Barcodescanner von Real; Einkaufsliste von Norma… wir bauen die ideale Lebensmittel-Shopping-App!

Fast moving consumer goods“ oder zu Deutsch „Waren des täglichen Bedarfs“ tragen ihren Namen nicht zu Unrecht. Die Beschaffung, zumindest aber der Konsum von Lebensmitteln und sonstigen Verbrauchsprodukten nimmt einen festen Platz in unserem Alltag ein. Und sind es nicht gerade diese Bereiche des täglichen Lebens, die die kleinen digitalen Helferlein wie Smartphones bzw. mobile Applikationen revolutionieren möchten. Demzufolge eigentlich paradox, dass sich nach den aktuellen Zahlen zur mobilen Internetnutzung in Deutschland keine Anwendung aus diesem Bereich unter den Top 15 befindet und die Downloadzahlen auch deutlich unter den Werten der Top-Downloads liegen . (Berücksichtigt wurden Anwendungen für das Betriebssystem Android. Die Anwendungen mit der höchsten Verbreitung sind die von Aldi Süd und Nord mit je +100.000 Downloads. Zum Vergleich: Die an Platz 14 gerankte Android-App von mobile.de wurde mehr als 1.000.000 Mal heruntergeladen. Grund genug, sich die angebotenen Anwendungen einmal im Detail anzuschauen. Ergebnis: Die Angebote orientieren sich alle an den gleichen Grundfunktionalitäten wie der Vorstellung aktueller Angebote oder dem Erstellen einer vollständigen Einkaufsliste. Allerdings schafft es keine Anwendung zu überzeugen. Daher „baut“ der Artikel die optimale App, in dem die best practices aus den verschiedenen Dimensionen vorgestellt werden.

Erfolgsfaktor Design

Edeka start

Der Wiedererkennungswert unserer Anwendung ist auch für unsere ideale Anwendung wichtig. Während einige Anwendungen mit Standard-Interfaces arbeiten, bei denen nur das integrierte Firmenlogo im Header-Bereich auf den Absender schließen lässt, kommt einem die Gestaltung der App von Edeka doch sehr bekannt vor. Die aus TV- und Printmedien bekannten Tafeln und der Claim werden aufgenommen und sehr gelungen in die Gestaltung integriert.

Erfolgsfaktor Nutzerführung

Aldi start

Bei Android-Anwendungen steht neben der direkten Navigation über die Touchscreen-Oberfläche eine weitere Variante zur Nutzerführung zur Verfügung. Die Menütaste des Geräts lässt sich abhängig von der geöffneten Seite mit verschiedenen Navigationsoptionen belegen. Der Vorteil dabei: Es steht mehr Platz für den Seiteninhalt zur Verfügung. Der Nachteil: Das Konzept muss vom Nutzer gelernt werden. Daher ist ein stringentes Konzept unabdingbar.

Real start

Das Beispiel von Aldi Süd zeigt einen gemischten und daher suboptimalen Ansatz: Bei ausgeblendetem Menü sieht der Nutzer ausschließlich die aktuellen Angebote und geht eventuell davon aus, dass dies bereits der komplette Funktionsumfang ist. Erst mit Klick auf die Menütaste wird das ganze Spektrum der Möglichkeiten deutlich.

Besser gelöst ist in diesem Zusammenhang die Navigation bei Real: Der Nutzer wird durch fehlende Onscreen-Elemente (lediglich die Auswahl der nächsten Filiale wird angeboten) quasi „gezwungen“, die Navigation über die Menütaste zu testen.

Erfolgsfaktor Einkaufsliste

Norma Einkaufsliste

Nachdem mit Design und Nutzerführung zwei Themenbereiche ohne expliziten Bezug zum Lebensmitteleinkauf genannt wurden, soll sich das nun ändern. Das Erstellen einer Einkaufsliste ist eine zentrale Funktion in diesem Zusammenhang und wird daher auch von allen Anwendungen angeboten. Allerdings ist das Erstellen einer vollständigen Einkaufsliste häufig nicht möglich. Häufig beschränken sich die Möglichkeiten auf das Hinzufügen von Artikeln aus dem Angebot oder dem konkreten Artikeln aus dem Sortiment. Das Ergänzen eigener Artikel ist dagegen nur unzureichend implementiert. Einzige Ausnahme stellt die App von Norma dar: Neben Artikeln aus Angebots- und Sortimentartikeln können unbestimmte Produkte (wie im Beispiel die Butter) ergänzt werden. Praktischerweise lassen sich zu diesen Artikeln auch Mengen und (geschätzte) Preise ergänzen, so dass das Aufstellen einer vollständigen Einkaufsliste möglich wird. Erst dann wird meiner Meinung nach auch die von allen Anwendungen angebotene Möglichkeit die Liste per Mail oder SMS zu versenden auch wirklich sinnvoll.

Erfolgsfaktor Barcode-Scanner

Netto Scanner

Statt lange in Sortimentslisten suchen zu müssen, bieten beispielsweise die Apps von Real und Netto die Möglichkeit, die Einkaufsliste über das Scannen des Produkt-Barcodes zu füllen. Selbstverständlich mit der Einschränkung, keine Eigenmarken der Konkurrenz berücksichtigen zu können ist dies für Markenartikel doch eine hilfreiche Funktion. Alternativ dazu bietet die Anwendung von Norma eine interessante weitere Nutzungsmöglichkeit des Barcode-Scanners an. Hier kann über fTrace die Herkunft von Fleisch- und Wurstwaren nachverfolgt werden.

Erfolgsfaktor Hilfe

Norma Hilfe

Um dem Nutzer den Einstieg in die Anwendung zu erleichtern, werden verschiedene Arten der Unterstützung angeboten. Norma nutzt den Weißraum der bei leeren Listen entsteht, um die Funktion kritischer Elemente zu erläutern. Einen anderen Ansatz wählt Netto.

Netto Hilfe

Zur Erläuterung der App und besonders des Couponing-Dienstes wird direkt auf der Startseite auf ein professionell produziertes youTube-Video verlinkt, in dem der interessierte Nutzer Details zu den Vorteilen und zum Ablauf des Einkaufs mit Coupon-Code erfährt.




Mit Kernnutzen beginnen

Um Anwendungen im Bereich des Lebensmitteleinkaufs zu etablieren müssen die Anbieter zunächst einmal mit dem Kernnutzen beginnen. Das Beispiel der Smartphone-Einkaufsliste zeigt, dass zumindest die gleiche Basisfunktionalität wie bei einer mit Stift und Papier erstellten Liste angeboten werden muss. Kombiniert mit den zusätzlichen Möglichkeiten, wie beispielsweise dem bequemen Hinzufügen über Barcode-Scanner, wird der Weg in den Alltag geebnet. Und je häufiger eine Einkaufsliste erstellt, geändert oder verschickt wird, umso häufiger wird der Blick auch auf die präsentierten (Lock-)Angebote fallen. Und das kann ja nur im Interesse der Anbieter sein…

Ein Gedanke zu „Barcodescanner von Real; Einkaufsliste von Norma… wir bauen die ideale Lebensmittel-Shopping-App!

  1. Sven

    Das erstellen von Einkaufslisten mittels Barcodescanner habe ich schon immer für eine gute Idee gehalten. Leider sind die professionellen Geräte für den Endverbraucher zu teuer um sich zu rentieren.
    Der Weg über das Smartphone bietet dort einen interessanten neuen Ansatz.
    Ich denke in dieser Richtung können wir in den nächsten Jahren noch spannende Innovationen erwarten.

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