In der Wolke unterwegs: Good Practices von Cloud-Apps zu Nutzerführung, Mehrfachauswahlen und Datei-Upload

In meinem letzten Beitrag mit dem Titel „Ab in die Wolke, aber in welche? Cloud-Dienste im Vergleich“ habe ich die Web-Interfaces verschiedener Dienstleister für kostenlose Online-Datenspeicherung verglichen. Was läge näher als im Anschluss dasselbe für den mobilen Nutzungskontext zu tun? Gerade die unkomplizierte mobile Nutzung wird von den Anbietern ja als explizite Stärke der Cloud betont (stellvertretend für Viele sei hier folgendes Beispiel angeführt). Die Ausstattung mit einem entsprechenden Endgerät, sei es ein Smartphone oder Tablet, ist bei den Nutzern inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. Mit den Beispielen Nutzerführung, Umsetzung der Mehrfachauswahl und Datei-Upload möchte ich einige Faktoren beschreiben, die mit darüber entscheiden ob die mobile Nutzung tatsächlich so einfach und unkompliziert ist, wie uns die Werbung glauben machen will.

Die Herausforderung für die Anbieter ist bei mobilen Cloud-Diensten die gleiche wie bei allen Adaptionen für mobile Endgeräte: Auf einem Smartphone-Display muss all das untergebracht werden, wofür normalerweise (mindestens) 1024x768px Bildschirm zur Verfügung stehen. Für funktionale Elemente, beispielsweise zur Navigation, ist entsprechend weniger Platz.

Drei unterschiedliche (und funktionierende) Navigationskonzepte

Die drei Anwendungen, die hier verglichen werden sollen, verfolgen dabei sehr unterschiedliche Ansätze, die allerdings alle zum Erfolg führen.

Die App der Telekom „leistet“ sich eine klassische Aufteilung mit ständig verfügbaren Navigationsoptionen im Seitenkopf ohne dass der Contentbereich dadurch zu klein würde. Auch die mobile Anwendung von Dropbox bietet auf allen Unterseiten oben den direkten Einstieg in die drei Hauptkategorien an. Zusätzlich erscheinen mit Klick auf den Pfeil rechts zu jeder angezeigten Datei zusätzliche Optionen wie „freigeben“ oder „löschen“. (Im Screenshot lassen sich diese leider nicht darstellen, daher die Aufforderung selbst auszuprobieren!) Einen komplett anderen Ansatz verfolgt die App von google Drive: Hier werden beim Start in die Anwendung alle Kategorien über vollseitige Verteilerseite angezeigt. Lediglich „home“-Button (verlinktes Logo links oben), Suchfunktion und Upload-Option bleiben auch nach dem Verlassen zugänglich.

Navigationskonzepte der Telekom-App

Navigationskonzepte der Telekom-App

Navigationskonzepte der Telekom-App

Navigationskonzepte der Telekom-App, von Dropbox und google Drive: „Klassischer“ Aufbau über Hauptnavigation versus Verteilerseite.

Mehrfachauswahl

Schnell ein Bild mit der internen Kamera des Smartphones machen und sofort ab damit in den Online-Speicher. Nicht zuletzt das oben verlinkte Video beschreibt diesen typischen Anwendungsfall und unterstreicht die Notwendigkeit einer guten Nutzerführung an dieser Stelle. Besonders die App der Telekom und Dropbox überzeugen hier: Die integrierte Upload-Funktion ist mit wenigen Schritten erreicht (google Drive muss hier auf externe Anwendungen zurückgreifen). Die Möglichkeit zur Mehrfachauswahl über ausgegraute Häkchen im rechten oberen Eck jedes Thumbnails wird deutlich angezeigt. Der schnelle Upload mehrerer Bilder wird so ermöglicht. Besonders positiv fällt bei der Telekom App auf, dass der Nutzer über eine kurze Vibration Feedback bei der An- und Abwahl eines Elements bekommt.

Upload-Funktion der Anwendungen der Telekom

Upload-Funktion der Anwendungen der Telekom

Upload-Funktion der Anwendungen der Telekom und von Dropbox: Die Möglichkeit zur Mehrfachauswahl ist klar erkennbar. Der schnelle Upload mehrerer Dateien problemlos möglich.

Upload-Ziel wählen

Einschränkungen in der Funktionalität bei mobilen Anwendungen (z.B. beim Verschieben von Dateien oder der Rechteverwaltung bzw. der Freigabe) sind in meinen Augen bis zu einem gewissen Grad verzeihlich. Für viele Aufgaben aus den genannten Bereichen bietet sich die Erledigung am stationären Rechner nun einmal besser an als das mobile Gerät. Auch für den schnellen mobilen Upload ist es allerdings äußerst hilfreich, einen Zielordner für die Uploads bestimmen zu können, soll auf dem Online-Speicher nicht das Chaos ausbrechen. Von den berücksichtigten Anwendungen bietet allerdings nur Dropbox die Möglichkeit den Zielordner direkt beim Upload zu bestimmen (siehe Screenshot oben). Für die anderen Anwendungen scheinen Nacharbeiten über das Webinterface fast obligatorisch.

Auch für Ihre App gilt…

…versetzen Sie sich in Ihre Nutzer hinein. Die skizzierten Beispiele zeigen, wie wichtig es bei der (Weiter-)Entwicklung von mobilen Anwendungen ist, typische Nutzungsszenarien zu berücksichtigen. Bieten Sie Ihrem Nutzer ein konsistentes und nachvollziehbares Konzept zur Nutzerführung. Machen Sie den Weg zum Ziel, z.B. bei der Gestaltung der Mehrfachauswahl so kurz wie nur möglich und versetzen Sie den Nutzer auch bei der mobilen Nutzung in die Lage die Kontrolle über die Organisation seiner Daten zu behalten. Wie sich die typischen Nutzungsszenarien Ihrer mobilen Anwendung optimal gestalten lassen, lässt sich beispielsweise im Rahmen eines Usability-Tests im Labor herausfinden.

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