Near Field Communication in der Hotellerie: Sieht so die nutzerzentrierte Hotelinfrastruktur der Zukunft aus?

In meinem ersten Artikel zu Near Field Communication (NFC) im Tourismus habe ich auf die Vorteile hingewiesen, welche die NFC-Technologie im Tourismus auf Anwenderseite hat. Nun bin ich auf ein weiteres spannendes Beispiel gestoßen. Es zeigt, wie eine nutzerzentrierte Hotelinfrastruktur aussehen kann.

NFC kurz vorgestellt
Was NFC ist, habe ich in meinem ersten Artikel vorgestellt. Kurz zusammengefasst ermöglicht die NFC-Technologie die automatische Datenübertragung über kurze Distanzen, wenn ein Nutzer mit einem NFC fähigen Mobiltelefon in die Nähe (10 cm Radius) einer NFC-Anwendung kommt.

NFC in der Hotellerie
Das Clarion Hotel in Stockholm ist das erste Hotel, welches Near Field Communication (NFC) einsetzt, um den Hotelschlüssel zu ersetzen. Dieses Pilotprojekt startet das Hotel in Kooperation mit verschiedenen Spezialanbietern aus dem Bereich Sicherheit und Mobilfunk. Das Versuchsprojekt begann im November 2010 und lief acht Monate. In dieser Zeitspanne erhielten 30 Gäste ein NFC fähiges Mobiltelefon. Sie konnten nun das Hotel wie gewohnt über ein beliebiges Medium buchen. Dann erhielten sie eine Bestätigung auf ihr Mobiltelefon und kurz vorher eine Erinnerung, noch automatisch einzuchecken. Ähnlich kennt man diesen Eincheck-Prozess bereits bei Airlines (via QR-Codes). Allerdings erhält der Hotelgast beim Clarion Hotel zusätzlich einen elektronisch nachgebildeten Schlüssel.

Nutzerzentrierte Hotelinfrastruktur
Vorteile aus Nutzersicht sind: Der Gast braucht nicht mehr an der Rezeption einchecken. Zusätzlich hat er seinen Schlüssel immer dabei. Bei Verlust des Telefons kann der Schlüssel einfach gesperrt werden und es wird ein neuer ausgestellt. Beim Check-out muss der Gast sein Telefon lediglich über einen von vielen RFID Terminals „wischen“. Der Hotelschlüssel wird dann automatisch deaktiviert.

Zukünftige Möglichkeiten
Das Ziel dieses Pilotprojektes war es, eine Rückmeldung über die Nützlichkeit des Systems von Gästen und Angestellten zu erhalten. Der Test wurde daher durch eine Umfrage ergänzt. Der meistgenannte Vorteil war der, dass das System Zeit beim Ein- und Auschecken spare. Die Gäste wurden auch nach zusätzlichen NFC Services innerhalb des Clarion Hotels gefragt. Beispiele, die genannt wurden sind: Die Möglichkeit, für Speisen und Getränke sowie andere Services im Hotel bezahlen zu können. Das war der am häufigsten genannte Wunsch. Andere Aspekte waren ein hotelinternes Navigationssystem, um sich zu Recht zu finden und allgemein Informationen zu Angeboten, die sich um das Hotel herum befinden. Diese Informationen könnten übersichtsartig auf einem Smart Poster gesammelt und dann für Gäste entsprechend abrufbar sein.

Fazit
Neben diesen technischen Möglichkeiten ergibt sich für das Hotel die Chance, den Service näher am Gast auszurichten. Denn bürokratische Arbeiten werden durch NFC automatisiert. Dadurch bleibt dem Personal mehr Zeit, um sich auf die Bedürfnisse der Gäste zu konzentrieren. Zukunftsweisend erachte ich die NFC-Technologie in der Hotellerie besonders deswegen, weil für ein solches System die bestehenden RFID Schlüssel-Systeme (die in Hotels bereits verbreitet sind) genutzt werden können.

8 Gedanken zu „Near Field Communication in der Hotellerie: Sieht so die nutzerzentrierte Hotelinfrastruktur der Zukunft aus?

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  2. Pingback: NFC in der Hotellerie: Vom Internet zum Outernet? « Serendipity Suite

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  4. Tom

    Sehr spannendes Thema und toller Artikel, es gab auch vor einigen Jahren einen ähnlichen Test an einer Hochschule, bei der Telefone der Studenten mit NFC ausgestattet wurden. Da die nächste Generation von Mobiltelefonen ja diese RFID Chips schon eingebaut hat, wird das ganze zukünftig sicher noch viel spannender und vereinfacht.

    Sein eigenes Handy als Zimmerschlüssel zu nutzen, stelle ich mir ziemlich cool vor.

    (Ich will keine Werbung oder so machen, aber ich habe über den gesamten Themenbereich meine Bachelorarbeit dieses Jahr geschrieben und da es relevant erscheint. Falls es dich interessiert: Hier der Link: http://www.socialcat.de/catcontent/die-zukunft-des-online-marketings-liegt-im-outernet)

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  5. Eric Horster

    Tolle Arbeit Tom!

    Habe gerade die ersten Seiten gelesen. Und die Abschnitte jeweils angelesen. Eine sehr schöne Arbeit, die sich kompetent dem Thema Outernet annimmt und dies vor allem auch auf das Marketing überträgt. Gefällt!

    Gruß Eric

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  6. Pingback: Monatsrückblick – Top Themen im November: Erfolgsfaktor Bestellprozess, Formulargestaltung und Near Field Communication | usabilityblog

  7. Pingback: Gowalla war erst der Anfang: Wie der Weg ins Outernet für den Tourismus aussehen könnte | Eric Horster

  8. Jessi

    Hallo Tom,

    war gerade gespannt darauf Dein Arbeit zu lesen, aber leider exisitert der Link nicht mehr. Ich schreib gerade meine Masterarbeit zum Thema NFC-enabled destination cards und da hätte mich Deine Arbeit sehr interessiert. Hast Du sie noch im Netz zur Verfügung gestellt?

    Freu mich auf Deine Rückmeldung.

    Grüße

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