Lead-User Technik – Wagen Sie Neues!

Haben Sie Lead-User? Ganz sicher.
Sprechen Sie mit diesen und entwickeln Sie gemeinsam mit ihnen Ihre Anwendungen weiter? Vielleicht.

Lego, Datev, Nubert Speaker Factory, Baur und viele weitere Unternehmen setzen die Lead-User Technik in der Entwicklung ein.

Richtig eingesetzt, führt sie zu nützlichen Produkten und innovativen Anwendungen.

Wie wird ein „normaler“ Nutzer bzw. Kunde zu einem Lead-User?

Lead-User zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr differenzierte, spezifische und zugleich auch klare Vorstellungen von den Merkmalen eines Produktes oder einer Anwendung haben.

Sie gelten zugleich als Experten, d.h. nutzen betreffende Produkte oder Anwendungen intensiv, informieren sich aktiv über Neuerungen und geben ihre Erfahrungen gern weiter.

Oft werden sie auch als „Innovatoren“ oder „Early Adopters“ bezeichnet – grad im Marketing- und Werbe-Kontext. In Bezug auf die Produktentwicklung, Marktforschung und im Rahmen der UX Forschung ist jedoch die Bezeichnung „Lead-User“ deutlich verbreiteter.

Lead-User haben ein starkes persönliches Interesse an der Weiterentwicklung „Ihrer Produkte“. Gerne geben sie ihre Ideen und Anregungen weiter und sind bereit an Produkttests mitzuwirken.

Sie erhoffen sich, dass dadurch die Produkte bzw. Anwendungen immer besser an ihre Wünsche und Bedürfnisse angepasst werden.

Und da haben wir sie,

  • die Win-Win Situation in der
  • Beziehung von Lead-Usern zu Produktanbieter.

Und genau dieses Faktum macht die Lead-User Technik so erfolgreich und vor allem effizient in der Durchführung.

Wie kann die Lead-User Technik eingesetzt werden?

Vorab und ganz wichtig: Diese Technik liefert keine harten Daten und Fakten im Sinne der klassischen Marktforschung und sie ist alles andere als „repräsentativ“.

Im Gegensatz zur klassischen Markt- und Kundenforschung, die stets Wert darauf legt repräsentative Kunden oder Nutzer zu finden, abzubilden und zu befragen, konzentriert sich die Lead-User Technik auf eine einzigartige, besondere, oft vielleicht auch elitäre Gruppe von Kunden und Anwendern. Erkenntnisse die hiermit gewonnen werden, sind daher nicht ohne eine weitere Analyse und Prüfung auf alle Kunden und Nutzer übertragbar.

Lead-User Technik als eine Methode des User Centered Designprozesses

Wir setzen die Lead-User Technik für unsere Kunden in den folgenden vier Kernbereichen ein:

  1. Ideen und Anregungen zu Beginn eines Entwicklungsprozesses einsammeln.
  2. Anforderungen oder Wünsche an Produkte, noch nicht befriedigte Bedürfnisse aufdecken.
  3. Neues gemeinsam entwickeln: Aufbauend auf erfolgsversprechenden Ideen zusammen mit den Lead-Usern in den Ideenkonkretisierungsprozess einsteigen.
  4. Prototypen testen und weiterentwickeln.

Bei unseren Kunden, die auf diese Technik schwören, realisieren wir die genannten Einsatzbereiche über einen Blog mit 20-40 Lead-Usern.

Diese Blogs, ausgerichtet auf die Anforderungen der Kunden und deren Lead-User …

  • bieten vielfältige Diskussionsmöglichkeiten,
  • Chats können temporär eingerichtet werden,
  • alle Teilnehmer, nicht nur die Blogbetreiber, können darin Beiträge verfassen,
  • es gibt einen Ideenkasten für spontane, erste Gedanken und
  • auch kleinere Umfragen können im Blog durchgeführt werden.

Zudem ist es möglich die Lead-User

  • beim Umgang mit Prototypen zu beobachten,
  • ihr Klick-Verhalten über ein Tracking-Tool zu messen
  • und im Anschluss an die Prototypennutzung Bewertungen einzusammeln.

User Centered Design wird damit auf einfache und sehr effiziente Weise möglich.

Kosten der Lead-User Technik

In der Regel versammeln wir in den Blogs 20-40 Lead-User.

Da die Lead-User intrinsisch motiviert sind – schließlich profitieren sie als Intensivnutzer am meisten von Produktweiterentwicklungen – sind die zu zahlenden Aufwandsentschädigungen mit ca. 400 EUR pro Jahr überschaubar.

