Und wenn das Sofa nicht zur Tapete passt? Wie 3D-Planer die Conversion pushen können

Online-Shops weisen in der Regel einen sehr ähnlichen Aufbau auf. Ausgehend von einer Startseite, die uns unter anderem auf aktuelle Specials und Angebote aufmerksam machen will, steigen wir in die verschiedenen Produktkategorien ein. Wir wählen auf Produktübersichtseiten interessante Artikel aus und informieren uns auf Produktdetailseiten ausführlich. Schließlich legen wir, zumindest wenn es nach dem Shopbetreiber geht, Artikel in den Warenkorb und lassen uns durch den Checkout führen. Dieser Aufbau hat dabei durchaus seine Berechtigung. Der Nutzer hat sich an die Struktur gewöhnt und im Rahmen von Usability-Tests fällt immer wieder auf, wie stark das Gelernte auch die Erwartungshaltung der Besucher bestimmt.

Dennoch sollte dieser Aufbau nicht als (um einmal das Unwort des Jahres 2010 zu nutzen) ‚alternativlos‘ angesehen werden. Dieser Artikel will mit 3D-Planern eine Möglichkeit vorstellen, den Nutzer mit einem ungewohnten Shopping-Erlebnis zu überraschen und einen echten Mehrwert zu bieten.

CAD-Programme (zu deutsch: Programme zum rechnergestützten Zeichnen bzw. Konstruieren) sind seit jeher wichtiges Arbeitsinstrument, z.B. in der Entwicklung von industriellen Präzisionsteilen. Aber auch Architekten nutzen sie, um Gebäude zu planen und um Bauherren schon einmal mit einem Gang durch ihr potentielles Wohnzimmer zu überzeugen. Lange Zeit extrem teuer und von zu geringen Rechen- bzw. Breitbandgeschwindigkeiten ausgebremst, ist es inzwischen möglich entsprechende Programme online und ohne zusätzliche Installationen zu nutzen (zugegebenermaßen mit beschränktem Funktionsumfang).

An dieser Stelle seien mit mydeco.com und roomsketcher.com zwei Anbieter genannt, die es ermöglichen, die eigenen Wohnräume zentimetergenau nachzubauen, Wände zu tapezieren und Möbelstücke zu platzieren. Die zweidimensionale Draufsicht hilft beispielsweise bei der Entscheidung, ob mit dem ausgesuchten Schrank der Durchgang zum Fenster noch breit genug ist, die Betrachtung in 3D vermittelt einen Eindruck, wie dunkel der Raum mit braunem Schrank und braunem Boden wirkt.

Ansichten Roomsketcher

2D Ansicht und 3D-Snapshot von roomsketcher.com

Der Nutzerkann sich so, im Gegensatz zur isolierten Produktdarstellung und auch zur Situation am ‚Point of Sale‘, ein realistisches Bild davon machen, wie sich ein Produkt in seiner tatsächlichen Umgebung wirken würde. Entsprechende Bedenken werden verringert und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen, weil zufriedenstellenden Kaufs steigt.

Die Auswahl an verschiedenen Möbeln weckt den Spieltrieb und lädt zum Ausprobieren ein. Die Möglichkeiten zum Cross-Selling erscheinen da fast grenzenlos. Mydeco.com fragt den Nutzer beim Speichern seiner Entwürfe einfach, ob er denn die platzierten Artikel auf seinen Merkzettel legen möchte. Auch in anderen Produktkategorien finden sich ähnliche Ansätze. So lädt misterspex.de zur virtuellen Brillenanprobe ein, die Modebranche scheint geradezu prädestiniert um die Kombinationsmöglichkeiten zu bestehenden Kleidungsstücken zu testen.

Produkt mydeco

Produktdarstellung bei mydeco.com. Direkter Link zum Shop ist vorhanden.

Ob sich diese Art der Präsentation allerdings auch positiv auf die Conversion niederschlägt, hängt letztendlich entscheidend davon ab, ob die Artikel schließlich auch im Warenkorb landen. Während bei roomsketcher.com lediglich auf die Website des jeweiligen Herstellers verwiesen wird, findet der Nutzer bei mydeco.com direkte Links zu den jeweiligen Shops. Selbstverständlich auf einer Produktdetailseite, so dass der Einkauf wie gewohnt fortgesetzt werden kann…

3 Gedanken zu „Und wenn das Sofa nicht zur Tapete passt? Wie 3D-Planer die Conversion pushen können

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  3. Andreas

    Ich bin mir nicht sicher ob die Conversions wirklich damit geholfen werden. Für mich und auch für alle in meinem umfeld macht diese 3D planung keinen spaß. Sogar der Ikea Küchenplaner (den ich sogar gut finde) wird als schrecklich empfunden.

    Es wäre mal interessant herauszufinden wie viel user das wirklich nutzen und deshalb auch was kaufen…

    Antworten

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