Klassische vs. asynchrone Online-Fokusgruppen – ein Vergleich

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Fokusgruppen. Neben der klassischen Fokusgruppe bieten sich durch den technologischen Fortschritt neue Möglichkeiten, wie und bezüglich welcher Fragestellungen moderierte Gruppendiskussionen durchgeführt werden können. So müssen sich nicht mehr zwangsweise alle Teilnehmer an einem Ort einfinden, sondern können von jedem Ort über das Internet sich an einer Diskussion beteiligen. Dies kann synchron (Live-Chat) oder asynchron (bspw. ein Forum) erfolgen. In dem Artikel möchte ich darlegen für welche Fragestellungen klassische bzw. asynchrone Fokusgruppen geeignet sind und worin sich die Ergebnisse unterscheiden. Dazu erfolgt ein Vergleich, wobei vor allem die Unterschiede dargestellt werden.

Neue, emotionale Themen für klassische Fokusgruppen

Jeder, der einer klassischen moderierten Gruppendiskussion beiwohnt, ist über die Eindrücke und Erkenntnisse über die Zielgruppe erstaunt. Die Nähe zu den Kunden ermöglicht die Erweiterung des eigenen Blickwinkels. Durch das direkte, unverfälschte Feedback der Kunden sind nicht selten erfolgreiche, da kundennahe, Ideen und Konzepte entstanden.

Die idealen Einsatzgebiete von klassischen Fokusgruppen sind bekannt. Sie lauten:

  • frühe Entwicklungsstadien von Studien
  • um neue Ideen zu entwickeln
  • als Input für die Erstellung von Konzepten
  • um Anforderungen zu erfassen

Detailfragen für asynchrone Online-Fokusgruppen

Bei asynchronen Online-Fokusgruppen können den Teilnehmern über ein Online-Forum verschiedene Themen vorgestellt sowie die zur Bewältigung der Fragen notwendigen Inhalte (Texte, aber auch Medien, etc.) bereitgestellt werden.

Für sehr spezielle Zielgruppen ist es bei der klassischen Fokusgruppe teilweise schwierig diese in einer Stadt zu versammeln. Durch die räumliche Ungebundenheit ergibt sich bei Online-Fokusgruppen eine leichtere Rekrutierung.

Durch die räumliche Distanz ist das Problem von Meinungsführern praktisch nicht vorhanden. Alle Teilnehmer begegnen sich auf gleicher Augenhöhe. Auch sonst eher schüchterne Personen können sich sehr gut einbringen.

Bezüglich der Ergebnisse muss gesagt werden, dass diese fast gänzlich emotionsfrei sind. Es findet eine Fokussierung auf Fakten und Details statt.

Daraus ergeben sich andere Einsatzgebiete von asynchronen Online-Fokusgruppen. Sie sind geeignet für…

  • das Sammeln vieler Informationen zu rationalen Beweggründen.
  • klare Analysen durch die Nutzer.
  • die Weiterentwicklung von Produkten.

Die Methoden im direkten Vergleich

Fokusgruppen, klassisch, asynchron Vergleichstabelle

Methodenauswahl je nach Zielstellung und Projektphase

Die zwei vorgestellten Arten von Fokusgruppen sind also zwei unterschiedliche Methoden, die sich ergänzen. Abhängig von Projektphase und Zielstellung ist die passende Variante auszuwählen.

Fassen wir die geeigneten Anwendungsgebiete nochmal zusammen:

Anwendung finden klassische Fokusgruppen insbesondere bei emotionalen Aspekten, neuen Themen. Dazu zählen Diskussionen bezüglich Produktideen, Markenwahrnehmung, Service, und Werbewirksamkeit.

Asynchrone Fokusgruppen sind sehr flexibel einsetzbar. Sie bieten sich an, wenn viele Informationen zu rationalen Beweggründen und klare Analysen das Ziel sind. Anstatt für die Diskussion von Produktideen sind sie eher zur Weiterentwicklung von Produkten einzusetzen. Theoretisch kann die Ebene der Diskussion auch verlassen werden, z. B. für Aufgabenstellungen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Fokusgruppen jeglicher Form?

2 Gedanken zu „Klassische vs. asynchrone Online-Fokusgruppen – ein Vergleich

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