Weihnachten fällt nicht aus – Mit Online-Beratern schnell das gewünschte Produkt auf Websites von Elektrofachmärkten finden

Media Markt Intro

Weihnachten steht vor der Tür und die Suche nach dem richtigen Geschenk geht wieder los. Die neuen Werbekampagnen – z. B. von Technik- und
Elektromärkten – sind allgegenwärtig und versuchen den potentiellen Kunden in den Markt oder auf die Webseite zu locken. Insbesondere die aktuelle TV-Werbung von Media Markt („Media-WG“) ist in aller Munde. Aber was wird dem Nutzer konkret auf Webseiten von Elektrofachmärkten geboten? Wie wird der Kaufwillige bei seiner Suche nach dem passenden Geschenk/Produkt – für sich oder andere – innerhalb des Online-Shops unterstützt? Wie können Online-Berater bei der Suche helfen?

Um diese Fragen zu klären, habe ich mir Online-Shops von den größten Elektromärkten und insbesondere deren Kauf- bzw. Produktberater im Detail angeschaut.

Vielfältige Kaufberater auf mediamarkt.de – Von der Digitalkamera, über Drucker- und Navigationsgeräte bis hin zu Weinkühlschränken…

Media Markt Kaufberater


Bei mediamarkt.de wird fast zu jedem Sortimentsbereich einen Online-Kaufberater angeboten. Insbesondere das Design und die Umsetzung der Berater wirken sehr modern und professionell. Die Nutzung bereitet durchaus Freude – fast bis zum Schluss…
Suchen wir mal nach einem neuen TV-Gerät: Nach dem Aufruf des TV-Beraters folgt ein kurzer Frage-/Antwort-Dialog (5 Schritte). Es gibt Fragen wie „Was möchten Sie auf Ihrem Fernseher hauptsächlich anschauen?“, „Wie weit sitzen Sie vom Fernseher entfernt?“ oder „Welche Zusatzfunktionen soll Ihr Fernsehgerät bieten?“. Nach der vollständigen Beantwortung der Fragen gelangt man abschließend zum Ergebnis. Hier werden Kaufempfehlungen in Textform zusammengefasst.
Großes Problem: Leider fehlt der Verweis auf passende Produkte! Das Ergebnis des Kaufberaters ist lediglich ein Text zu Kaufempfehlungen. Dieser kann zwar ausgedruckt werden, aber die Darstellung von passenden Produkten aus dem Online-Shop fehlt. Strategisch gewollt oder aber ein großer Multi Channel Retail-Fehler, der Online-Umsatz kostet.



Online-Berater auf Saturn.de – Schnelle und einfache Suche nach relevanten Produkten aus dem Sortiment

Der Ablauf des Online-Beraters auf saturn.de ist sehr ähnlich. Auch hier kann der Nutzer über einen kurzen Fragebogen seine Präferenzen mitteilen. Der große Vorteil dieses Beraters ist, dass sich unterhalb des Beraters/Fragebogens das Sortiment während der Eingabe „live“ aktualisiert.
Suchen wir wieder nach TV-Geräten: Zu Beginn (Schritt 1) wird das komplette Sortiment an TV-Geräten aufgelistet. Nach der Beantwortung der ersten Frage („gewünschte Bildschirmgröße“) reduziert sich das angebotene Sortiment. Es werden nur TV-Geräte mit entsprechender Bildschirmgröße dargestellt. Je weiter man innerhalb des Online-Beraters voranschreitet, desto enger wird das Sortiment eingegrenzt bzw. zugeschnitten.

Der Online-Berater auf saturn.de ist eine geführte Filterfunktion.
Ich finde die Idee und diese Funktion sehr gut, zumal auch während der Auswahl/Filterung unterstützende Hinweise zur Verfügung stehen. So werden beispielsweise bei der Auswahl „Plasma-“ vs. „LCD-Geräte“ jeweils Hilfetexte angeboten, sodass der Nutzer sich über die jeweiligen Vor-/Nachteile kurz informieren kann.



