Recruiting auf Facebook – Toll, und wieso macht ihr und eResult das nicht so?

Social Media Recruiting gehört derzeit zu den wichtigsten Themen im Personalmarketing. In zahlreichen Studien, auf Konferenzen und auch in Fachforen widmet man sich immer wieder diesem Thema oder gar diesem Hype.

Immer mehr Unternehmen nutzen bereits Facebook für die Personalgewinnung und hoffen so, den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel zu überstehen. Ich habe nachgeschaut, was mir und potenziellen Bewerbern – wenn diese es denn schon mal bis auf die Unternehmensseite von Facebook geschafft haben – in punkto Personalgewinnung angeboten wird.

Da gibt es…

Unternehmen, die scheinbar keine neuen Mitarbeiter suchen – oder doch?

Auf Facebook findet man dazu jedenfalls keine Informationen. Diese Unternehmen haben scheinbar keine Zeit, wenig Social Media-Kompetenz oder ein zu geringes Budget um möglichen neuen Bewerbern auf irgendeine Art zu verdeutlichen, dass auch ihr Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern sucht.

Weiterhin…

Unternehmen, die schon gute Ansätze von Recruiting aufweisen – aber reicht das?

Diese Unternehmen weisen bereits auf freie Stellen hin. Allerdings muss man schon genau hinschauen und sich durch Berge von Pinnwand-Beiträgen oder Stellenanzeigen wühlen, um zu erkennen, ob Stellenanzeigen relevant bzw. die eigene Zielgruppe überhaupt gefragt ist. Ganz zu schweigen davon, wenn man Informationen sucht wie beispielsweise „Was bietet mir das Unternehmen überhaupt?“

Und schließlich…

Unternehmen, die erkannt haben, welche Möglichkeiten der Personalgewinnung ihnen Facebook bietet.

Wie das auf einfache Art und Weise gehen kann, möchte ich an zwei Beispielen kurz erläutern. Bei diesen Unternehmen fühle ich mich oder der potenzielle Bewerber einer bestimmten Zielgruppe dann auch angesprochen bzw. willkommen!

Telekom: Karriere – Einstiegsseite

Telekom 1

Facebook Telekom-Karriere: Zielgruppenabhängige Einstiegsseite

Auf der Karriere-Einstiegsseite werde ich bzw. der potenzielle Bewerber gleich willkommen geheißen. Freundlich schauende Menschen erzeugen schnell eine positive Grundstimmung. Und: ich muss nicht lange suchen und weiß sofort, zu welcher Zielgruppe ich gehöre. Ich werde nicht alleine gelassen, sondern sofort abgeholt, auf der Facebook-Seite gehalten und zum weiteren Einstieg angeregt.

Noch nicht ganz gelungen finde ich die Bezeichnung der Zielgruppe „Professionals“. Hier könnte sich so mancher potenzielle Bewerber fragen: Was konkret sind Professionals – sind das nur Experten im Sinne von langjährigen Mitarbeitern bzw. Akademikern oder sind damit auch Berufseinsteiger sowie „normale“ Fachkräfte gemeint?

Was mir noch gut gefällt: Ich kann über den linken Navigationsbereich auch in eine eigene, direkte Jobsuche einsteigen. Dieser bietet alternative Einstiegsmöglichkeiten für unterschiedliche Zielgruppen: Zum einen für denjenigen, der sich erst einmal informieren möchte, was das Unternehmen überhaupt zu bieten hat und zum anderen für denjenigen, der direkt in den Stellenanzeigen suchen möchte. Hier muss ich mich aber nicht mit unzähligen Pinnwand-Beiträgen beschäftigen sondern kann ganz gezielt in die Jobsuche einsteigen.

Ernst & Young: Zielgruppenabhängige Informationen

Ernst & Young_1 Erfahrungsberichte

Facebook Ernst & Young: Zielgruppenabhängige Informationen

Seine gesuchten Zielgruppen spricht auch das Unternehmen Ernst & Young direkt an. Beispielsweise werden hier Studenten auf verschiedenste Art und Weise abgeholt. Auf dieser zielgruppenanhängigen Einstiegsseite gibt es u.a.

  • Direkte Informationen zum Bewerbungsprozess
  • Informationen zur Unternehmenskultur
  • Kalender für anstehende Recruiting-Events
  • Erfahrungsberichte zum Arbeitsalltag per Video
  • (Gerade in sozialen Netzwerken erwarten Nutzer private Erlebnisse, beispielsweise wie jemand ein Trainee-Programm erlebt hat.)
  • u.v.m

Meine Sicht: Hier bewirbt sich bestimmt fast jeder Student gerne!

Fazit: Zielgruppen auf Facebook direkt ansprechen!

Anhand der Beispiele haben Sie gesehen, dass es gar nicht so schwer ist, Recruiting über Facebook „richtig“ zu gestalten bzw. Facebook überhaupt als Recruiting-Kanal zu nutzen. Es bietet als soziales Medium ein enormes Potenzial um die eigene Arbeitgebermarke für potenzielle Bewerber zu präsentieren und diese gezielt anzusprechen.

Daher gilt zu beachten:

  • Bieten Sie eine eigene Einstiegsseite für den Karriere- und/oder Jobbereich an
  • Bieten Sie für gesuchte Zielgruppen idealerweise einen eigenen Bereich an und benennen Sie die Einstiege treffend
  • Verdeutlichen Sie die Vorteile, die Ihr Unternehmen den einzelnen Zielgruppen bietet

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungsberichte, Meinungen und Ideen!

5 Gedanken zu „Recruiting auf Facebook – Toll, und wieso macht ihr und eResult das nicht so?

  1. Bärbel Jüngel

    @ Alex: Der Kunde geht halt vor! Oder, wie man so schön sagt: „Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe ;-).“ Bisher gab es für uns noch genügend andere, geeignete Recruiting-Wege, so dass wir immer gute Bewerber haben. Das wird sich zukünftig ändern – denn jedes Unternehmen möchte natürlich die besten Mitarbeiter und so müssen auch wir mehr Zeit in das Recruiting investieren und die einzelnen Zielgruppen noch stärker ansprechen!

    Antworten
  2. Arthur Krier

    Vielen Dank für diesen Überblick zu dem Thema.
    Besonders gefreut habe ich mich über die Beispiele, denn die findet man nicht leicht, wenn es um das Thema Recruiting über Facebook geht.

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  3. personalmarketing2null

    Nun ja. Recruiting auf Facebook ist ja so eine Sache 🙂
    Dazu zwei Empfehlungen:
    1. Die Facebookseite „Karriere-Fanpages auf Facebook“ (http://facebook.com/karriere.fanpages) empfehlen. Dort gibt es eine aktuelle Übersicht von Karriereseiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
    2. Das Whitepaper „Braucht jedes Unternehmen eine Karriere-Fanpage auf Facebook?“, hier zum Download: http://allfacebook.de/pages/braucht-jedes-unternehmen-eine-facebook-karriere-page/
    Schöne Grüße!

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