Registrierungsprozesse von Veranstaltungsseiten – Fundstücke von Tobias Karsch

Folgende Beispiele sollen verdeutlichen, dass bei der Erstellung von Registrierungsprozessen mehr drin ist, als die reine Pflichterfüllung. Punktuelle Optimierungen haben meist größere Auswirkungen, denn die Aufgabe des Prozesses ist eng abgesteckt: Mit minimalem Aufwand soll ein Konto angelegt oder sich für etwas angemeldet werden. Gerade deshalb sollte der Prozess besondere Aufmerksamkeit erhalten. Schon eine kleine Unklarheit oder Unsicherheit – Warum muss ich das jetzt angeben? Ist das richtig so? – kann den Nutzer zum Exit führen. Der Beitrag soll einige Anregungen bieten.

Rabattcodes und Gutscheine einlösen kann so einfach sein

Aus persönlicher Erfahrung: Es gibt immer mal wieder Formulare, wo ich die Möglichkeit zum Einlösen von Gutscheinen nicht finde. Das ist ärgerlich und führt fast immer zum Abbruch. Interessant und ungewöhnlich ist die Möglichkeit beim Registrierungsservice Amiando: Ein Klick auf den Button lässt ein Eingabefeld erscheinen. Gleiches gibt es auch beim amerikanischen Registrierungsservice Eventbride.

Amiando Rabattcode

Erstes Formular inklusive Gutscheinfunktion bei Amiando

Verwundert hat mich hingegen folgende Implementierung:

„Sind die Rabattcodes abhängig von der voranstehenden Auswahl?“

Auf die beim Nutzer entstehenden Fragezeichen kann definitiv verzichtet werden. Ist es möglich mehrere Codes einzulösen, ist eher die Funktion „weitere Codes einlösen“ zu implementieren.

Social Media Elemente sorgen für virales Marketing

So erreichen Sie auf jeden Fall die Zielgruppe: Der Nutzer informiert seine Kollegen oder Freunde. Virales Marketing hat eine enorme Wirkung und ist kostenlos. Empfehlungen von Bekannten erzeugen zugleich einen Vertrauensbonus.

Gsummit social media

„Social Media Elemente bei Eventbride (rechts oben)“

Sie haben nicht viel Zeit

Bemerkenswert fand ich den Timer bei Eventbride. Es bleiben „nur“ 20 Minuten die Registrierung abzuschließen. Im Rahmen von Shoppingcommunitys wird dies auch sinnvoll genutzt, da es eine gewisse Art von Knappheit symbolisiert. Ob sich im einzelnen Fall ein solcher Timer eher positiv oder negativ auf die Anmeldezahlen wirkt sollte per A/B-Test gesichert werden.

Timer in der Registrierung

„Timer im Registrierungsprozess“

Wie bewerten Sie einen solchen Timer?

Sie sehen, die positiven Beispiele stammen von den beiden Ticketinglösungen Amiando und Eventbride. Leider waren die Eigenlösungen der untersuchten Veranstaltungen alles andere als bemerkenswert. Und das obwohl Veranstaltungen der Internetbranche untersucht wurden… Bei der Anmeldung zu Branchentreffen sind die Nutzer sicherlich verhältnismäßig fehlertoleranter, da das Involvement doch höher als im B2C-Bereich ist. Aber ist das ein Grund die Qualität zu vernachlässigen?

Allen, die sich für die optimale Ausgestaltung von Formularen interessieren, sei das Buch Forms that Works von Jarrett&Gaffney ans Herz gelegt. Interessante Fundstücke zu internationalen Bestellprozessen bietet folgender Blogbeitrag: „Aus aller Welt: Fundstücke internationaler Bestellprozesse und ihre Besonderheiten“.

Übrigens: Für meine Teilnahme an der Jahrestagung der Usability Professionals 2012, im Rahmen der Mensch und Computer in Konstanz (09. bis 12.09.2012), durchlief ich meinen letzten Registrierungsprozess. Fazit: Sehr altbacken und verbesserungswürdig.

Ein Gedanke zu „Registrierungsprozesse von Veranstaltungsseiten – Fundstücke von Tobias Karsch

  1. Anja Weitemeyer

    Schönes Thema, ich bin grad letzte Woche an einer Ticket-Buchung für ein Konzert auf der Kieler Woche verzweifelt, aber inzwischen ist es (leider) behoben. Dort gab es zwei Button („jetzt kaufen“, oder so ähnlich), die identisch aussahen, wovon der obere lediglich eine Sprungmarke war. ich hab mindestens 5 mal draufgeklickt, bis ich verstanden habe, dass das so nicht gehen kann.

    Der Timer ist glaub ich gar nicht so unüblich in der Branche, gerade wenn nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung steht und die Tickets sehr begehrt sind. Ich hab sogar schon mal einen 2-Minuten-Timer gesehen, ich glaub das war bei der Reservierung von Kino-Karten.

    Da muss ich auch direkt an einen Usability-Test denken, wo die Testperson eine aufwändige Konfiguration vorgenommen hat, und dann plötzlich die Session ausgelaufen ist. Ein absolutes No-Go! 20 Minuten sind da nicht genug!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.