Für den kleinen Wireframe zwischendurch – das PowerMockup-Plugin für PowerPoint

PowerMockup

Bei eResult ist das Tool der Wahl für komplexere Wireframes und interaktive Prototypen schon seit langer Zeit Axure. Dessen Möglichkeiten sind unübertroffen, doch bedingt durch seine Funktionsvielfalt ist Axure auch nicht ganz einfach zu bedienen. Häufig ist Axure auch überdimensioniert, benötigt man doch nur ein kleines Mockup, um eine Idee oder Empfehlung zu visualisieren. Für genau diese Fälle ist PowerMockup gedacht. Es integriert sich als Plugin direkt in PowerPoint und ermöglicht es so, Wireframes direkt in einer Präsentation zu erstellen. Eine große Auswahl an vorgefertigten Elementen werden bereits mitgeliefert und eigene können ebenfalls gespeichert werden.

Gute Integration in PowerPoint

Nach der Installation von PowerMockup erscheint in PowerPoint ein neuer Reiter, über den die Vorlagen-Bibliothek aufgerufen werden kann und weitere Funktionen verfügbar sind (siehe Abb. 1). Die Handhabung ist denkbar einfach: Aus der Bibliothek lassen sich alle Elemente auf die Folie ziehen und dann bei Bedarf dort anpassen.


PowerMockup

Abb. 1: PowerMockup integriert sich direkt in PowerPoint über einen eigenen Reiter und eine Vorlagen-Bibliothek


Die Integration in PowerPoint hat den Vorteil, dass häufig kein neues Programm gestartet werden muss, da der Wireframe ohnehin in einer Präsentation gezeigt werden soll. Unsere Ergebnisberichte für Expert-Reviews oder Usability-Tests etwa, werden meist in PowerPoint erstellt. So lässt sich die Visualisierung einer Empfehlung direkt integrieren. Zudem lassen sich so alle normalen Funktionen von PowerPoint für den Wireframe verwenden, etwa:

  • Export in verschiedene Formate und andere Office-Programme
  • Ausrichten, Gruppieren und die Änderung der Darstellungsreihenfolge (vorne/hinten)
  • Freies Bearbeiten der einzelnen Elemente einer Vorlage

Umfangreiche Vorlagen-Bibliothek

Die Bibliothek liefert eine große Anzahl an Vorlagen mit, die für viele Standardfälle ausreichen (siehe Abb. 2). Mit dabei sind etwa:

  • Formularelemente wie Checkboxen, Dropdowns und Radiobuttons
  • Elemente für Mobile-Anwendungen wie ein iPhone-Rahmen, obere Toolbar und On-Screen-Tastatur
  • Sehr viele Icons für unterschiedliche Zwecke

Zudem bietet PowerMockup die Möglichkeit, selbst erstellte Elemente als Vorlagen in der Bibliothek abzuspeichern. So können sie später problemlos wiederverwendet werden.


Ein PowerMockup-Wireframe

Abb. 2: Ein PowerMockup-Wireframe der PowerMockup-Homepage (Copyright © 2013 Wulfsoft)


Teilweise intelligente Elemente

Einige Elemente bieten zudem integrierte Bearbeitungsmöglichkeiten, die über die sonstigen PowerPoint-Möglichkeiten hinausgehen. Um etwa eine Reiternavigation auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen, muss man nicht kompliziert die einzelnen Teilelemente von Hand bearbeiten. Stattdessen bietet PowerMockup bei Auswählen des Elements entsprechende Funktionen an (siehe Abb. 3). So lassen sich etwa Reiter hinzufügen und entfernen und zudem der aktive Reiter auswählen.


Erweiterte Bearbeitungsmöglickeiten

Abb. 3: Bei Elementen wie der Reiternaviation bietet PowerMockup erweiterte Bearbeitungsmöglickeiten


Das Skalieren von Elementen war in PowerPoint seit jeher ein Problem. PowerMockup kann dieses nicht vollständig lösen, bietet aber bei einigen Elementen eine intelligente Skalierung an. Verändert man etwa die Größe der Vorlage eines Browser-Fensters, so bleibt die Adresszeile und die Rahmenbreite konstant, während sich nur die Abmessungen des Fensters anpassen. Dies stellt definitiv einen Fortschritt dar, bringt aber gleichzeitig auch ein Problem mit sich: Da PowerMockup die Einzelteile neu positionieren muss, lässt sich diese Aktion nicht über die PowerPoint-Funktion rückgängig machen. Man sollte also gut aufpassen, wenn man diese Skalierung anwendet.

Für einfache Wireframes gut geeignet

Mein erster Eindruck ist positiv: Für den gedachten Einsatzbereich scheint PowerMockup ein gut geeignetes Tool zu sein. Es lässt sich sehr einfach bedienen und ermöglicht das schnelle Erstellen von weniger komplexen und nicht interaktiven Wireframes. Diese sehen dank der vielen Vorlagen dann besser aus als etwas in PowerPoint selbst gestricktes. Axure kann und will es auch gar nicht ersetzen. Ich werde versuchen, PowerMockup in der nahen Zukunft bei einem geeigneten Projekt dem Praxistest zu unterziehen und dann hier vielleicht noch einmal zu berichten.

Haben Sie PowerMockup schon einmal ausprobiert? Oder kennen Sie andere, ähnliche Tools für Wireframes? Ich würde mich über Ihre Meinungen und Erfahrungen zum Thema in den Kommentaren freuen.

5 Gedanken zu „Für den kleinen Wireframe zwischendurch – das PowerMockup-Plugin für PowerPoint

  1. Pawel Babel

    Off-topic: wenn man Usability-Blog betreibt, sollte man vielleicht überlegen, ob die Lightbox-Funktion ohne Mehrwert (im aktuellen Beitrag) sehr „usable“ ist. 😉

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  2. Florian Waldmann

    Ich vermute Pawel Babel bezieht sich auf das PowerMockup Logo.
    Aber zurück zum Thema:
    Wir verwenden für schnelle Wireframes Balsamiq und binden diese dann als Grafik in Powerpoint ein, wodurch auch die Skalierbarkeit (im Rahmen der Bildkompression) erhalten bleibt. Balsamiq ist preislich auf einem ähnlichen Level (die Preisangabe zu PowerMockup fehlte mir in Ihrem Artikel) und bietet zudem Plugins für Google Drive, Confluence, JIRA, Fogbugz und XWiki. Spontan sehe ich keinen Vorteil für PowerMockup, freue mich aber auf einen Folgebericht nach dem Praxistest.

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  3. Pingback: Verwaltung von Wireframe-Vorlagen mit PowerMockup – und 5 Lizenzen zu verlosen | Usabilityblog.de

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