Lassen Sie Ihre Nutzer genau hinschauen!

Bitte betrachten Sie den folgenden Ausschnitt der Startseite des Mirapodo Online-Shops …

Mirapodo_unscharf

Wohin haben Sie zuerst geschaut?

Ich denke, dass ich mit einer Wahrscheinlichkeit von um die 60% vorhersagen kann, wohin Ihr Blick wanderte. Prüfen Sie das gerne nach …

Meine Prognose:
Sie haben den „unscharfen“ Teaser unten rechts schnell fixiert.
Aus Verwunderung und Überraschung: „Was ist denn das da unten?“.
Aber auch um sich zu vergewissern, ob mit Ihren Augen noch alles „in Ordnung“ ist, Sie keinen Sehfehler haben.

Nutzen Sie diesen „Reflex“!

Stellen auch Sie auf Ihren Webseiten einfach mal einen Teaser „unscharf“.

So bekommen Sie Aufmerksamkeit auch für flächenmäßig eher kleinere Aktions-Teaser und für solche, die an wenig reizstarken Stellen positioniert sind, z.B. am rechten, unteren Seitenrand.

Zum Vergleich: So präsentierte sich die Mirapodo Startseite im Original (Stand: 28.10.2011) …

Mirapodo_scharf

Ein Eyetracking würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Erkenntnis liefern, dass der Teaser unten rechts („Stiefeletten“) wenig Beachtung bekommt. Der Blick wird sehr stark auf die Mitte fokussiert sein.

Nehmen Sie also mit:

Unscharf dargestellte Seitenelemente ziehen die Blicke von Nutzern auf sich. Nutzen Sie das.

Per Animation sollten unscharfe Flächen nach 2-3 Sekunden wieder an Schärfe gewinnen. Oder bieten Sie dem Nutzer eine Möglichkeit an, mit der er die Schärfe selbst herstellen kann (z.B. über einem Button mit der Kennzeichnung „Scharf stellen“). Es wird funktionieren.

Welche Techniken gibt es noch, um Aufmerksamkeit zu steuern? Welche Tipps und Tricks haben Sie? Welche Erfahrungen haben Sie mit verschiedenen Taktiken zur Aufmerksamkeitssteuerung gesammelt?

Freue mich auf eine anregende Diskussion mit Ihnen.

16 Gedanken zu „Lassen Sie Ihre Nutzer genau hinschauen!

  1. Alexander Rosenthal

    Eine sehr coole Idee, ich finde es interessant mit solchen Tricks zu spielen. Alerding denke ich, dass es wie immer nur so lange funktioniert, bis sich der User daran gewöhnt hat.

    Trotzdem ist es eine weitere Möglichkeit für Abwechslung zu sorgen. Man muss es eben dann nur wieder scharf stellen und dafür die nötigen Zeit habe, um eine solche technische Spielerei zu bauen, die man nicht dauernd nutzt.

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  3. Daa

    Offensichtlich falle ich da aus dem Rahmen. Mein erster Blick galt den runden, roten Kreisen. Erst nach zweimaligem Hinschauen konnte ich erkenne, dass es sich bei diesen „Warnzeichen“ um symbolische Schuhgrössen handelte.

    Der verschwommene Teaser ist mir sogar erst beim Lesen des Textes („Huh, was für ein unscharfer Teaser?“) aufgefallen. Ein Zeichen dafür, dass mein heutiger Termin beim Optiker keineswegs voreilig gewählt war (kein Scherz!)… 😉

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  4. Andreas

    „Ein Eyetracking würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Erkenntnis liefern, dass der Teaser unten links („Stiefeletten“) wenig Beachtung bekommt. “

    Bin ich komplett verwirrt, sollte es nicht „unten rechts“ lauten??? 🙂

    Ansonsten interessante Idee!

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  5. Horst

    Thorsten, wäre wirklich interessant zu wissen, ob der Kunde mitspielen würde. Grundsätzlich halte ich nichts von einer Aufmerksamkeit die nichts bringt, da das was zu Betrachten ist nicht lesbar ist. Aufmerksamkeit ohne direkten Nutzen bringt niemand so wirklich weiter. Ob der Betrachter in solche einem Falle hier selbst Abhilfe schaffen und nachjustieren würde…? Das wage ich wirklich zu bezweifeln.

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  8. Carola

    Hm,
    Wahrnehmung ist so eine Sache.
    Ehrlich gesagt musste ich nach „Sie haben den unscharfen Teaser rechts unten“ erst noch mal auf das Bild sehen. Der Bereich war in meiner Wahrnehmung völlig(!) ausgeblendet.

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  9. Yerbabuena-Shop

    Ich scheine ebenfalls aus dem Rahmen zu fallen.

    Der unscharfe Teaser ist mir kaum aufgefallen, weil er a) in der äußeren Ecke positioniert war und b) unscharf war. D.h. mein Auge ist NICHT darauf hängen geblieben.

    Im Gegensatz dazu die scharfe Variante:
    Mein Blick fiel natürlich auf das große Bild, hat aber dann den rechten Rand „gescannt“ und zwar beide Teaser gleichermassen.

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  10. Johannes Schubert

    Ob die 60% wirklich nachweisbar wären? Denn auch ich habe dort erst erheblich später hingesehen. Stattdessen fiel mir die große Überschrift links oben („Stiefel-Must-Haves…“) am meisten ins Auge – ebenfalls gefolgt von den roten Punkten, die ich zunächst als reines Design-Element wahrnahm.

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  11. Thorsten Wilhelm

    @Andreas Böttcher: vielen Dank für die Messung der Daten, ich hab dasselbe vor, auch inspiriert von den Kommentaren hier. Werde dabei ein Eyetracking-System verwenden. Ich bin gespannt auf die Daten. Freue mich sehr, dass das Thema so viel Beachtung bekommt. Vielen Dank euch allen.

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  12. Frank Ollermann

    Hallo Thorsten,

    eine interessante Idee. Ich gehöre auch zu denen, die den unscharfen Teaser gar nicht gesehen haben. Auch ich bin erst beim Lesen des Textes darauf aufmerksam geworden. Dass die Aufmerksamkeit durch Unschärfe gelenkt werden kann, will ich wohl glauben, ähnlich wie das ja auch bei Animation funkktioniert. Die andere Frage ist aber die nach der subjektiven kognitiven Bewertung dieses „Tricks“.

    Zur Frage, wie unterschiedliche Intensitäten von Banner-Animation die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Aufgabe des Benutzers ablenken, haben wir übrigens erst kürzlich einen Artikel eingereicht:

    Hamborg, K.-C., Bruns, M., Ollermann, F. and Kaspar, K. (in Druck). The Effect of Banner Animation on Fixation Behavior and Recall Performance in Search Tasks. Computers in Human Behavior.

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  13. Pingback: Unschärfe zieht Aufmerksamkeit – aber nicht sofort! | usabilityblog

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