Was würde Walter tun? – Wie Sie Entscheidungsprozesse Ihrer Personas erforschen können

Personas sind ein wichtiges Mittel im User-Centered-Design Prozess – sie helfen dabei, die Nutzer bei der (Weiter-)Entwicklung von Anwendungen im Auge zu behalten. Persona-Beschreibungen liefern ein sehr konkretes und lebendiges Bild von Merkmalen, Eigenschaften und Einstellungen der typischen Nutzer Ihrer Anwendung. Doch wie können Sie noch mehr über konkrete Vorgehensweisen der Personas bei z. B. der Nutzung Ihrer Website oder der generellen Informationssuche erfahren?

Personas bilden und etablieren

Wie Personas konkret gebildet werden, wurde an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben. Oft erfolgt die Ermittlung z. B. über eine Onsite-Befragung – mittels einer Clusteranalyse können im Anschluss aus den Daten homogene Nutzergruppen gebildet und anhand verschiedener Merkmale konkret beschrieben werden.

Wichtig ist nun im ersten Schritt, Personas auch im Unternehmen zu etablieren und sie für die Mitarbeiter greifbar zu machen. So können die Personas z. B. über Plakate und Aufsteller im Unternehmen einen festen Platz finden oder via Video zum Leben erweckt werden. Auf diese Weise können Einstellungen und typische Merkmale transportiert werden und wertvollen Input für z. B. Design-Entscheidungen liefern.

Beim Arztbesuch

In Tiefeninterviews können weitere Erkenntnisse über Personas gewonnen werden.

Eine weitere Möglichkeit, mit der Sie Ihre Personas auch über einen längeren Weg begleiten können, sind Nutzertagebuchstudien. Hierfür können ganz konkrete Vertreter Ihrer Personas rekrutiert werden, die dann über die Dauer von mehreren Wochen einen Prozess dokumentieren. Besonders geeignet ist diese Methode, um längerfristige (Entscheidungs-)Prozesse zu erfassen und zu analysieren wie z. B. den Kauf einer neuen Wohnzimmereinrichtung oder die Suche nach einer neuen Wohnung.

Solche Prozesse können i.d.R. weniger gut in einem (rückblickenden) Interview erfasst werden, da einzelne Ereignisse hier häufig schon länger zurückliegen. Im Rahmen einer Tagebuchstudie hingegen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die Ereignisse unmittelbar zu dokumentieren. Erfolgt die Dokumentation online-basiert, so können Sie das Vorgehen der Teilnehmer live mitverfolgen; zudem können auch konkrete Rückfragen zu Details gestellt werden.

Gemeinsam am Laptop

Mit Hilfe von (Online-) Nutzertagebüchern können Sie konkrete Vorgehensweisen und Entscheidungsprozesse der Personas nachvollziehen.

Auf diese Weise können Sie Ihre Persona-Beschreibung am Ende noch um eine Darstellung der typischen Cusotmer Journey und z. B. um Zitate einzelner Personas ergänzen. Sie können erkennen, ob bzw. wie sich einzelne Personas in Ihren Vorgehensweisen unterscheiden und an welche Stelle des Prozesses sie vielleicht sogar all Ihre Personas noch weiter unterstützen sollten.

Wichtig ist – egal ob Tiefeninterview oder Nutzertagebuchstudie – dass die Stichproben entsprechend groß genug gewählt werden, um repräsentative Erkenntnisse zu erzielen. Auf diese Weise erhalten Sie ein ganzheitliches Bild der typischen Nutzer Ihrer Anwendung, das Ihnen als wertvolle Entscheidungshilfe im User-Centered-Design-Prozess dient.

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