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2. November 2011 | Eric Horster Drucken
Kategorien: Mobile Usability, Trends, Usability von Geräten

Near Field Communication (NFC) im Tourismus: Wie beim Reisen die On- und Offlinewelt nutzerfreundlich verbunden werden

Derzeit schreibe ich einen Wissenschaftsartikel zum Thema Near Field Communication (NFC) im Tourismus. Bei meinen Recherchen wurde mir klar, dass diese Technologie unsere Art zu Reisen nachhaltig beeinflussen wird. Mittlerweile gibt es viele Einsatzfelder von NFC im Tourismus. In diesem Beitrag möchte ich erklären, was NFC eigentlich ist und an einem Beispiel zeigen, wie On- und Offlinewelt beim Reisen zunehmend verschmelzen. NFC ist hierbei ein Treiber, da durch diese Technologie das abrufen digitaler Informationen nutzerfreundlich gestaltet werden kann.

Was ist NFC?
Im technischen Sinne kann man mit NFC Daten über sehr kurze Distanzen austauschen. Was zunächst als Nachteil erscheint, ist im Hinblick auf Datensicherheit ein enormer Vorteil. Denn in dem 10cm Radius, in dem ein NFC Gerät sendet oder empfängt, ist es für Hacker sehr schwer, sich an den Datenaustausch anzudocken. NFC wird daher als Favorit für ein kontaktloses Bezahlsystem gehandelt. Auf Konsumentenseite wird zum Empfangen oder Senden hauptsächlich ein Smartphone eingesetzt. Die NFC Technologie ist bereits in vielen Nokia und Samsung Handys vorhanden. Beim iPhone fehlt sie noch. Doch bei der Präsentation des iPhone5 gibt es wahrscheinlich auch wieder „One more thing…“

Grundsätzlich gibt es bei NFC drei Modi
Mit dem Lese-Schreib-Modus können Daten von so genannten Tags abgerufen werden. Ähnlich wie bei der RFID Technologie, die bereits in Skigebieten eingesetzt wird, damit man seinen Skipass nicht immer hervorkramen muss. Oder wie bei den QR-Codes, die sich hierzulande auf Werbeplakaten ausbreiten. Dann gibt es den Peer-to-Peer Modus. Dieser ermöglicht es, dass zwei Geräte Daten austauschen können. So ist es zum Beispiel möglich, dass Objekte miteinander interagieren. So kann eine Bluetooth oder WiFi Verbindung sehr schnell und automatisch aufgebaut werden oder automatisiert Kontaktdaten ausgetauscht werden. Der dritte Modus ist die Card Emulation. In diesem Modus können Kredit- oder Bonuskarten von einem NFC-fähigen Handy nachempfunden werden.

NFC im Tourismus
Google startete zu Beginn diesen Jahres ein Pilotprojekt mit dem Motto: “the ultimate tourist pocket guide”. In Austin, Portland und Las Vegas motiviert Google dabei Restaurants, Verkaufsläden und weitere auf Google Places auffindbare Orte, einen personalisierten NFC Aufkleber am Eingang anzubringen. Gleichzeitig ist auf dem Tag ein QR-Code integriert. Auf dem Aufkleber steht: „Recommended on Google“. Fährt der Nutzer jetzt über das Tag, so bekommt er automatisch die Bewertungen zum entsprechenden Unternehmen. Zusätzlich weiß der Nutzer gleich auch die Telefonnummer, die Öffnungszeiten, usw. Im Telefon „Nexus S“ von Samsung (läuft mit Googles mobilen Betriebssystem Android) werden diese Daten automatisch gespeichert. Es ist also kein mühsames Heraussuchen mehr notwendig. Auch wenn es zunächst so aussieht, als wenn diese Entwicklung „nur“ einen kleinen Zwischenschritt automatisiert und damit nutzerfreundlicher macht denke ich dennoch, dass diese einfache Anwendbarkeit einen großen Effekt auf die Nutzung haben wird. Sollte Google damit Erfolg haben, so kann es auf Bewertungsunternehmen wie Qype aufschließen, da dann viele Bewertungen generiert werden.

Das Outernet kommt!
Aus Nutzersicht wird damit die reale Welt zum Internet. Das Trendforschungsunternehmen TrendONE bezeichnet diese Entwicklung als Outernet. In ihrem Whitepaper (PDF) sagen sie: „Der Internet explodiert in die reale Welt“. Der Unterschied zwischen On- und Offline wird damit zunehmend aufgehoben. NFC hilft dabei, reale Objekte mit einem virtuellen Informationsträger zu verbinden. NFC ermöglicht ein barrierefreies Abrufen der Informationen. Virtuelle Services überlagern die physische Welt. Diese Entwicklung wird unsere Art zu reisen nachhaltig verändern.

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