Rational oder emotional – Kundenkonten von Online-Shops

In den meisten Online-Shops gibt es mittlerweile die Möglichkeit, ein Kundenkonto anzulegen. Der Nutzer kann in diesem persönlichen Bereiche dann z. B. seine Bestellungen, Rechnungen und gemerkten Produkte anschauen. Aber wie sind diese persönlichen Bereiche eigentlich gestaltet? Ich habe mir einmal verschiedene „Mein Konto“-Bereiche angeschaut. Dabei bin ich auf durchaus unterschiedliche Gestaltungsansätze gestoßen – und auf einige Gemeinsamkeiten. Einige Fundstücke, die dies illustrieren, möchte ich in diesem Beitrag gerne vorstellen.

Nüchtern und rational – asos und Heine

Überraschend nüchtern kommt der Mein Konto Bereich von asos daher. Überraschend war das für mich vor allem deshalb, da der Shop ansonsten eher über ein sehr auffälliges und individuelles Design verfügt. Ähnlich einem schlichte A4-Formular werden jedoch im persönlichen Bereich die Angaben zur Person sowie die bisherigen Bestellungen untereinander aufgeführt. Auf Bilder oder eine persönliche Ansprache des Kunden wird verzichtet. Anders als bei anderen Kundenkonten finden sich hier zudem alle Informationen untereinander; eine linke Navigation mit mehreren Rubriken gibt es nicht. Gut ist, dass zu jedem Punkt sehr deutlich ersichtlich ist, wo der Nutzer seine Daten ändern kann.

asos

Ähnlich reduziert und rational ist auch der persönliche Bereich von heine.de gestaltet. Auch hier wird – wie bei asos – auf Bilder komplett verzichtet. Allerdings wird der Nutzer dort „persönlich“ mit Namen begrüßt. Die Informationen zum Kundenkonto sind in einzelnen Boxen angeordnet, über der der Nutzer schnell und gezielt in alle Bereiche des Kundenkontos einsteigen kann. In die gleichen Rubriken kann der Nutzer auch über die linke Navigation einsteigen.

heine

Bebildert – Rossmann und Otto

rossmann.de bietet auf der Einstiegsseite des Kundenkontos sowohl in der linken Navigation als auch auf der Seite selbst die identischen Einstiege in den persönlichen Bereich an und ist somit Heine von der Grundstruktur recht ähnlich. Die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten werden auch hier übersichtlich dargestellt – zusätzlich werden die verschiedenen Einstiege durch entsprechende Grafiken aufgelockert.

rossmann

Beim Kundenkonto von otto.de sind in der linken Navigation verschiedene Einstiege in den persönlichen Bereich aufgeführt. In der Mitte der Seiten finden sich diese Einstiege ebenfalls; allerdings in weniger systematischer Form als dies bei anderen Shops der Fall ist. Die linke Navigation geht im Vergleich zum Rest der Seite ein wenig unter. Gut ist allerdings der Schnelleinstieg – dieser bietet den Nutzern einen Überblick zu den wesentlichen Funktionen des persönlichen Bereichs.

otto

Emotional und mit „Herz(chen)“– 7trends

Bei 7trends.de können die Nutzer sich innerhalb ihres Kundenkontos einen persönlichen Shop anlegen. Die Nutzer können dabei auf dem Shop Produkte über die Auswahl eines „Herz“-Icons zu ihren Favoriten hinzufügen.

Auch Liste mit favorisierten Marken können die Nutzer sich anlegen. Hier erscheinen dann bei Klick nur Produkte der ausgewählten Marken.

7trends

Hat der Nutzer im Shop von 7trends verschiedene Produkte zu seinen Favoriten hinzugefügt, so erscheinen diese im persönlichen Bereich in einer Produktliste. Der Nutzer kann dort dann (wie auch einer klassischen Produktliste) nach verschiedenen Kriterien filtern oder rechts verschiedene Produktkategorien auswählen. Besonders hilfreich ist diese Funktion sicher dann, wenn ein Nutzer bereits sehr viele Produkte zu seinen Favoriten hinzugefügt hat. So ist es möglich (wie es auch im Header heißt) seine „eigene Boutique“ zu erstellen.

Die klassische Merkliste also einmal anders gelöst. Eine recht innovative Idee, wie ich finde.

Die Rubrik „Meine Daten“, in der der Nutzer seine Kundendaten und Bestellungen einsehen kann, geht demgegenüber fast ein bisschen unter. Der Fokus ist in diesem „Mein Konto“-Bereich eindeutig auf die Merkfunktion gelegt.

7trends Favoriten

„Mein Konto“ – Meine Eindrücke

Wie Sie sehen, gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze, wie der „Mein Konto“-Bereich gestaltet werden kann. Dennoch gibt es durchaus Dinge, die in so einem Bereich häufiger zu beobachten sind.

  • Die meisten Shops achten eher auf eine faktenbezogene und nüchterne Gestaltung – mit Bildern und Grafiken wird sparsam gearbeitet; auch Produktempfehlungen finden sich kaum im persönlichen Bereich.
  • Fast überall wird der Nutzer nach dem Login mit Namen begrüßt.
  • Viele Shops bieten im persönlichen Bereich sowohl eine linke Navigation als auch Schnelleinstiege an.

Das gilt es zu beachten

Eine pauschale Aussage darüber, ob nun ein rationales Design besser ist oder ein nüchternes, lässt sich nicht treffen. Die vorgestellten persönlichen Bereiche sollten daher in erster Linie verdeutlichen, dass es unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Welches Design das richtige ist, hängt von der Zielgruppe ab.

Jenseits des Designs gibt es aber auch ein paar grundlegende Aspekte in Bezug auf die Usability, die bei der Gestaltung jedes „Mein Konto“-Bereichs wichtig sind (und bei den vorgestellten Shops größtenteils schon gut umgesetzt wurden):

  • Bieten Sie verschiedene Einstiegsmöglichkeiten an – auf der Startseite sollte der Nutzer so direkt sehen, welche Optionen er hat. Hierfür bietet sich eine recht prominente Darstellung in der Seitenmitte an. Die linke Navigation dient als alternativer Einstieg und zur Orientierung auf den Unterseiten.
  • Wichtige Informationen (z. B. Bestellübersicht, Lieferstatus) sollten mit ein bis zwei Klicks zugänglich sein – Welche Informationen und Funktionen das im Falle Ihrer Zielgruppe sind, sollten Sie über eine Befragung ermitteln.
  • Weitere Individualisierung ermöglichen – Der „Mein Konto“-Bereich kann mehr sein als eine reine Informationsplattform. Auch Funktionen wie der Merkzettel können durchaus innovativ in den persönlichen Bereich integriert werden (siehe 7trends).

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5 Gedanken zu „Rational oder emotional – Kundenkonten von Online-Shops

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