Mensch und Computer 2012 – Erfahrungsbericht zur Tagung der Usability Professionals

Zusammen mit der Mensch und Computer fand vom 9. bis 12.9. erneut die Fachtagung unserer German UPA in Konstanz statt. Die Organisation war doch sehr gelungen, auch wenn die angepriesene Usability an einigen Stellen zu wünschen übrig lies. So musste Giles Colborne seinen erhaltenen Präsentkorb entweder schnell aufessen oder am Flughafen teuer als extra Gepäckstück aufgeben. Spaß beiseite: Besonders interessant waren die Methoden-Vorträge, und ein Gespräch mit Rolf Molich.

Mein Besuch bei der UP brachte mir viele interessante Kontakte, Anregungen und fachliches Wissen. Für mich galt es an immerhin 2 Tagen geballtes Usability-Wissen aufzusaugen. Nach einer kurzen Orientierungsphase ging es für mich am Montag um 11 Uhr zur ersten Veranstaltung. Diese war leider überfüllt („Agiles und kundenorientiertes Arbeiten bei Autoscout24 – Scrum und Usability in der Praxis“), weswegen die Session im angrenzenden Raum als Ersatz herhalten musste. Diesen räumlichen Engpass beseitigten die Organisatoren schnell, indem sie die kommenden Sessions teilweise in einen größeren Hörsaal verlegten.

Interessant!

Was folgte war der sehr interessante Vortrag von Dominique Winter (GreenPocket GmbH) & Jens Pietschmann (cleverbridge AG) zum Thema „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses – User Experience von Anfang an bedacht“. Sie stellten einen hervorragenden Ansatz dar, wie Ideen bewertet werden können, um deren Potenzial zu erfassen und dieses auch für einen späteren geeigneteren Zeitpunkt vorzuhalten.

Usability-Experten

Unter anderem war auch Rolf Molich vor Ort, mit dem ich dann auch das Gespräch suchte. Diskussionsgrundlage war sein Kommentar zu eben jenem Beitrag. Zugespitzt, und verkürzt gesagt: Er sperrt UX-Experten in einen Raum, bis sie sich bezüglich der Bewertung einig sind oder zumindest wissen warum sie sich nicht einig sind bzw. etwas nicht funktioniert. Sollten Sie ohne gemeinsamen Nenner den Raum verlassen sind sie schlicht nicht kompetent. Derzeit liegt ihm das Thema Usability-Controlling besonders am Herzen. Ähnlich unserer gottesähnlichen Ärzte, die möglichst unfehlbar erscheinen sollen, müssen auch wir Usability-Experten uns immer selbstkritisch hinterfragen und Methoden entwickeln, um unsere Empfehlungen zu bewerten und uns stetig zu verbessern.

Sehr gute Beiträge bis zum Schluss

Neben weiteren sehr praxisnahen Vorträgen, wie z. B. „Online-Fokusgruppen-Einsatzgebiete und praktische Erfahrungen“ und „Formulargestaltung auf mobilen Geräten“, erregten auch einige wissenschaftliche Vorträge zu neuen Ansätzen und UX-Methoden mein Aufsehen.

Einen perfekten Abschluss stellte für mich der Vortrag „So werden Design-Entscheidungen verständlich“ von Lennart Hennigs (Senior Produkt Designer bei der Telekom) dar. Nicht nur Designer konnten davon profitieren, sondern eigentlich jeder Consultant, der seinem Kunden von seiner Arbeit überzeugen muss.

Ein wenig schließt es auch den Kreis: Tomer Sharon interviewte für sein Buch It’s Our Research: Getting stakeholder buy-in for user experience research projects unter anderem Rolf Molich. Das Buch behandelt in ähnlicher Weise das Thema von Hennigs: Wie können alle Parteien oder Anspruchsgruppen (Stakeholder) für das Projekt begeistert werden?


Interview mit Rolf Molich zu „How to buy-in stakeholders for UX research„

Die anderen Interviews mit den anderen UX-Experten in seinem Channel sollten Sie ebenfalls beachten: http://www.youtube.com/user/tsharon

Ich freu mich auf nächstes Jahr. Vielen Dank an die Organisatoren!

2 Gedanken zu „Mensch und Computer 2012 – Erfahrungsbericht zur Tagung der Usability Professionals

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