Sortierfunktionen bei Online-Shops: Good practices der Unterstützung der Produktsuche

Effizient zum perfekten Produkt, aber bitte schön ohne die Gefahr wegen eines ungenauen oder zu strengen Filters Treffer vorenthalten zu bekommen.

So in etwa lässt sich aus Nutzersicht zusammenfassen, warum Sortierfunktionen neben Produktfiltern fester Bestandteil deutscher und internationaler Online-Shops sind. Doch auch der Shop-Betreiber sollte ein Interesse an einer guten, sprich nutzerfreundlichen Umsetzung der Sortierung haben. Man denke an primär preisgetriebene Besucher im Shop: Sie beginnen mit dem günstigsten Treffern, erschließen nach und nach die teureren Produkte und lassen sich eventuell doch von dem Schuh / Laptop / Reiseangebot begeistern, der „eigentlich“ über dem Budget liegen; ein „sanftes Upselling“ wenn man so will. Grund genug einmal genauer hinzuschauen, wie auf deutschen Online-Shops und Vermittlungsplattformen sortiert wird.

Zentral platziert, deutlich abgegrenzt

Bei der Platzierung der Funktion sind sich die Shop-Betreiber weitestgehend einig. Die Sortiermöglichkeit findet sich unmittelbar über den angezeigten Treffern, gerne etwas versetzt auf der rechten Seite. Dies macht nur Sinn, entspricht es doch dem intuitiven Verlauf der Seitenverarbeitung: Zunächst werden Filter und / oder Sortierung gewählt, dann der Content-Bereich verarbeitet. Dies zeigt erfahrungsgemäß die Auswertung der Blickverläufe , unabhängig vom betrachteten Shop.

Damit für den Nutzer auch sofort nachvollziehbar ist, was Filter und was Sortierung ist, ist eine deutliche Abgrenzung in der Umsetzung beider Bereiche von großer Bedeutung. Nur so wird gewähreistet, dass die beiden ähnlichen Funktionen des Sortierens und des Filterns nicht verwechselt werden. Das aufgeführte Beispiel von karstadt.de zeigt das recht anschaulich:

  • Die Filter finden sich in der linken Marginalspalte, die Sortierfunktion im Contentbereich.
  • Die Filter sind als formatierte Liste verlinkt, die Filter als Dropdown-Auswahl.

Ergebnis: Verwechslung ausgeschlossen.

Beispiel karstadt.de: Deutliche Abgrenzung von der Gestaltung der  Produktfilter

Beispiel karstadt.de: Deutliche Abgrenzung von der Gestaltung der Produktfilter

Dropdown überwiegt

Eine Sortierung über Icons im Tabellenkopf findet sich hingegen nur auf wenigen Seiten, z.B. im Online-Shop von deichmann.de oder auf der Hotelbuchungsplattform hrs.de.

Beispiel hrs.de: Hier wird über Icons im Tabellenkopf sortiert

Beispiel hrs.de: Hier wird über Icons im Tabellenkopf sortiert

Besonders bei der Trefferanzeige in Listenform ist dies eine platzsparende alternative Darstellung. Das dreieckige Symbol zur Sortierung ist von den Nutzern gelernt und wird direkt mit der Möglichkeit zur Sortierung assoziiert. Ein zusätzliches Element ist so nicht notwendig, was sich ggf. sogar positiv auf die Übersichtlichkeit der Seite auswirkt. Weiterer Vorteil: Für die Sortierung ist nur ein einziger Klick notwendig.

Die Darstellung über Dropdowns bietet sich hingegen fast zwangsläufig dann an, wenn wie im folgenden Beispiel von kaufhof.de die dargestellten Produkte bzw. Treffer in Miniaturansicht angezeigt werden. Eine Sortierung über Icons wäre bei dieser Rasterdarstellung wenig intuitiv.

Beispiel kaufhof.de: bei Miniaturansichten bietet sich die Sortierung über Dropdowns an

Beispiel kaufhof.de: bei Miniaturansichten bietet sich die Sortierung über Dropdowns an

Zum Glück für die Nutzer machen diese aber nur noch in den seltensten Fällen wie in der „klassischen Variante“ drei Klicks (Öffnen der Optionen, Auswahl des Sortierkriteriums, Bestätigung der Auswahl) notwendig. Häufig genügt das Überfahren des Bereichs mit der Maus, um das Menü mit den angebotenen Sortierkriterien zu öffnen und mit einem Klick auf die Option zu starten. Eine schnelle und effiziente Nutzung ist so gewährleistet. Das unten aufgeführte Beispiel zeigt außerdem, wie die Funktion optisch harmonisch in die Seite integriert werden kann.

Beispiel goertz.de: Nutzung des Dropdowns ist mit einem Klick möglich

Beispiel goertz.de: Nutzung des Dropdowns ist mit einem Klick möglich

Umfang begrenzt

Die meisten Shops beschränken sich beim Umfang der angebotenen Suchkriterien auf eine Handvoll Optionen. Dies ist sinnvoll um den Nutzer nicht durch ein Überangebot an Möglichkeiten abzuschrecken. Bei der Auswahl der richtigen Kriterien und ihrer Benennung können eine Kundenbefragung , Web-Analytics-Daten oder AB-Tests helfen. Welche Sortierrichtungen angeboten werden, sollte ebenfalls inhaltlich entschieden werden. Das folgende Beispiel von otto.de zeigt dies sehr gut: Beim Preis sind beide Richtungen sehr sinnvoll, bei den Neuigkeiten hingegen nicht. In Bezug auf die Topseller ist es zumindest denkbar, dass Nutzer speziell nach Produkten suchen, an denen bisher wenig Interesse bestand.

Abhängig von anderen Elementen

Ob sich auf den Trefferlisten und Produktübersichtsseiten eher Icons oder Dropdowns anbieten, ist nicht zuletzt von der Gestaltung der Seiten selbst abhängig. In jedem Fall sollte bei der Umsetzung darauf geachtet werden, eine einfache Lösung mit möglichst wenigen notwendigen Klicks anzubieten. Fällt die Wahl auf eine Dropdown-Sortierung ist außerdem zu beachten, eine überschaubare und inhaltlich sinnvolle Auswahl von Sortierkriterien anzubieten.

6 Kommentare zu „Sortierfunktionen bei Online-Shops: Good practices der Unterstützung der Produktsuche

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