Pro Monat wird ein konkretes Thema bearbeitet, z.B. eine Ideen gemeinsam konkretisiert, deren Einsatzbereich und Nutzen diskutiert, konkretisiert und schließlich ein erster Prototyp getestet und bewertet.

Für die Betreuung der Teilnehmer, das Anstoßen und Setzen von Themen, deren Auswahl und ein monatliches Reporting fallen pro Woche 1-2 Manntage an.

In der Summe entstehen somit Kosten von ca. 35.000 EUR pro Jahr. Dafür bekommen Sie innerhalb eines Jahres 12 konkrete und zugleich geprüfte Ideen für eine nützliche Weiterentwicklung Ihrer Produkte.

Ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis – und zugleich ein User Centered Designprozess in Perfektion.

6 Gedanken zu „Lead-User Technik – Wagen Sie Neues!

  1. Christian Rothe

    Woher soll ein kleineres oder mittelständisches Unternehmen 20 bis 40 intrinsisch motivierte Lead-User hernehmen, die zu einer Diskussion neuer Shopfeatures wirklich etwas beitragen können? Es geht ja immerhin darum, ergiebigeres und qualifizierteres Feedback zu bekommen als bei einem Gespräch mit Onkel Karl und mit unserem Kumpel Jupp von den Kegelbrüdern.

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  2. Thorsten Wilhelm

    Hallo,

    ja, die Gewinnung der Lead-User,
    und vor allem das Halten dieser als aktive Blogteilnehmer,
    ist ein Erfolgsfaktor dieses Ansatzes.

    Wir wählen die Kunden/Lead-User entsprechend den folgenden Merkmalen aus:

    * Kundenstatus (u.a. seit wann Kunde?)
    * Besitzstatus (u.a. welche Produkte/Services bisher gekauft?)
    * Informationsverhalten in Bezug auf die Produkte (u.a. welche Magazine, Zeitschriften und Web-Angebote mit Bezug zu den Produkten werden gelesen / genutzt)
    * Vernetzung mit anderen Kunden
    * Kommunikationsverhalten in Bezug auf die Produkte (u.a. Multiplikatorenstatus)
    * Motivation zur aktiven Weiterentwicklung von Produkten (u.a. über die Abfrage ob bereits Hinweise zur Weiterentwicklung oder auch Beschwerden gegeben wurden)
    * und schließlich auch die Fähigkeit zum Diskutieren / Meinungsäußern und respektieren der Meinung anderer.

    Die Erfassung dieser Merkmale erfolgt in der Regel über eine Online-Umfrage. Entweder in einem Panel, „Onsite“ (also auf der Website des Kunden) oder auf Basis einer Kundendatenbank mit Kontakten (falls vorhanden).

    Bisher konnten wir noch immer Kunden mit diesem Status identifizieren.
    Wir selbst – eResult – mit „nur“ 160 aktiven Kunden, haben darunter Lead-User / Kunden identifizieren können.

    Ich denke, dass es die Gewinnung von Lead-User eher keine Frage der Unternehmensgröße ist, eher eine, inwiefern ein gewisses Interesse bzw. Involvement an dem Unternehmen, seinen Produkten und deren Weiterentwicklung vorhanden ist.

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  3. Sandra

    Lieber Thorsten, wie steht es denn mit der Rechteabtretung in solchen Blogs aus? Es könnte schließlich gerade bei Produktinnovationen oder auch Funktionsinnovationen dazu kommen, dass ein Nutzer auf einmal auf Grund des großen Erfolges Ansprüche stellt. Wie habt ihr das geregelt? Grüße

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  4. Thorsten Wilhelm

    Hallo Sandra, bisher gab es diesbezüglich noch keinerlei Herausforderungen. Ich führe das vor allem darauf zurück, dass viele der Themen die in den von uns betreuten Blogs sich auf Details einer Anwendung fokussieren. Wir arbeiten eher „Schritt für Schritt“ hinsichtlich der Entwicklung von neuen Funktionen und Weiterentwicklung vorhandener, weniger an kompletten Neu-Anwendungen.
    Zudem vereinbaren wir mit allen Teilnehmern Regeln, die sich u.a. auf die Themen Vertraulichkeit und Eigentumsrechte beziehen.

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  5. Pingback: 5 Minuten… für In-store Augmented Reality und Künstliche Intelligenz im Kundendialog | Smarter Service

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