Google Indoor Maps im Praxistest – Wo bitte geht’s zu den Schuhen?

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Wer auch in geschlossenen Räumen schnell die Orientierung verliert, für den hat Google jetzt die passende Abhilfe: Seit einiger Zeit gibt es bei Google Maps auch Indoor Karten von einigen Gebäuden – zumindest für die Nutzer von Android Smartphones. Ich habe mich gefragt: Wie gut funktioniert das wirklich? Ausprobiert habe ich das im Hamburger Alsterhaus. Meinen Erfahrungsbericht lesen Sie hier.


Vom Büro direkt in die Schuhabteilung…

Mein Praxistest startete mit einer ersten Erkundung des Alsterhauses vom Schreibtisch aus. Sobald man dann in der App das Gebäude heranzoomt, kann man den Grundriss des Erdgeschosses erkennen. In diesem ist auch die Lage einzelner Abteilungen und Geschäfte gekennzeichnet. Leider ist vor dem Heranzoomen nicht gesondert gekennzeichnet, dass es für dieses Gebäude eine Karte gibt – der Grundriss ist lediglich etwas heller hervorgehoben.

 

 

Startansicht

Gebäudeansicht bei Google Indoor Maps – Grundriss und einzelne Abteilungen sind abgebildet.

Auf der rechten Seite gibt es zudem eine Stockwerk-Anzeige mit der man durch die einzelnen Etagen navigieren kann. Die einzelnen Abteilungen können zudem auch angetippt werden und es erscheint ein Icon, das mir anzeigt, dass ich mich dorthin navigieren lassen kann.

 

 

Navigationspunkte im Gebäude

Einzelne Abteilungen innerhalb des Gebäudes können als Navigationspunkte angegeben werden.

Das weckt dann schon sehr mein Interesse! Sollte es möglich sein, dass Google Maps mir den Weg vom Büro direkt in die passende Abteilung zeigt? Das muss ich ausprobieren!

Also Jacke an und raus in die Kälte. Bis zum Alsterhaus ist die Navigation kein Problem – allerdings zeigt mir Google Maps als Ziel an:

 

 

Navigation zum Gebäude

Gebäudeansicht bei Google Indoor Maps – Grundriss und einzelne Abteilungen sind abgebildet.

Nun ja, dies ist tatsächlich der Punkt, der meiner Zielabteilung am nächsten liegt. Allerdings befindet sich dort nur eine dunkle Sackgasse und kein Eingang zum Gebäude. Aber gut – das hätte man vielleicht auch nicht erwarten können.

Nun aber erst mal rein ins Gebäude…

Leider ist es dort dann (wie ich befürchtet hatte) recht schnell vorbei mit dem GPS-Signal. Zumindest ist Google nun offenbar der Ansicht, dass ich 200 m vom Gebäude entfernt stehe. Eigentlich schade, ich hätte ja gerne ausprobiert, wie es drinnen so funktioniert mit der Anzeige.

Dennoch funktionierte die Orientierung im Gebäude dank der Karten ganz gut. Die Darstellung der einzelnen Stockwerke ist klar und deutlich und anhand der Kennzeichnung von Rolltreppen und Fahrstühlen kann man sich ganz gut orientieren (auch ohne dass Google einem sagt, wo man gerade genau steht).

Mein Fazit nach dem Praxistest

Ein wenig enttäuscht war ich schon – irgendwie hatte ich nach dem Lesen bisheriger Berichte zu dem Thema doch deutlich mehr erwartet. Allerdings ist das mit dem GPS in Gebäuden nun mal so eine Sache. So konnte ich die Funktionen leider nicht vollumfänglich ausprobieren.

Der Nutzer ist auch nach wie vor selbst gefordert: Bei der Navigation zu einzelnen Punkten im Gebäude sollte der Nutzer sich lieber nicht drauf verlassen, welchen Punkt Google hier als Eingang vorschlägt. Und auch ohne GPS muss man sich natürlich im Gebäude immer noch selbst orientieren. Man muss Karten also selber lesen können – ist ja vielleicht gar nicht schlecht für die kognitiven Fähigkeiten ;).

Trotzdem sind die Karten recht praktisch. Wenn ich z. B. in einem großen Kaufhaus nicht genau weiß, auf welcher Etage sich z. B. H&M befindet, kann ich das nun mit Hilfe der Indoor Karten recht gut nachvollziehen. Man kann sich so im Gebäude einen schnellen Überblick über die vorhandenen Geschäfte schaffen und muss nicht erst nach einem Lageplan suchen (und im Vergleich zu Lageplänen großer Kaufhäuser sind die Indoor Karten von Google ein echter Segen, wie ich finde). Die Orientierung funktioniert anhand der eingezeichneten Punkte wie Treppen und Aufzüge recht gut – auch die Icons hierfür sind gut gewählt. Zudem finde ich auch, dass das aktuelle Stockwerk sehr gut hervorgehoben ist, sodass man auch ohne genaue Standortanzeige gut nachvollziehen kann, wo man gerade ist.

Die Kennzeichnung solcher Gebäudekarten könnte noch deutlicher sein: Aktuell muss man schon wissen, von welchem Gebäude Karten vorliegen, um diese bei Google Maps zu finden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man solche Gebäude auch noch deutlicher kennzeichnen könnte, um mehr Nutzer auch „zufällig“ darauf aufmerksam zu machen, für welche Gebäude es Karten gibt.

Was ich leider nicht testen konnte…

  • Zeigt mir die App eigentlich wirklich immer das korrekte Stockwerk an, in dem ich gerade bin (guter GPS Empfang vorausgesetzt)?
  • Kann ich im Gebäude zwischen einzelnen Geschäften navigieren (im Sinne von „Bitte die Rolltreppe rauf und dann rechts“)?

Vielleicht kann ja jemand von Ihnen hierzu Erfahrungen beisteuern? Ich freue mich über weitere Praxisberichte!

3 Gedanken zu „Google Indoor Maps im Praxistest – Wo bitte geht’s zu den Schuhen?

  1. Jenny

    Das funktioniert sogar sehr genau, Per WLan oder Bluetooth. Ganz weit vorne spielt hier die infsoft GmbH mit(www.infsoft.de). Die auf der Homepage ersichtlichen Referenzen sprechen für sich. Ich habe die App des Frankfurter Flughafens installiert und bin begeistert.

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