Nutzen Sie Ihre USPs, um Besucher an Ihre Seite zu binden! Ein Beispiel aus der Reisebranche

Ihr Angebot verfügt über Möglichkeiten oder Funktionen, die der Wettbewerb nicht bietet? Dann lassen Sie es Ihre Besucher auch wissen. Geben Sie ihm keinen Grund zu bleiben, wird er Ihre Seite schnell wieder verlassen. An Beispielen aus der Reisebranche möchte ich zeigen, wie wichtig es ist, die eigenen Stärken vom Start weg richtig in Szene zu setzen und den Nutzer beim Einstieg in die Seite zu vermitteln, was nur Ihr Angebot ihm exklusiv bieten kann.

Die selbstständige Recherche und Buchung von Urlaubsreisen am heimischen Computer läuft der ‚klassischen‘ Buchung im Reisebüro immer weiter den Rang ab. Welt.de beschreibt für das Jahr 2009 einen Anstieg des Anteils der Onlinebuchungen von 7% (2005) auf 12%, während im Reisebüro inzwischen nur noch weniger als die Hälfte aller Reisen gebucht werden. Natürlich wollen viele Anbieter einen Teil von diesem wachsenden Kuchen abhaben, Affiliate-Seiten zum Finden und Buchen des passenden Hotels oder Restaurants gibt es, um beim Thema zu bleiben, wie Sand am Meer. Wie also auffallen und Nutzer an die eigene Seite binden, vor allem wenn es am Markt ‚big player‘ gibt, die massive Budgets für Werbung etc. einsetzen können?

Vorausgesetzt, Ihre Seite verfügt über Möglichkeiten, die die anderen Wettbewerber nicht bieten, gilt es sich hierüber zu differenzieren und diese so gut wie möglich in Szene zu setzen. In Bezug auf Reisen wäre dies beispielsweise die Möglichkeit, die Reise individuell zu planen und Ablaufpläne zu erstellen. In solchen, reisebegleitenden Features sieht übrigens auch Scott Durchslag, Präsident von Expedia Worldwide, einen Wachstumsmarkt für Onlinereisebüros.

www.tripwiser.com liefert genau diese Funktion: Angebunden an eine riesige Datenbank, detailliert und… quasi unauffindbar. Oder finden Sie auf der Startseite einen Hinweis, der auf eine entsprechende Funktion schließen ließe?

Startseite www.tripwiser.com

Startseite www.tripwiser.com

Der Nutzer wird von einer mittig platzierten tagcloud begrüßt, das große und ebenfalls zentral platzierte Suchfeld lässt darauf schließen, dass das Feld als zentraler Zugang in die Seite gedacht ist. Vor allem, da auf eine Hauptnavigation vollständig verzichtet wird. Die Hinweise auf die Möglichkeit einer individuellen Reisegestaltung müssen schon mit der Lupe gesucht werden: Der Claim im minimalistischen Header gibt mit „we take travel personally!“ zumindest einmal ein Schlüsselwort. In der Metanavigation findet sich der Punkt „New trip“. Wer auf Basis dieser Hinweise auf eine Funktion zur Reiseplanung schließen will, muss schon sehr um die Ecke denken. Meine These: Der Großteil der (Erst-)Nutzer erkennt diesen Mehrwert nicht und verlässt die Seite wieder, bzw. lernt die Funktion in der anschließenden Nutzung zufällig kennen.

Ganz anders stellt sich da das Angebot von www.foxplorer.de dar: Die Seite begrüßt den Nutzer mit den Schlüsselwörtern ‚Reisen‘, ‚individuell‘ und ‚planen‘. Letzteres ist, in verschiedenen Varianten, insgesamt fünfmal im sofort sichtbaren Bereich der Startseite zu lesen, unter anderem im zentralen und damit aufmerksamkeitsstarken Bereich in der Mitte. Interessant: Auf Bilder wird vollständig verzichtet, das Design ist reduziert. Umso stärker fällt der Fokus auf die großen Textelemente.

Startseite www.foxplorer.de

Startseite www.foxplorer.de

Dem Besucher wird so sofort eine Idee vermittelt, welches Ziel das Angebot verfolgt, ein großer und eindeutiger ‚call-to-action‘ Button folgt darunter und bietet einen prominenten Einstieg in die Seite. Zufall oder Absicht, meiner Meinung nach ist der blaue horizontale Balken darunter in diesem Zusammenhang Gold wert, um die Aufmerksamkeit von Besuchern, die sich über das Angebot noch unklar sind, auf das nebenstehende Erläuterungsvideo zu lenken.

Wer also Besucher zu Kunden, Teilnehmern oder Mitgliedern auf seinem Angebot machen möchte, sollte deren Nutzungssituation und –absicht im Hinterkopf behalten. In der Regel wird über die Relevanz eines neuen Angebots innerhalb weniger Sekunden entschieden. Wollen Sie, dass ein Besucher bleibt, sagen Sie ihm warum er dies tun sollte, welche Leistungen ihr Angebot bietet, welche Fragen Ihre Seite beantwortet.

3 Gedanken zu „Nutzen Sie Ihre USPs, um Besucher an Ihre Seite zu binden! Ein Beispiel aus der Reisebranche

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  2. Philip

    Es freut mich, dass Sie sich so intensiv mit Usability beschäftigen- insbesondere natürlich auch mit unserer Seite http//www.Foxplorer.de . Vielleicht noch eine kurze Ergänzung als Zusatzinfo: Wir hatten eine zusätzliche Herausforderung, da das Produkt und der Kundennutzen gänzlich neu war. Daher haben wir uns bewusst auf ein Hauptfeature fokussiert, die Online Reiseplanung, die wir dem Kunden auf einem Blick darstellen wollten. Ich kann nur allen Lesern raten, sich wirklich auf das USP zu konzentrieren, da man maximal wenige Sekunden Aufkermsamkeit vom User bekommt. Hier ist ganz klar weniger mehr. In diesem Sinne: KISS (Keep it small and simple)!

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  3. Florian Thirolf

    Hallo Philip,
    vielen Dank für die Rückmeldung. Schön zu sehen, dass es mir mit dem Artikel gelungen ist, auch den „Absender“ der Seite zu erreiechen!
    Ich gebe Ihnen völlig Recht: Je mehr Features und Elemente um Aufmerksamkeit buhlen, umso schwieriger wird die Organisation. Ich würde fast darauf wetten, dass auch eine Blickverlaubsmessung zeigen würde, dass der Slogan „Reisen. Online. Planen.“ enorm viel Aufmerksamkeit zieht.

    Grüße
    Florian

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