10 Nutzer, 2 Testschleifen, 3 Tage: (Wie) Agiles Testing funktioniert!

Viele Unternehmen entwickeln Ihre Anwendungen mittlerweile agil, um möglichst schnell auf Anforderungen Ihrer Kunden (bzw. Nutzer) reagieren zu können. Oftmals geht es darum, neue Anwendungen oder einzelne Funktionalitäten möglichst schnell zu implementieren und somit für die Nutzer verfügbar zu machen. Gezielte Nutzertests bleiben dabei oft auf der Strecke.

Die Folge: Die Nutzer müssen sich mit z. T. wenig ausgereiften Funktionen herumschlagen und die Entwickler müssen diese Probleme aufwendig beheben.

Die Lösung: Kombinieren Sie agile Entwicklung mit User Experience-Beratung und evaluieren Sie einen Prototyp Ihrer Anwendung bereits innerhalb von 3 Tagen. Egal in welcher Entwicklungsphase Sie sich befinden.

Der „3-Tages-Plan“:

Ein iterativer Klickdummytest ist ideal geeignet, um eine Anwendung binnen weniger Tage zu evaluieren. Dabei kann der Klickdummy sowohl vom Entwicklerteam geliefert als auch von einer UX Agentur erstellt werden. In beiden Fällen ist eine enge Zusammenarbeit erforderlich, um die wesentlichen zu testenden Funktionalitäten optimal abzubilden. Dies gilt auch für die Erarbeitung der Fragestellungen für den eigentlichen Test. Auf diese Weise kann der Test zeitnah angestoßen werden. Ein möglicher Ablauf wäre der Folgende:

Tag 1: Erste Testschleife

Mit 5-6 Testpersonen wird der erste Test durchgeführt. Bei einer Testdauer von ca. 45 min pro Testperson lassen hier schon die wesentlichen Fragestellungen auf Nutzerfreundlichkeit testen; Schwachstellen der Anwendung können erhoben werden.

Gleichzeitig kann während der Beobachtung des Tests durch Entwickler bzw. Interaktionsdesigner und UX Consultants parallel ein Empfehlungsworkshop starten. Notwendige Anpassungen können so „on the fly“ erhoben werden. Eine Dokumentation z. B. mit Haftnotizen auf Pinnwänden und ein anschließendes Fotoprotokoll machen sorgen dafür, dass die Ergebnisse direkt „mitgenommen“ werden können.

Wichtige Voraussetzung ist in diesem Zusammenhang natürlich die Anwesenheit mindestens eines Entwicklers oder des Prodct Owners, der die notwendigen Anpassungen vermitteln kann.

Tag 2: Anpassungen am Klickdummy

Die Erkenntnisse aus der ersten Testschleife können nun in einem zweiten Schritt direkt in die Optimierung des Klickdummys einfließen. Dieser kann sowohl vom Entwicklerteam selbst als auch von der UX-Agentur angepasst werden.

Tag 3: Zweite Testschleife und finale Optimierung

Bereits am dritten Tag kann der angepasst Dummy in die zweite Testschleife gehen. Auch hier sollten wieder 5-6 Testpersonen eingeladen werden. Am Ende des Tages stehen die Erfolgskontrolle bereits umgesetzter Empfehlungen sowie die Ableitung finaler Optimierungen. Diese können direkt in den nächsten Sprint einfließen und dort umgesetzt werden.

Einige Voraussetzungen müssen gegeben sein…

Sicher muss hier methodisch das Rad des „iterativen Tests“ nicht neu erfunden werden – vielmehr kommt es auf die Voraussetzungen an, die gegeben sein müssen, um einen solchen Test zu ermöglichen. Voraussetzungen hierfür sind:

  • Enge Zusammenarbeiten zwischen UX-Consultants und Entwicklern: Auf diese Weise können Absprachen schnell und unkompliziert getroffen werden. Ideal ist hier, wenn die Teams auch räumlich nah zusammenarbeiten. Hierdurch kann auch das Wissen aller Beteiligten (technische Anforderungen und Anforderungen der Nutzer) optimal kombiniert werden.
  • Fokus auf Ergebnisse, nicht auf ausführliche Dokumentation: Ergebnisse sollten idealerweise sofort in den nächsten Entwicklungsschritt einfließen – Ergebnisdokumentationen können sich daher auf wesentliche Aspekte beschränken (z. B. Fotoprotokoll von Flipcharts bzw. Pinnwänden).
  • Priorisierung der Fragestellungen: Zentrale Erkenntnisziele der Evaluation sollten priorisiert werden, um die wichtigsten Aspekte innerhalb kurzer Zeit evaluieren zu können.

Alles in allem entsprechen diese Grundsätze (enge Zusammenarbeit im Team, wenig Dokumentation, Priorisierung) der Arbeitsweise in der agilen Entwicklung. Eine Integration von UX-Beratung in diese Vorgehensweise ist also möglich, wenn diese Voraussetzungen gegeben sind.

Entwickeln Sie ebenfalls agil? Welche Erfahrungen haben Sie ggf. damit gemacht, UX-Beratung in Ihre Entwicklung einzubeziehen?

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