Apps frühzeitig mit Anwendern testen – so einfach geht’s

User Centered Design (UCD) ist bei der Konzeption von Websites nicht mehr wegzudenken. Frühzeitig werden künftige Nutzer in die Entwicklung einbezogen.
Auf Basis der in Prototypentests gewonnenen Erkenntnisse wird die Website weiter optimiert. Das übergeordnete Ziel ist: Eine möglichst nutzerorientierte Website, die verständlich und leicht zu bedienen ist.

Bei der Entwicklung von Apps kommt der bewährte UCD-Gedanke bisher allerdings kaum zum Tragen. Mobile Anwendungen werden entwickelt, auf den Markt gebracht und erst im Livebetrieb erfolgt eine Evaluation durch den Nutzer. Aus meiner Sicht viel zu spät!
Das muss nicht sein.

Auch Apps können bereits frühzeitig mit zukünftigen Nutzern getestet werden, noch bevor überhaupt eine Zeile Code geschrieben wurde.

Die Lösung: Prototyping-Tools

Gute Prototyping-Tools bieten bereits heute die Möglichkeit, Prototypen für Apps zu erstellen bzw. unterstützen dabei. Dem Detaillierungsgrad – Low oder High Fidelity – sind keine Grenzen gesetzt.

Beispielhafter Ablauf einer Erstellung:

  1. Erstellung und Generierung des Prototyps.
  2. Upload auf einen Webserver.
  3. Testen der App.

In nur wenigen Schritten kann auch eine App frühzeitig getestet werden.
Logischerweise muss vor der Erstellung des Prototyps das Konzept für die App vorhanden sein. Ebenso muss ein geeignetes Prototyping-Tool sowie eine Person, die dieses beherrscht, vorhanden sein.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann direkt mit der Erstellung begonnen werden. Idealerweise bietet das Tool folgende Features:

  • Entsprechende Libraries bzw. Design Patterns für Standardelemente zur einfachen und schnellen Verwendung.
  • Möglichkeit der automatischen Generierung des Prototyps in HTML-Code.
  • Unterstützung bei der Generierung des Prototyps für verschiedene Endgeräte – Stichwort: Displayauflösung.

Der fertige Prototyp wird nun auf den Webserver geladen und kann über einen Fullscreen-Browser auf dem Smartphone aufgerufen und getestet werden.

Beispielhafte Umsetzung mit Axure RP

Mit Hilfe des Prototyping-Tools Axure RP hab ich den zuvor beschriebenen Ablauf einmal für eine Mini-App umgesetzt.

Startseiten-Screen der Mini-App

Startseiten-Screen der Mini-App

Kategorien-Screen der Mini-App

Kategorien-Screen der Mini-App

» URL zur Mini-App: tinyurl.com/6gkmpdp

Die Mini-App kann über die TinyURL auch direkt über ein Smartphone aufgerufen werden.
Als Fullscreen-Browser verwende ich die App Atomic Web. Der Browser kostet zwar 79 Cent, bietet aber im Vergleich zu ggf. kostenlosen Fullscreen-Browser umfassende Konfigurationsmöglichkeiten. Kostenlos gibt es die App Full Screen.

UCD auch bei der App-Entwicklung anwendbar

Auf diese Art und Weise können also auch Apps bereits frühzeitig mit Anwendern getestet werden. Ein solches Vorgehen bietet folgende Vorteile:

  • Frühzeitiger Einbezug der Nutzer in die Entwicklung.
  • Kostengünstigere und zeitsparendere Optimierung als bei einer richtigen Programmierung.
  • keine Test-/Optimierungsphase erst durch den Nutzer, sondern bereits beim Launch eine getestete Version.

Natürlich gibt es aktuell auch noch ein paar Nachteile, da nicht alle Bedienfunktionalitäten eines Smartphones – z.B. die Touch-Bedienung – 100% korrekt abgebildeten werden können. Für Axure gibt es aber bereits einen Mobile Simulator, mit dessen Hilfe iPhone-Besonder-heiten umgesetzt werden können. An der Unterstützung weiterer Smartphones wird bereits gearbeitet.

Es spricht also nichts dagegen, dass der UCD-Gedanke auch bei der Entwicklung von Apps Einzug hält. Oder sehen Sie es anders?

3 Gedanken zu „Apps frühzeitig mit Anwendern testen – so einfach geht’s

  1. Steffen Heim Beitragsautor

    @David: Einfach das Ganze auf CD brennen und auf den Rücken schnallen. 🙂

    Spaß bei Seite: Das ist natürlich ein sehr netter Tippfehler gewesen. Gemeint ist logischerweise der „Webserver“! 🙂 Habs mal ausgebessert.

    Antworten

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