoch dezent. Der Nutzer kann selbst entscheiden, ob er die App nutzen möchte oder Zugriff auf die normale Website benötigt. Beides ist auf der Suchmaske jederzeit im Zugriff.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass eine Beschränkung auf die wichtigsten Kriterien sinnvoll ist, damit die Suche schnell gestartet werden kann. Wird der Nutzer dagegen mit einer Vielzahl an Suchkriterien und umständlichen Einstellungen belästigt, schafft er den Schritt zur Trefferseite womöglich erst gar nicht. Dabei ist eine Eingrenzung im Nachhinein durch Filter besser machbar, als den Nutzer gleich beim Start zu verschrecken.

Ein Gedanke zu „Weniger ist mehr – Nutzerfreundliche Suchmasken auf mobilen Websites

  1. Pingback: Monatsrückblick – Top Themen im September: Suchmasken bei mobilen Websites, UX von Online-Prozessen, Re-Commerce | usabilityblog

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