Larovo.com – ein unabhängiger Online-Berater

Larovo Intro


Eine sehr interessante Seite ist larovo.com. Hier dreht sich alles um Online-Kaufberatung. Auch hier stehen sehr viele Kaufberater (TV-Geräte, Tablets, E-Book-Reader, Digitalkameras etc.) zur Verfügung. Der Unterschied zu mediamarkt.de und saturn.de ist, dass es sich hierbei um eine unabhängige und neutrale Online-Beratung handelt.
Der Ablauf ist analog zu den zuvor betrachteten Beratern. Auch hier kann der Nutzer in einem Frage-/Antwort-Dialog seine individuellen Wünsche eingeben. Auffällig ist, dass der Fragebogen sehr detailliert und dadurch etwas länger ist. Sehr nutzerfreundlich finde ich auch die Funktion des Zwischenspeicherns. Wenn man die Eingabe unterbrechen möchte, so kann seine Mailadresse eingegeben werden und es wird einem der Link zur aktuellen Position innerhalb des Dialogs zugesandt.
Als Ergebnis der Online-Beratung erhält man eine Übersicht an Produkten, die zu seiner Eingabe passen. Neben den Produktdetails stehen auch Bewertungen und Testergebnisse zur Verfügung. Auf der Detailseite eines Produktes werden zudem verschiedenen Händler (Anbieter/Bezugsquellen) aufgelistet. Das Produkt kann somit auch direkt über die Händlerseite gekauft werden.

Die Webseite von Larovo.com und die angebotenen Online-Berater finde ich sehr gelungen. Schon auf der Startseite kann sich der Nutzer über ein Video „So funktioniert Larovo“ einen guten ersten Eindruck verschaffen. Der Online-Berater an sich ist einfach zu bedienen. Auch bezüglich der optischen Umsetzung gibt es kaum etwas zu beanstanden. Für meinen Geschmack werden jedoch die Frage- und Antwort-Texte in einer zu großen Schriftgröße präsentiert. Dadurch muss bei manchen Fragen gescrollt werden, wobei dies mit einer kleineren Schrift nicht notwendig wäre.



Mein Fazit:

Um sich neutral und sehr detailliert online beraten zu lassen, empfiehlt es sich mal bei larovo.com vorbeizuschauen. Hier wird eine gute Auswahl an Produkten aufgrund von detaillierten Eingabemöglichkeiten bereitgestellt. Es können sehr individuelle Vorstellungen und Wünsche während der Beratung mitgeteilt werden.
Auch der Online-Berater auf saturn.de hat mich überzeugt. Ich finde es hilfreich, mittels eines derartigen Online-Beraters, das angebotene Sortiment zu reduzieren/filtern.
Der Berater auf mediamarkt.de ist visuell sehr gut umgesetzt, hat jedoch noch Schwächen im letzten Schritt (Ergebnisdarstellung). Eine Auswahl von passenden Produkten hätte ich auf jeden Fall erwartet und ist meiner Meinung ein MUSS.
Alles in allem kann man sagen, dass die (Online-)Suche nach dem passenden Geschenk für Weihnachten auch in diesem Jahr sehr gut möglich ist. Online-Kaufberater sind eine gute Möglichkeit, um auf Kundenwünsche einzugehen und dem potentiellen Kunden eine passende Auswahl an Produkten vorzustellen.

5 Gedanken zu „Weihnachten fällt nicht aus – Mit Online-Beratern schnell das gewünschte Produkt auf Websites von Elektrofachmärkten finden

  1. Nic

    Sorry, aber mit „Beratung“ hat weder Mediamarkt/Saturn, noch larovo was zu tun. Das sind doch einfach nur – umständlich auf mehrere Seiten aufgeteilte – Filter.

    Beispiel Tablet-„Beratung“ bei larovo: Jeder Verkäufer-Azubi im 1. Lehrjahr wird drauf achten, ob ich vielleicht schon im Apple-Universum unterwegs bin und meine Songs bei itunes gekauft hab. Fehlanzeige.
    Mir wurde dann ein Toshiba-Tablet als Nr. 1 präsentiert: Aber warum? Fehlanzeige. Ich bin also so schlau als wie zuvor.

    Fazit: Maximal eine nette Spielerei, echte Beratung liefern aktuell nur echte Menschen.

