Warum viele SEO-Besucher haben, wenn diese dank schlechter Usability nicht konvertieren? …

und „Warum gute Usability haben,wenn durch fehlendes SEO die Besucher fehlen? Dieser Kommentar aus dem Artikel zur Verlosung einer Freikarte für die SEMSEO 2012 verdeutlich am besten, warum die Verzahnung der beiden Professionen SEO und Usability so wichtig ist.

Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen auch nicht die Folien meines Vortrages „Kommen Sie schlechten KPIs auf die Spur – Usability-Heuristiken im Einsatz“ inkl. der beiden Videos aus einem Usability-Test vorenthalten.

Ziel meiner Präsentation auf der SEMSEO war die Rückbesinnung auf elementare Usability-Regeln. Warum? Weil ich innerhalb von 20min niemanden zu einem Usability-/User Experience Consultant machen kann. Hierzu braucht es unzählige Projekte, Nutzertests, Schulungen, etc. Zudem gibt es mind. 14 Methoden & Verfahren, die in die Toolbox eines Usability-Professionals gehören.
D.h. Basisarbeit ist gefragt. Und hier kommen die auf den ersten Blick etwas angestaubten Usability-Heuristiken von Nielsen aus den frühen 90er daher:

  • Sichtbarkeit des Systemstatus
  • Konsistenz & Standards
  • Unterstützung beim Erkennen/Verstehen/Bearbeiten von Fehlern
  • Übereinstimmung von System und realer Welt
  • Benutzerkontrolle & Freiheit
  • Fehler vermeiden!
  • Erkennen vor Erinnern
  • Flexibilität & effiziente Nutzung
  • Ästhetisches & minimalistisches Design
  • Hilfe & Dokumentation

Mithilfe von 2 Videos aus einem Usability-Test (eResult Grundlagenstudie zu Online-Versandapotheken, Ende 2010) unterstrich ich, dass diese allgemeinen Guidelines noch immer ihre Berechtigung haben.

  • Im ersten Video war ein älterer Herr auf der Suche nach dem VoltarenSchmerzgel, welches er fälschlicherweise mehrmals in den Warenkorb legt, weil das Feedback nicht ausreichend ist (Sichtbarkeit des Systemstatus) und der Warenkorb nicht erwartungskonform positioniert ist (Konsistenz & Standards). Hinzu kommt danach noch das Problem, dass die Mitnahmeartikel im Warenkorb so prägnant gestaltet sind, dass der eigentliche Inhalt des Warenkorbs nahezu nicht mehr im sichtbaren Seitenbereich liegt. Die Folge: der Proband klickt mehrmals auf den Warenkorb bis er erkennt, dass es sich schon um die Zielseite handelt.
  • Im zweiten Video hatte die Dame ein ähnliches Problem. Aufgrund der Positionierung, der Gestaltung und des Wordings verwechselt sie die Login-Felder mit dem Sucheingabefeld; ist zu Recht verärgert und droht mit Seitenabbruch.

Auch wenn die beiden Website-Beispiele schon ein wenig älter sind (Docmorris hat z.B. schon längst seine Startseite überarbeitet.), zeigen sie doch eindeutig, wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert und wie stark diese durch Konventionen und Standards beeinflusst wird.

Ich bin überzeugt, dass ich auf der SEMSEO 2012 vielen SEOlern das methodische Werkzeug für erste Usability-Optimierungen in Form der Heuristiken an die Hand geben konnte.

Würde mich freuen, wenn ich auch Ihnen als usabilityblog.de-Leser mit den beiden Videos einen tieferen Einblick in Usability-Labs geben und zudem die Bedeutung der Heuristiken nochmals unterstreichen konnte.

Anbei nun die versprochenen Präsentation, die am Ende auch noch ein paar interessante Slides zum Thema Aktivierungsmessung beinhaltet. Viel Spaß beim Stöbern.

Ein Gedanke zu „Warum viele SEO-Besucher haben, wenn diese dank schlechter Usability nicht konvertieren? …

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