Zielgerichteter Online-Einkauf oder virtuelles „Bummeln“? – Zielgruppenunterschiede berücksichtigen

Geschlechter

„Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus.“ Populärwissenschaftlich wurde dieses Thema vielfach erörtert. Dass es auch Einflüsse auf die Shop-Gestaltung haben kann, möchte ich heute einmal aufgreifen. Die These, die diesem zugrunde liegt ist folgende:
Frauen suchen das Shopping-Erlebnis, während Männer auf den schnellen Abschluss aus sind.


Was heißt dieses in Bezug auf einen Online-Shop? Aufgeräumte, gut strukturierte Seiten für den Mann vs. verspieltes Design mit zahlreichen Crosslinks und immer neue Anregungen für die Frau?! Vermutlich sind damit beide glücklich und erleben ihren Einkauf als Erfolgserlebnis. Dieses soll nur als Beispiel gelten, um herauszustellen, wie wichtig die Berücksichtigung von Besonderheiten bei Nutzer-/Kundengruppen ist.
Wichtig für den Shop-Betreiber aber zunächst einmal die Definition die (Kern-)Zielgruppe als Ausgangsbasis für eine entsprechende Marktforschung, oder vom Wording her vielleicht besser Nutzerforschung, statt sich auf solche pauschalen Aussagen zu verlassen.

Hier bietet sich zuallererst natürlich eine Onsite-Befragung an, um mehr über die aktuellen Nutzer und deren Bedürfnisse zu erfahren und ggf. schon Besonderheiten festzustellen.
Darüber hinaus ist die schon angesprochene strategisch definierte Zielgruppe des Unternehmens von Bedeutung – die sich ggf. (noch) nicht auf dem Shop aufhält. Mittels einer Zielgruppen-Befragung z.B. über ein Online-Panel können diese Personen gezielt rekrutiert werden. Besonders interessant ist es auch, wenn man die Stichprobe beispielsweise repräsentativ für Online-Shopper wählt, und sich dann anschaut, ob es signifikante Unterschiede gibt zwischen der Durchschnittskunden und dem Wunschkunden. So lässt sich recht zuverlässig feststellen, ob der Aufwand für eine Veränderung oder Neukonzeption gerechtfertigt ist (z.B. Biete ich einen ganz neuen Checkout-Prozess an, der meine Zielgruppe besser abholt), oder die These ggf. sogar widerlegt werden kann.

Auch im qualitativen Bereich besteht die Möglichkeit bei Fokusgruppen, Konzepttests oder User-Experience-Tests im Labor Unterschiede zwischen Zielgruppen zu evaluieren. Ein plakatives Beispiel fällt mir hierzu ein: ein Online-Shop mit Fokus Mode setzt junge, attraktive Models ein. Diskussionen in Fokusgruppen mit der Kernzielgruppe 45+ ergaben, dass „lebensechtere“ Abbildungen gewünscht wurden, da sonst oft Skepsis vor dem Kauf (wie steht das mir, wie sieht das in meiner Größe aus) oder die Enttäuschung nach dem Kauf (entspricht nicht den Erwartungen, führt zu Retoure oder negativer Attribuierung auf den Shop).

Neben der Berücksichtigung von Unterschieden zwischen Männern und Frauen hat sich eResult zuletzt der Untersuchung einer speziellen Zielgruppe, den Digital Natives gewidmet. Auch Senioren standen schon im Fokus des Interesses. Gibt es noch eine Zielgruppe, die Sie brennend interessieren würde – wodurch auch immer abgegrenzt?

4 Gedanken zu „Zielgerichteter Online-Einkauf oder virtuelles „Bummeln“? – Zielgruppenunterschiede berücksichtigen

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  4. Zinit Solutions GmbH

    Klar, dass jeder Shopbetreiber sein Geschäft damit anfangen sollte, den Markt zu untersuchen. Darunter versteht man auch die Zielgruppe wählen und die Wünsche und Bedürfnisse der potentiellen Kunden sich selbst klar zu machen. Anders funktioniert nicht. Die Befragung ist in diesem Fall das Richtige.

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