Notizzettel adé – Immobiliensuche mit der immonet iPad App

Intro

Mit dem Finger einfach auf dem Touchscreen zeichnen, um das Gebiet für die Immobiliensuche zu markieren – warum hat das eigentlich vorher niemand gemacht? Der neue Ansatz der immonet iPad App ist genauso einfach wie genial. Und sicherlich auch deshalb hat Apple sie kürzlich zur zweitbesten App 2012 gekürt. Natürlich musste ich mir das einmal genauer anschauen.

Und der erste Eindruck bestätigt – den Preis hat sie verdient. Denn die App bietet nicht nur einen hohen Joy of Use mit dem tollen Zeichen-Feature. Gekonnt wird der Nutzer auch darüber hinaus beim gesamten Prozess der Immobiliensuche unterstützt, etwa durch Notizfunktionen und Merklisten.

Anschaulich: Alle Funktionen werden mir erklärt

Nach dem Starten der App werde ich zunächst nach der Stadt gefragt, in der ich suche. Danach geht es aber direkt los: In einem Overlay wird mir sehr schön erklärt, wie ich gleich Bereiche auf der Karte markieren kann (siehe Abb. 1). Hier braucht es kein Benutzerhandbuch und keine endlosen Erklärungen. Eine Zeichnung mit ein paar Anmerkungen reicht völlig aus.


Funktionsweise der App

Abb. 1: Statt reinem Text zeigt die App durch eine Zeichnung, wie die Bedienung funktioniert


Das zeigt schon, wie intuitiv die Anwendung gestaltet ist, ist aber auch gleichzeitig ein gelungenes Beispiel für den Einstieg in eine App. Hier kamen sicherlich – möglicherweise unbewusst – einige Gamification-Ansätze des Onboarding zum Tragen.

Spielerisch: Ich lege die Suchbereiche fest

Durch die Einführung ist es im Anschluss kein Problem, mit dem Finger Suchbereiche auf der Karte zu markieren. Dies geht schnell und stellt ein ganz neues Bedienerlebnis dar. Wo ich früher Postleitzahlen oder Stadtteile auswählen musste, geht die Filterung nun ganz leicht von der Hand. Natürlich ist es schwer, absolut exakt auszuwählen, doch dies ist meist gar nicht notwendig. Nach dem Zeichnen werden direkt Markierungen für alle gefundenen Objekte auf der Karte eingeblendet (siehe Abb. 2).


Karte

Abb. 2: Mit dem Finger zeichnet man einen oder mehrere Bereiche auf die Karte, in denen dann alle Immobilien markiert werden


Nicht zuletzt eröffnet sich so auch eine ganz neue Flexibilität: Ich bin nicht mehr auf festgelegte Bereiche eingeschränkt, sondern kann absolut frei wählen. Wer Hamburg kennt wird wissen: Es macht einen großen Unterschied, an welchem Ende von St. Georg eine Wohnung liegt.

Gut ist auch, dass ich mehrere solcher Freihand-Bereiche zeichnen kann, statt mehrmals einzeln die Suche bemühen zu müssen. Und das Entfernen eines Bereiches, falls ich einmal verrutscht bin, klappt genauso leicht. Denn es werden nicht etwa alle gelöscht, sondern jeden Bereich kann ich einzeln entfernen.

Schnell: Ich markiere passende und unpassende Objekte

Natürlich darf bei der Immobiliensuche keine Merkliste fehlen. Die immonet App setzt diese einfach und einem Tablet gerecht per Drag&Drop um. Sowohl aus der Karten- als auch aus der Listenansicht kann ich Objekt an den linken Rand ziehen, um sie mir zu merken (siehe Abb. 3). Auf der Karte werden sie dann zudem grün und mit einem Stern hervorgehoben.


zur Merkliste hinzufügen oder entfernen

Abb. 3: Per Drag&Drop kann man Objekte zur Merkliste hinzufügen oder aus der Kartenansicht entfernen


Zusätzlich gibt es aber auch eine zweite Liste am rechten Bildschirmrand, für unpassende Objekte. Diese werden dann aus der Kartenansicht entfernt, lassen sich bei Bedarf aber auch wieder abrufen. Ein tolles Feature wie ich finde, denn ich erinnere mich noch genau: Als ich bei der Wohnungssuche jeden Tag im Internet schaute, musste ich jedes Mal aufs Neue die gleichen Angebote durchsehen.

