Ich kauf‘ dann später – Good Practices für Merkzettel in mobilen Shops

Laut einer aktuellen Studie von Innofact haben bereits 36% der Smartphone- und Tablet-Besitzer schon einmal mobil eingekauft. Weit mehr, nämlich 74% haben sich vor dem Kauf zumindest schon einmal mobil über ein Produkt informiert. Zu letzterer Gruppe zähle ich mich selbst auch – denn oft stöbere ich mobil mit dem Smartphone in verschiedenen Shops, bestelle dann aber doch lieber von zu Hause am Laptop (größerer Bildschirm, stabilere Verbindung etc.). Und da freue ich mich natürlich ganz besonders, wenn ich dann auf der Website auf den genau den Merkzettel zurückgreifen kann, den ich mobil schon befüllt habe. Denn sonst muss ich ja sämtliche Produkte ein zweites Mal heraussuchen.

Im Folgenden mal eine kleine Sammlung der mobilen Shops, bei denen die Merkzettelfunktion besonders gut umgesetzt ist.

Wo ist sie bloß, die Merkfunktion?

Gerade das habe ich mich bei vielen mobilen Shops schon gefragt (auch bei denen, die tatsächlich einen Merkzettel hatten).

Wichtiges Kriterium beim mobilen Stöbern ist daher in meinen Augen, dass der Merkzettel leicht zugänglich ist. Bei vielen mobilen Shops muss ich allerdings erst auf die Produktdetailseite gehen, um mir ein Produkt merken können. Gerade bei langsamerer Verbindung oft ziemlich lästig – nicht zuletzt, da ich mir mobil ohnehin erst einmal einen Überblick verschaffen möchte.

Schön gelöst sind diesbezüglich die Merkfunktionen im mobilen Shop von z. B. Sportscheck und Neckermann. Schon von der Produktliste aus kann ich einzelne Produkte auf meinen Merkzettel legen. Bereits gemerkte Produkte werden zudem gekennzeichnet.

Neckerman merken

Sportscheck gemerkt

Ähnlich sieht es auch im mobilen Shop von Otto aus – hier gefällt es mir außerdem besonders gut, dass der Merkzettel selbst oben rechts sehr prominent platziert ist. Sobald ich ein Produkt auf dem Merkzettel gelegt habe, wird dieser farblich hervorgehoben.

Otto Merkzettel

Einloggen nicht vergessen!

Nun nützt mir das alleinige Vorhandensein eines Merkzettels noch nicht allzu viel – im Idealfall möchte ich natürlich auch im Webshop auf den gleichen Merkzettel zugreifen können; dazu muss ich mich natürlich einloggen bzw. registrieren. Bei einigen Shops kann ich daher den Merkzettel nur dann nutzen, wenn ich mich vorher mit meinen Zugangsdaten angemeldet habe.

Douglas

Zwar ist so sichergestellt, dass der Merkzettel in meinem Profil gespeichert wird – dennoch fühle ich mich hier irgendwie ein wenig bevormundet.

Anders als bei Douglas kann ich den Merkzettel bei Baur und Neckermann immer nutzen – ich werde allerdings auch deutlich darauf hingewiesen, dass ich ihn nur dann speichern kann, wenn ich mich anmelde bzw. einlogge. So liegt die Entscheidung bei mir als Nutzer. Bei Neckermann gefällt mir vor allem die deutliche Bezeichnung „Merkzettel speichern“ auf dem Button, der mich zum Login weiterleitet.

Baur Hinweis Merkzettel

Neckermann Hinweis Merkzettel

Wichtig bei der Integration des Merkzettels in mobile Shops sind vor allem also folgende Dinge:

  • Platzieren Sie Merkzettel im mobilen Kontext bereits auf der Produktübersichtsseite – so können Nutzer schnell eine Vorauswahl treffen und diese dann später weiter verfeinern.
  • Heben Sie hervor, welche Produkte bereits gemerkt wurden – so verlieren die Nutzer auch bei langen Produktlisten nicht den Überblick.
  • Erinnern Sie die Nutzer daran, sich einzuloggen, um den Merkzettel zu speichern und bieten Sie vor allem auch die Möglichkeit an, sich neu zu registrieren.

Auf diese Weise können Nutzer beim mobilen Stöbern unterstützt werden und die Vernetzung der Kanäle gelingt optimal.

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4 Kommentare zu „Ich kauf‘ dann später – Good Practices für Merkzettel in mobilen Shops

  1. Klaus

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank. :-)

    Allerdings stellt sich für mich die Frage, ob Kunden den Merkzettel überhaupt nutzen oder einfach den Warenkorb als Merkzettel „missbrauchen“. Falls das stimmt, sollte man eher eine Funktion vorsehen, die es Nutzern ermöglicht den Warenkorb dauerhaft zu speichern, so dass er auch vom Desktop aus erreichbar ist.

    Übrigens: für Nutzer, die bereits ein Konto haben und sich mindestens einmal auf der mobilen Site angemeldet haben, sollte es möglich sein Artikel ohne neues Login dauerhaft zu speichern und mit dem Desktop / anderen Geräten zu synchronisieren.

  2. Marc

    da kann ich Klaus nur zustimmen, weil ich nutze auch kein Merkliste, zumal in einigen Shops es garnicht einfach ist, später die Merkliste zu löschen bzw. hieraus die Bestellung in einem zu tätigen.

    @Klaus
    ich geb jedoch zu bedenken, dass wenn man das Handy verliert somit auch der Shop mit allen Daten usw. zugänglich wäre.

  3. Andrea Struckmeier Artikelautor

    Hallo Marc, hallo Klaus,

    vielen Dank für die Anmerkungen! Aus Erfahrungen in verschiedenen Tests von mobilen Shops weiß ich, dass eine Merkfunktion durchaus gerne genutzt wird, gerade weil oft mobil erst einmal eine Vorauswahl getroffen wird. Wäre sicher auch mal ein interessantes Thema für einer größer angelegte Studie welche Features beim mobilen Shoppen/Bummeln besonders wichtig sind bzw. wie Nutzer dabei genenrell vorgehen.Prinzipiell halte ich eine Merkfunktion aber für sehr wichtig.
    Ich denke, wichtig ist vor allem, dass die Nutzer die Möglichkeit haben, den Merkzettel via Login speichern können, damit sie die Produkte später einfach wiederfinden – das geht auch noch nicht überall (da macht der Merkzettel wirklich keinen Sinn). Wichtig wäre hier natürlich der automatische Logout nach einiger Zeit, falls der Nutzer dies vergisst (aus dem von Klaus genannten Grund).
    Bei einigen mobilen Shops (z. B. Hagebau) ist der Login zur Nutzung des Merkzettels übrigens sogar verpflichtend – was ich allerdings weniger gelungen finde (vor allem für diejenigen, die noch keinen Account haben).

  4. Stephan

    Ich halte Merkzettel auch für eine gute Möglichkeit Kunden zu binden.
    Wer einen Merkzettel angelegt hat kommt mit großer Wahrscheinlichkeit wieder in den Shop.
    Ich denke, dass in nächster Zeit ein großes Augenmerk auf Service für den Kunden gelegt wird / gelegt werden muß … denn einen Online-Shop installieren kann mittlerweile fast jeder … aber beim Service trennt sich dann die Spreu vom Weizen …

    Gruß, Stephan

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