Regelkonform bestellen aus Nutzersicht: Befragungsergebnisse zum „Button-Gesetz“

Einstiegsbild

Seit dem 1. August gilt das so genannte „Button-Gesetz“, welches den Verbraucher vor ungewollten Vertrags- oder Aboabschlüssen im Internet schützen soll. Betreiber von Online-Shops mussten demnach die zusammenfassende Seite vor dem Absenden der Bestellung im Checkout noch einmal überprüfen: Sind alle nötigen Informationen wie Gesamtpreis, Versandkosten oder Vertragslaufzeit enthalten?


Außerdem verlangt das Gesetz eine aussagekräftige Benennung des Buttons zum Absenden der Bestellung.
Bezeichnungen wie „Weiter“, „Bestellen“ oder „Bestellung absenden“ sind seit dem unzulässig.

Es muss deutlich werden, dass eine finanzielle Verpflichtung entsteht. Doch welche der nun möglichen Alternativen wird eigentlich vom Nutzer bevorzugt? Haben Online-Shops die Meinung ihrer Kunden berücksichtigt?

Wir wollten es wissen und haben im Rahmen des „eResult Omnibus“ knapp 600 Online-Käufern vier mögliche Alternativen präsentiert. Das Ergebnis:

  • 40,7% der Befragten bevorzugen „Kaufen“

Auf den zweiten Rang schafft es die Benennung „Kostenpflichtig bestellen“. Die weiteren Ergebnisse sind in folgender Abbildung sichtbar. Es standen nur zulässige Alternativen zur Auswahl.

Ergebnisse Button-Gesetz

Ergebnisse einer aktuellen Nutzerbefragung zur Benennung des Buttons zum Absenden einer Bestellung

Die statistische Analyse zeigte keine signifikanten Unterschiede nach der Kauferfahrung oder dem Alter der Befragten. Unter den Frauen gibt es allerdings einen noch etwas stärkeren Vorteil für „Kaufen“.

Aus Nutzersicht ist also die kurze und prägnante Variante durchaus auch die beste. Dies dürfte auch Shop-Betreiber freuen. Eine spontane, nicht-repräsentative Recherche zeigt jedoch, dass es aktuell noch sehr unterschiedliche Benennungen gibt. So scheint man sich innerhalb der Otto Group auf „jetzt zum genannten Preis bestellen“ geeinigt zu haben. Bei 3Suisses und Conrad heißt der Button „Kostenpflichtig bestellen“ (bei 3Suisses mit einem „Jetzt“ davor). In den Online-Shops von Karstadt und Rossmann findet sich die Bezeichnung „Zahlungspflichtig bestellen“. Plus, Amazon und Zalando hingegen sind recht nah an der oben genannten Präferenz der Nutzer und benennen den Button aktuell „Jetzt kaufen“.

Wir werden weiter beobachten, ob sich in Zukunft hier ein Standard herausbildet. In der Zwischenzeit können Sie sich die Ergebnisse unserer aktuellen Befragung kostenlos herunterladen: Zum eResult Download-Bereich

Zur Methodik

Insgesamt wurden in der genannten Studie 585 Internetnutzer befragt, die in den letzten sechs Monaten mindestens einmal Produkte oder Dienstleistungen über das Internet bestellt haben. Die Erhebung fand im Rahmen des eResult Omnibus statt, einer monatlichen Mehrthemenbefragung unter deutschen Internetnutzern (September 2012).

4 Gedanken zu „Regelkonform bestellen aus Nutzersicht: Befragungsergebnisse zum „Button-Gesetz“

  1. Pingback: “Button-Gesetz” soll gegen Abzocke im Internet helfen oder über den feinen Unterschied « SONJA QUIRMBACH

  2. Olga

    Für die renommierten Firmen führte die neue Button-Lösung zu keinen krassen Änderungen, glaube ich. Solche Änderungen beeinflussen oft negativ gerade die Anfänger. Die Buttons „Kaufen“ und „Zahlungspflichtig bestellen“ unterscheiden sich nicht nach dem Sinn, wirken aber verschieden. Um seine Positionen nicht zu verlieren gibt es also 2 Alternativen. Die erste, die „Kaufen“-Überschrift für den Button zu wählen. Die zweite, den Kunden von der Button-Lösung kurz Bescheid zu geben, damit keine Titel die Kunden abschrecken können.

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  3. Pingback: Button-Lösung bei Online-Shops, darauf müssen Sie achten | Deutsche Internetagentur - Blog

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