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  2. Thorsten Wilhelm

    @ Nic: Wobei wir bei der Frage sind, was denn „echte“ von anderen Formen der Beratung unterscheidet.
    Geht es nicht grundsätzlich und im Kern bei der Beratung darum, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen oder sich der Lösung anzunähern?
    Dann wäre auch das Web / wären auch Websites dazu in der Lage. Natürlich nicht in jedem Beratungsfall und auch nicht für jede Perspn, aber doch schon bei einigen Fällen und für viele Zielgruppen.

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  3. Nic

    Auch ein Filter löst bereits ein Problem, das ist nicht der Kern des Problems. Kaum jemand käme auf die Idee, die Möglichkeit der Filterung mit Beratung gleichzusetzen. Denn: Beratung meint doch v.a. Hilfe bei der Entscheidungsfindung und nicht nur eine (meinetwegen gefilterte und/oder gewichtete) Auflistung von Fakten.

    Das kann prinzipiell schon auch ein automatisierter Dienst leisten.
    In den hier genannten und mir sonst bekannten Beispielen von „virtuellen Beratern“ kann ich aber nur eine umständliche (schon allein weil über viele Seiten verteilt abgefragte) Art der Filterung erkennen und keine wirkliche Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

    Das kann derzeit immer noch ein Mensch mit Abstand am besten.

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  4. Thorsten Wilhelm

    Ja, keine Frage, Menschen sind die besseren Berater, auch im Elektronik Einzelhandel (wenn sie geschult sind): Sie sprechen face-to-face mit dem Kunden und können über Sprache, Gestik und Mimik Signale senden und vor allem im Gespräch auch solche vom Kunden aufnehmen. Das erleichtert es ihnen KUnden und potentielle Kunden „gut zu beraten“.

    Was „man“ aber nicht tun sollte:
    Grundsätzlich so tu tun, als ob „nur“ der stationäre Einzelhandel beraten kann.
    Das ist sicherlich in einigen Produktbereichen heute und auch in Zukunft der Fall (so werde ich meinen nächsten Trecking-Rucksack für eine 5 tägige Huttentour ganz sicher wieder bei Globetrotter in Hamburg vor Ort kaufen); genauso gibt es aber bereits heute und in Zukunft Produkte, bei denen ich „online“ eine mindestens genauso gute Einkaufsentscheidung treffen kann, wie bei einer Beratung durch einen Menschen (z.B. Buchung Hotelzimmer, Kauf meiner kommenden Kaffeemaschine).

    Wir immer im Leben: „es kommt halt drauf an“,
    * auf das Produkt,
    * den Menschen der die Entscheidung trifft und
    * die Situation, in der er sich mit der Entscheidung beschäftigt.

    Pauschalieren – das finde ich nicht gut, und daher war es mir auch wichtig hier meine Meinung zu vertreten.

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  5. Jan Pohlmann

    Ohne mir die Seiten im Detail angeschaut zu haben – für mich machen diese Berater auch den Eindruck, als wären sie mehr als nur die üblichen Filter („umständlich auf mehrere Seiten aufgeteilt“).

    Zwei Gründe:
    1) Sie sprechen die Sprache des Nutzers: Filter betreffen normalerweise technische Kriterien und Spezifikationen, mit denen nicht jeder etwas anfangen kann. Die gezeigten Beratungsfunktionen scheinen diese in für den Nutzer relevante Fragen zu übersetzen („Was möchten Sie hauptsächlich auf dem Fernseher anschauen?“).
    2) Sie nehmen den Nutzer an die Hand: Klar, versierte Nutzer kommen mit einem multidimensionalen Filter schneller ans Ziel. Das geht mir genauso. Aber man vergisst schnell, dass eine große Anzahl Nutzer damit nicht so einfach klar kommt. In Usability Tests sieht man immer wieder, das Filterfunktionen häufig ein Rätsel sind – nichtmal die Bedienung, sondern bereits das Konzept. Eine Beratungsfunktion als eine Art „Wizard“ führt den Nutzer Schritt für Schritt und macht den Prozess so verständlicher.

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