Praktisch: Ich hinterlege Notizen und Fotos zu den Objekten

Auf der Suche nach einer Wohnung kommt wohl niemand daran vorbei, sich Notizen zu einzelnen Objekten zu machen: Fragen für die Besichtigung, gesehene Mängel oder andere Besonderheiten. Beim anderen mehr, beim anderen weniger, aber quasi unvermeidbar artet die Kombination aus Notizen und Bookmarks der Angebote irgendwann ins Chaos aus. Die immonet App verspricht hier Abhilfe, indem sie mir erlaubt, direkt zu jedem Objekt eigene Daten zu hinterlegen. Dazu gehören Notizen, eigene Fotos und auch Termine (siehe Abb. 4).


Notizen, Fotos und Termine zu einem Objekt anlegen

Abb. 4: Auf der Pinnwand kann man eigene Notizen, Fotos und Termine zu einem Objekt anlegen


Hier zeigt sich, dass bei der Konzeption der App gründlich über die Nutzeranforderungen und den Prozess der Wohnungssuche nachgedacht wurde. Sicherlich gehörte dazu auch einiges an User Research, etwa durch Online-Befragungen, KANO-Analysen und mobile Usability-Tests.

Durchdacht: Die immonet App zeigt die Vorteile von User Centered Design

Die App überzeugt also durch spaßige, neue Interaktionsmöglichkeiten für eine Immobilien-App und durchdachte Features, die den Nutzer bei seiner Immobiliensuche kontinuierlich unterstützen. Sie ist ein tolles Beispiel für User Centered Design: Bei der Entwicklung der App standen die Nutzer und ihre Bedürfnisse an erster Stelle. Anstatt einfach nur die existierende Website nachzubilden, wurde das Konzept neu gedacht.

Auch wenn Umziehen weiterhin kein besonderer Spaß sein wird – mit der immonet App ist zumindest die Wohnungssuche ein bisschen weniger nervenaufreibend. Mein nächster Umzug ist noch nicht in Sicht, aber wenn es soweit ist, weiß ich schon, welche App ich benutzen werde.

Haben Sie die immonet App schon einmal genutzt? Falls nicht, probieren Sie sie doch einmal aus! Oder kennen Sie ähnlich überzeugende Immobilien-Apps? Ich freue mich auf Ihre Hinweise und Meinungen in den Kommentaren.

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3 Gedanken zu „Notizzettel adé – Immobiliensuche mit der immonet iPad App

  1. pit

    Tolle, schicke App, clever überlegt.
    Das eigentliche Problem aber bleibt: Die Daten.
    Makler-Personen stellen ungeliebte Objekte in ungeliebten Gegenden doch immer so ein,
    das die Umkreissuche diese in guten Gegenden anzeigt – somit also nur teilweise nützlich.

    Die Datenqualität strenger zu kontrollieren würde m.E. einen größeren Effekt haben als die tolle UX.

    Antworten
  2. Markus Wienen

    Hallo Jan,

    vielen Dank für den tollen Artikel zur App! War für uns bei eparo ein tolles Projekt und die Zusammenarbeit mit den Kollegen von Immonet war großartig! Wer Einzelheiten zu den Hintergründen des Projekts erfahren möchte, kann übrigens hier nachlesen: http://www.53nord.de/immonet.

    Gerade die neue Suchfunktion hat einiges an Arbeit gekostet, zeigt aber sehr schön, wie wichtig User Feedback ist. Denn wichtige Ideen zur Suche haben wir direkt aus den Tests abgeleitet.

    Markus

    Antworten

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